Nürnberger Studenten präsentieren Entwicklungs-Ideen
Impulse für Ensdorf

Neue Ideen für Ensdorfs Zukunft: Bürgermeister Markus Dollacker (rechts) ließ sich von Studenten die Darstellungen und Modelle der Ausstellung im Kloster erklären. Bild: e
Vermischtes
Ensdorf
26.03.2016
15
0

Wie könnte Ensdorf umgebaut werden? Die Gemeinde fit machen für die Zukunft und die nächsten Generationen - damit haben sich 70 Bachelor-Studenten der Architekturfakultät der Technischen Hochschule Nürnberg befasst. Sie entwickelten experimentelle Ideen zum Generationswohnen in Ensdorf.

Erste Ergebnisse hatten sie mit ihrer Dozentin, Architektin Martina Dietrich, bereits im Oktober dem Gemeinderat präsentiert: Der ließ sich die Studie 10 000 Euro kosten. In einer Ausstellung im Kloster wurden die studentischen Entwürfe jetzt auch der Öffentlichkeit präsentiert. Das Projekt "Künftiges Leben in Ensdorf" sei aufgrund der Randbedingungen ein anspruchsvolles, erläuterten die Mentoren Prof. Nadja Letzel und Prof. Ingrid Burgstaller: Unkonventionelle Ideen seien genau so gefragt gewesen wie eine sensible Beachtung der Aufgabenstellung.

Knifflig war in Ensdorf mit seinen rund 2200 Einwohnern die Ortsentwicklung schon immer - und sie wird es auch weiter sein: Der Denkmalschutz muss bei vielen Bauten beachtet werden. Trotzdem entstand "eine Vielzahl von wunderbaren Entwürfen zum Überlegen, wo könnte es in Ensdorf städtebaulich hingehen", bilanzierte Letzel. Für die Gemeinde selbst ist diese Studienarbeit von fundamentaler Bedeutung, betonte Bürgermeister Markus Dollacker: Damit lasse sich in ein städtebauliches Konzept, in Entwicklung und Förderung einsteigen: "Einige Konzepte könnten das Landesamt für Denkmalschutz erschrecken", meinte er. Aber es sei an der Zeit, "die Entwicklungschancen unserer Gemeinde neu zu entdecken". Damit müsse man sich in den nächsten Jahren nachhaltig beschäftigen. Deshalb sei es gut gewesen, durch die TH den Blick von außen einzubeziehen, um städtebaulich ganz andere Denkanstöße zu bekommen. Die Studie sei kein Abschluss, "sondern ist ein Meilenstein auf unserem Weg" - auch wenn manche Ideen von vornherein schon ausgeschlossen seien.

Die Nürnberger Studenten haben sich ein Jahr mit der Entwicklung von Wohnmodellen für die Generation 50+ in Ensdorf beschäftigt. Speziell ging es um eine städtebauliche Neufassung des Ortseingangs im Nordwesten mit einem Wandererhaus - einer möglichen neuen Nutzung alter Scheunen.

Damit Ältere weiter in ihrer Heimatgemeinde leben können, genügt es nicht, nur passenden Wohnraum bereitzustellen. Das Versorgungs- und Mobilitätsangebot von Kloster, Caritas-Sozialstation, Senioren- und² Pflegeheim muss erhalten und weiter ausgebaut werden. Nach Bestandsaufnahme im Dorfkern haben die Studenten die vorhandene Struktur auf bauliche und infrastrukturelle Erfordernisse geprüft. Die Ausstellung zeigt drei Vorschläge zum Umgang mit dem Ort.

Die intensive Nutzung des Ortskerns und das Aufbrechen der reinen Wohnnutzung der Siedlungen aus den 1960er- bis 1990er-Jahren stehen im Vordergrund. Der dörfliche Zusammenhalt, das Miteinander von Jung und Alt sowie das Leben am See zwischen Dorf und Natur sind wesentliche Bestandteile der Studie.

Im Fokus steht auch ein angemessener Ortseingang. Entlang der Hauptstraße bis zum ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieb schlägt die Studie eine interessante städtebauliche Entwicklung vor.

Eine Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern mussten die Studenten auch integrieren - nicht als Discounter auf der grünen Wiese, sondern als Stadt-Baustein.

Leitgedanke ist es, eine hohe Freiraumqualität mit vielen Grünflächen zu schaffen. So könnte für Ensdorf neues Wohnen entstehen - mit Einbeziehung der Vilsaue, mit Grünhöfen, verkehrsberuhigten Verbindungswegen sowie Gastronomie in der Nähe der Staatsstraße und Ortseinfahrt. (e)

Im BlickpunktDas Projekt

Das Projekt zum Generationenwohnen in Ensdorf ist in einer umfassenden Dokumentation und auf rund 50 Meter Schautafeln festgehalten.

Bei der Eröffnung der Ausstellung besonders betont wurde die Unterstützung durch Bürgermeister Markus Dollacker und den Gemeinderat. Sie haben dafür gesorgt, dass alle Türen offen standen und umfassend über Ensdorf und seine künftig Entwicklung diskutiert werden konnte.

Die Ausstellung zum Projekt über das "Leben in Ensdorf" ist im Wittelsbacher Saal zu sehen.

Das Wandererhaus

Vom neuen Nutzen alter Scheunen zeugt der Vorschlag eines Wandererhauses. Zentral im Ortskern liegt ein landwirtschaftlich genutzter Hof mit Stallungen aus den 1920er- und 1960er-Jahren. Die Nutzung füllt den baulichen Bestand nicht mehr aus, deshalb sollen die imposanten Stallungen umgebaut werden - als Haus für Radler/Wanderer und Treffpunkt der Jugend mit einem vielfältig nutzbaren Veranstaltungsraum und Unterkünften für Gäste. Die Blickbezüge in die Umgebung sind ebenfalls Thema des Entwurfs. (e)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.