Reinhard Schmid gewinnt mit seinen Fischen in Wien
Weltmeister mit Guppys

Der Fischwirt und Züchter Reinhard Schmid hat mit einem Guppy-Paar bei der Weltmeisterschaft den ersten Platz erobert. Bilder: Hartl (2)
Vermischtes
Ensdorf
03.09.2016
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Das Guppy-Siegerpaar von Reinhard Schmid wurde versteigert. So sehen die Geschwister aus.

Uschlberg hat einen Weltmeister: Reinhard Schmid gewann in der Disziplin Rundschwänze mit einem Pärchen bei der 19. Guppy-Weltmeisterschaft Ende August in Wien. Das Siegerduo schwimmt jedoch nicht mehr in einem Aquarium in Uschlberg.

Schmid, der dort eine Fischzucht betreibt, hat, wie alle anderen Teilnehmer des Wettbewerbs, die Guppys versteigert. Dem Fischwirt bleiben die Geschwistertiere. 19 Nationen haben an dem Wettbewerb, bei dem es um die beste Fisch-Zucht ging, teilgenommen. "Ich war definitiv der einzige Oberpfälzer", sagt Schmid. Vor allem asiatische Züchter kämpften bei der Weltmeisterschaft um die Titel, berichtet der Züchter.

Erst eineinhalb Jahre


Über seinen ersten Platz ist Schmid überrascht, denn er hat erst vor eineinhalb Jahren mit der Guppy-Zucht begonnen. In 500 Aquarien schwimmen die kleinen Schwärme. Guppys unterscheiden sich unter anderem in Größe und Flossenform, ihre Schuppen sind gepunktet oder gestreift. Vor allem die Männchen schillern, ihre Weibchen sind farblich weniger auffallend. Das Siegerpärchen bekam Schmid damals von Hermann Ernst Magoschitz (nahe Nürnberg) von den Guppyfreunden Deutschland (DGD). Dieser habe ihn dazu ermuntert, an der Weltmeisterschaft teilzunehmen, sagt Schmid und wischt sich die Schweißperlen von der Stirn. Die tropischen Bedingungen sind gut für die Fische, ihr Züchter wechselt mehrmals täglich das Hemd.

"Eigentlich ist der Guppy ein Allerweltsfisch", findet der Weltmeister. Viele Aquarianer besitzen die kleinen, nur wenige Zentimeter langen, quirligen Fische. Über 30 andere Rundschwanz-Guppy-Paare begutachtete die Jury in Wien. Insgesamt nahmen Züchter mit 600 Guppy-Paaren am Wettbewerb teil. Schmid hatte Glück: Sein Männchen hat in den fünf Minuten, während der die Richter es betrachteten, das Weibchen "angebalzt." Das gab Pluspunkte.

Bei seiner ersten Teilnahme an einem solchen Wettbewerb hat der Ensdorfer die gläserne Trophäe mit nach Hause gebracht. Zwölf verschiedene Schwanzflossenformen gibt es bei Guppys. Deshalb sind es zwölf verschiedene Bewertungsklassen bei der Weltmeisterschaft, die in der Vergangenheit oft in Amerika oder China stattfand.

Seit 25 Jahren Zucht


Eigentlich sind Guppys Schmids zweites Standbein. In 107 Fässern, so groß wie Regentonnen, züchtet er seit 25 Jahren afrikanische Cichlide. 28 Grad im Sommer, 25 im Winter und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit herrschen in den beiden Hallen, in denen die Aquarien und Fässer stehen.

Insgesamt besitzt Schmid 60 verschiedene Fischarten - "Naturvarianten und Züchtungen", erklärt er. Von Montag bis Sonntag kümmert sich der Fischwirt um seine Tiere, die er nur an Großhändler verkauft. "Jemand, der mit dem Fischvirus nicht infiziert ist, versteht das nicht", meint der Weltmeister, der sich als "Guppyot" bezeichnet.

Viermal täglich werden die Tiere mit wechselnder Nahrung gefüttert, weil das eher der Natur der Fische entspreche, erklärt der Züchter, der sich seit seiner Kindheit mit Fischen beschäftigt. In seiner Wohnung steht allerdings kein Aquarium.

StatistikDie Guppy- und Cichliden-Zucht von Reinhard Schmid in Uschlberg in Zahlen:

Lufttemperatur: 28 Grad Celsius im Sommer, 25 Grad im Winter

Luftfeuchtigkeit: 90 Prozent

Wassermenge: 130 000 Liter in 107 Fässern und 500 Aquarien

Anzahl der Fische: 50 000, davon 12 000 Cichliden (esa)
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