KLB-Landesausschuss tagt im Kloster Ensdorf
Heiß auf die "Schnippeldisco"

"Dabei haben wir auch kritisch hinterfragt, ob nicht mit den Tafeln durch ehrenamtliches Engagement verdeckt wird, dass wir soziale Probleme im Land haben, die eigentlich staatlich gelöst werden müssten." Zitat: Martin Wagner, KLB-Vorstandsmitglied
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Ensdorf
16.10.2016
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Auf einmal zückten sie die Messer: Die Spitzen der Katholischen Landvolkbewegung in Bayern kochten am Samstag in Ensdorf eine Suppe aus Gemüse, das aus markt-technischen Gründen aussortiert wurde. Mit der "Schnippelsdisco" macht der Verband auf seine Anliegen aufmerksam.

Es geht um einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Schöpfung, ein soziales Miteinander - um das Jahresprogramm 2017 zu planen hat sich der Landesausschuss der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) am Wochenende in Ensdorf getroffen.

Lebensmittel wertschätzen


Der Landesausschuss mit Vertretern der sieben bayerischen Diözesanverbände ist nach der Landesversammlung das zweithöchste Beschluss- und Beratungsorgan der KLB. "Da werden immer wieder auch Überlegungen angestellt, wie Landvolkarbeit zukünftig aussehen muss, um erfolgreich zu sein", erklärt der Geschäftsführende Referent und Vorstandsmitglied Martin Wagner.

"Die Idee mit der Schnippeldisco ist auf der letzten Landesversammlung entstanden. Auch dort haben wir uns inhaltlich schon mit dem Thema ,Wert der Lebensmittel' befasst." Als Verband, der traditionell eine enge Bindung zur Landwirtschaft und eine hohe Sensibilität für internationale Gerechtigkeit hat, lasse es die KLB nicht kalt, dass massenhaft Lebensmittel weggeworfen werden, nur weil sie nicht der Norm entsprechen, während in anderen Ländern der Welt die Menschen nicht wissen, wann sie das nächste Mal etwas zu Essen bekommen. Deshalb befassten sich die KLB-Vertreter am Samstag mit der Arbeit der Amberger Tafel, schnippelten aus Gemüse, das etwas krummer gewachsen war, als "erlaubt" die Zutaten für eine Suppe.

"Dabei haben wir aber auch kritisch hinterfragt, ob es nicht besser wäre, wenn gar nicht erst so viele Lebensmittel aussortiert würden und ob nicht mit den Tafeln durch ehrenamtliches Engagement verdeckt wird, dass wir soziale Probleme im Land haben, die eigentlich staatlich gelöst werden müssten", erklärt Wagner. Die KLB-Spitze hat sich in Ensdorf auch mit dem "Bündnis für Bayern" beschäftigt, das der Bauernverband und der Frauenbund ins Leben gerufen hat. Das Bündnis tritt für regionale Wirtschaftskreisläufe bei der Nahrungsmittelproduktion ein, hat dazu fünf konkrete politische Forderungen formuliert. "Die mangelnde Wertschätzung für Lebensmittel ist schon seit einigen Jahren eines unsere Kernthemen und wird für uns auch bei den viel zu niedrigen Preisen für Milch signifikant deutlich."

Patron hat Geburtstag


Und dann geht es bei er KLB 2017 auch noch um das große geistliche Vorbild. Der Heilige Bruder Klaus von der Flüe (1417 bis 1487) wurde vor 600 Jahren geboren. Zum Jubiläum plant die Landesebene des Verbands vom 5. bis 9. September nächsten Jahres eine gemeinsame Wallfahrt des bayerischen Landvolks nach Flüeli in der Schweiz. Dort wird es neben Gebet und Wallfahrt auch Vorträge zum Leben und Wirken des Verbandspatrons geben.

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Weitere Informationen:

www.klb-bayern.de

Dabei haben wir auch kritisch hinterfragt, ob nicht mit den Tafeln durch ehrenamtliches Engagement verdeckt wird, dass wir soziale Probleme im Land haben, die eigentlich staatlich gelöst werden müssten.Martin Wagner, KLB-Vorstandsmitglied
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