Pfarrfamilienabend in Ensdorf
Tänze, Musik und viel Gelächter

Aktuelle Musik aus den Charts setzten die Mädchen der Hip-Hop-Gruppe der Ensdorfer DJK mit viel Elan tänzerisch um. Bilder: sön (2)
Vermischtes
Ensdorf
15.04.2016
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Pfarrer Hermann Sturm (Mitte) zeichnete für ihre ehrenamtliche Tätigkeit in der Pfarr- und Gemeindebücherei (von links) Vroni Metschl, Maria Leikam, Hans Babl und Margot Babl mit Urkunden und silbernen Ehrennadeln des Sankt Michaelbunds aus.

Mit dem Marsch Musikantengruß eröffnete die Blaskapelle Ensdorf unter Leitung von Hubert Haller den Pfarrfamiliennachmittag, setzte mit dem Dorffestwalzer und der Franziska-Polka noch eins drauf. Geboten war neben Musik aber noch mehr.

Pfarrer Hermann Sturm konnte sich über einen vollen Theatersaal im Haus der Begegnung freuen, Pfarrgemeinderatssprecherin Agnes Graf führte mit Richard List durch das kurzweilige Programm. "Unser Kirch' soll noch voller werden" war der Beitrag überschrieben, mit dem die Ensdorfer Ministranten Vorschläge unterbreiteten. Ob Weinverkauf aus fairem Handel beim Gottesdienst, Video-Clips oder flotter Rap wohl ernst zu nehmen waren? Mit "Des is koa Radio, des is koa Video" zogen die Übler-Buam, der Marco, der Luis und der Moritz, aus Wolfsbach beim Jodel-Automat vom Leder. Mehrmals traten sie an diesem Nachmittag noch vors Publikum und erhielten fürs Kufsteinlied, oder Adios Amor viel Beifall.

Urkunde und Präsent


Anschließend nahm Pfarrer Sturm die Gelegenheit wahr, den Leiter der Pfarr- und Gemeindebücherei, Hans Babl, für seine 27 Jahre lange ehrenamtliche Tätigkeit mit einem Präsent zu danken und mit Urkunde und silberner Ehrennadel des Sankt Michaelbunds auszuzeichnen. Mit gleicher Würde wurden die Büchereimitarbeiterinnen Margot Babl (20 Jahre), Vroni Metschl (20 Jahre) und Maria Leikam (17 Jahre) bedacht. Nach der Pause (der Erlös aus Getränken und diversen Snacks zur Stärkung, war für die Kirchenrenovierung bestimmt) bot der Kirchenchor unter Leitung von Gerhard Tschaffon, wie Moderator Richard List betonte: einen Ohrenschmaus. Mit "Ich bin bei Euch jeden Tag" erfreute er die Zuhörer, lud bei "Wahre Freundschaft darf nicht wanken" zum Mitsingen ein.

So richtig in die Vollen gingen anschließend die Mädchen der Hip-Hop-Gruppe der Ensdorfer DJK. Seit gut zwei Jahren hat Michael Drexler aus Thanheim Unterricht auf seiner Steirischen. Mit "I bin fidel", dem "Rindviech" und einem Böhmischen Walzer zeigte er dem Publikum, dass er sein Instrument schon gut beherrscht. Dann aber hatten Pfarrgemeinderätin Marianne Beer und ihr Amtskollege Johann Frind als Putzteufel im Pfarrbüro die Lacher auf ihrer Seite. Sie nahmen örtliche Ereignisse aufs Korn. Neben Pfarrer Sturm, "der kennt die Telefon- und die Haustürklingel nicht auseinander" ,bekam auch der CSU-Ortsverein mit einem Durchschnittsalter von 64 Jahren von den beiden Raumpflegerinnen sein Fett ab: "Was, so jung sind die?" Nach einem Witzemarathon der Wolfsbacher Ministranten - Beispiel: "Warum nennen wir unsere Sprache Muttersprache? - Weil der Vater nie zu Wort kommt!" - endete der Pfarrfamiliennachmittag.

Die Zukunft der PfarrgemeindeBeim Pfarrfamiliennachmittag betonte Pfarrer Hermann Sturm: "Kirche ist nicht die Sache Einzelner, sondern des gemeinsamen Handelns." Aufgerufen seien alle, betonte er und bekräftigte: "Lebendige Gemeinde ist offen nach innen und nach außen."

Die Kirche, die Pfarrgemeinde, lebe nicht nur durch die Weitergabe des Glaubens durch die Taufe, sondern von der konkreten Weitergabe, wobei sich an die Eltern die Fragen stellen: Wie viel Glaube ist vorhanden? Wie viel Verbindung besteht zur Pfarrei? Denn weitergeben könne man nur, was man selbst habe - und das sei heute vielfach ein Problem.

"Wie geht es in unserer Gemeinde in der Zukunft weiter?", fragte Pfarrer Sturm. "Wir renovieren unsere Kirche für viel Geld - für uns oder für die fremden Besucher und Bewunderer?" "Oder kommt eine Zeit des Sinneswandels, einer religiösen Erneuerung?" Er werde es wohl nicht mehr erleben, aber es tröste ihn ein Stück weit, dass es noch viele, auch junge Familien gebe, die sich mit der Kirche fest verbunden fühlten. Er verwies abschließend auf eine Vielzahl von Angeboten der Pfarrei und dankte allen, die die Kirche mitgestalten und lebendig halten.

Für die Kirchenverwaltung gab Martin Sollfrank einen kurzen Überblick über die Renovierung der Pfarrkirche. "Derzeit", so erläuterte er, "wird an der Raumschale sowohl in der Kirche als auch in der Sakristei gearbeitet." In Kürze würden zusätzlich Restauratoren verschiedener Firmen gleichzeitig an Gemälden und Skulpturen zu arbeiten beginnen. Elektriker seien weiterhin dabei, Kabel und Schaltkästen zu installieren.

Etwa ein Drittel der Gesamtkosten, rund 1,2 Millionen Euro, seien derzeit eingesetzt worden, "und wir liegen innerhalb des Kosten- und Zeitrahmens". 650 Arbeitsstunden hätten auch die Männer um Anton Hofmann eingebracht. Sein Dank gelte allen Spendern, die bislang 85 000 Euro für das Projekt gegeben hätten. Selbstverständlich, so betonte er, könnten weiterhin Patenschaften für die Renovierung von Gemälden und Figuren übernommen werden. Ein Foto-Ordner zur Einsichtnahme liege im Pfarrbüro auf. (e)
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