Raiffeisenbank Unteres Vilstal zieht Bilanz
Zufrieden, aber nicht selbstgefällig

"Es wird künftig darauf ankommen, den Wert von vorhandenen Strukturen zu schätzen und zu nutzen." Zitat: Bankdirektor Karl Schlagbauer
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Ensdorf
17.06.2016
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Kundeneinlagen und Kreditvolumen der Raiffeisenbank Unteres Vilstal haben weiter zugelegt: Das stimme zwar zufrieden, mache aber nicht selbstgefällig, betonte Direktor Karl Schlagbauer im Bericht zur Geschäftsentwicklung 2015.

Das Kreditinstitut reagiert laut Schlagbauer auf die anhaltende Nullzinsphase, zunehmende Regulatorik, veränderte Kundenbedürfnisse und fortschreitende Digitalisierung mit einer Mehrjahresplanung. Das Geschäftsjahr 2015 habe sich überaus positiv entwickelt, bilanzierte der Bankdirektor.

Kundenvolumen erhöht


Der Zuwachs bei den Einlagen sei außergewöhnlich hoch und so nicht erwartet worden: "Unser Gesamtkundenvolumen hat sich im vergangenen Jahr um 26 auf 431 Millionen Euro ausgeweitet." Mit dem Betriebsergebnis liege man im Vergleich mit den Nachbargenossenschaften an der Spitze. Die Finanz- und Vermögenslage der Bank seien vom Bayerischen Genossenschaftsverband Bayern als weiterhin gut eingestuft, die Anforderungen an das Eigenkapital seien jederzeit eingehalten worden. Für das laufende Geschäftsjahr zeichnet sich nach Schlagbauers Worten eine weiter hohe Kredit-Nachfrage ab, während das Einlagengeschäft eher stagnieren dürfte. Sorgen bereite, wie allen anderen Banken auch, der deutliche Rückgang beim Zinsergebnis.

Man dürfe davon ausgehen, dass man auch heuer wieder knapp am Durchschnitt des Genossenschaftsverbandes Bayern liegen wird. "Man kann jetzt schon sagen, dass der Ergebnisrückgang in Folge eines rückläufigen Zinsergebnisses sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Die Risikolage im Kreditgeschäft bereitet der Bank jedoch keine Probleme und sollte sich auch in den kommenden Jahren auf niedrigem Niveau bewegen." Die Bank werde auf die Reduzierung von Zinsänderungsrisiken (Zinsanstieg) ein Hauptaugenmerk legen.

Bankvorstand Dr. Michael Doblinger informierte die Vertreterversammlung über volkswirtschaftliche Regularien und gesetzliche Vorgaben. Dazu gehörte vor allem die geplante europäische Einlagensicherung mit zentralem Charakter. "Wieso sollen deutsche Sparer für Schulden in Europa mithaften, ohne darauf Einfluss nehmen zu können?" Man habe sehr viel getan, um die Bank zukunftsfähig zu machen. Dazu gehörten auch eine Änderung der Beratungszeiten, die Einführung einer Telefonfiliale, zusätzliche Öffnungs- und angepasste Servicezeiten sowie ein Dispo-Kredit-Management.

Aufsichtsräte bestätigt


Über die Regularien des Aufsichtsrates berichtete Versammlungsleiter und Vorsitzender Alfred Hantsch. Die ausscheidenden Gremiums-Mitglieder Christa Bauer (Rieden) und Karl Fochtner (Schmidmühlen) wurden einstimmig für eine weitere Wahlperiode wiedergewählt. Für die Bürgermeister aus dem Geschäftsbereich dankte Markus Dollacker (Ensdorf) für die Unterstützung, die von einem gut gefüllten Spendentopf bis hin zur Wirtschaftsförderung reiche.

Das Wichtigste in ZahlenDie Raiffeisenbank Unteres Vilstal ist eine von fünf genossenschaftlich ausgerichteten Banken im Landkreis. 52 Mitarbeiter bedienen derzeit das gesamte Spektrum des Kreditinstituts in vier Geschäftsstellen in Schmidmühlen, Rieden, Ensdorf und Ebermannsdorf.

Das betreute Kundenvolumen belief sich zum Bilanzstichtag (31. Dezember 2015) auf 431 Millionen Euro. Die Bilanz ist um über 14 auf 201 Millionen Euro gestiegen. Das Kredit-Engagement wurde auf über 132 Millionen Euro ausgeweitet (plus 8 Millionen).

Die Wertpapiere im Eigenbestand sind mit knapp 43 Millionen Euro ausgewiesen. Die Kundeneinlagen sind um knapp 16 auf 155 Millionen Euro (plus 11,2 Prozent) gestiegen.

Die Verpflichtungen gegenüber Kreditinstituten lagen bei knapp 24 Millionen Euro. Knapp 360 000 Euro wurden an Ertragssteuern bezahlt. 33 000 Euro wurden als Spenden an karitative Einrichtungen weitergeben.

4452 Mitglieder halten insgesamt 13 447 Geschäftsanteile. Diese wurden mit einer Dividende von drei Prozent bedient. Die Eigenkapitalausstattung von über neun Prozent wurde bei der Vertreterversammlung in Ensdorf mit 22,9 Millionen Euro genannt. (bö)


Es wird künftig darauf ankommen, den Wert von vorhandenen Strukturen zu schätzen und zu nutzen.Bankdirektor Karl Schlagbauer


Keine Sorge um die Zukunft"Unsere Marktposition zu halten, ist auch in diesem und in den kommenden Jahren ein erklärtes Ziel, wobei es die Ertragslage so gut wie möglich zu stabilisieren gilt", gab Raiba-Direktor Karl Schlagbauer als Marschrichtung vor. Dazu gehöre eine qualifizierte Beratung in einer funktionierenden Kundenbeziehung als solide Basis. Zusätzliche Risiken sieht der Direktor bei einer schwächeren Konjunktur, die auf den Ertrag durchschlagen könne. Eines sei sicher: Dass die fortschreitenden Globalisierung und Digitalisierung in Verbindung mit der demografischen Entwicklung besonders strukturschwächere Gegenden treffen werde: "Es wird künftig darauf ankommen, den Wert von vorhandenen Strukturen zu schätzen und zu nutzen." Nur so könnten alle Wohnorte im Einzugsbereich attraktiv bleiben. Die Raiffeisenbank Unteres Vilstal sei ein gesundes Institut, das sich trotz der Herausforderungen auch künftig am Markt gut positionieren werde. (bö)
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