Stiftung unterstützt Sanierung in Ensdorf
Lotto-Gewinn für St. Jakobus

Die Deckenfresken in der Ensdorfer Jakobuskirche sind ein Frühwerk von Cosmas Damian Asam. Bild: Hartl
Vermischtes
Ensdorf
12.08.2016
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Kleine Risse und Gebrauchsspuren bleibenDie letzte Außensanierung von St. Jakobus war 1978/79, die Teilsanierung der Turmfassade 2006/2007. Nach eingehender Voruntersuchung begann 2011/2012 eine grundlegende Innen-Instandsetzung, die laut Denkmalschutz-Stiftung (DSD) insbesondere durch Holzschäden notwendig wurde.

Die Arbeiten am noch ursprünglichen Natursteinboden hat die DSD unterstützt, nachdem die Gemeinde beschlossen hatte, den historischen Belag mit allen Gebrauchsspuren zu erhalten.

In der von der DSD unterstützten Restaurierung der Deckenfresken sollen kleine Risse unbehandelt bleiben. Die ohne Vorzeichnung aufgebrachte Malerei wird mit Aceton gereinigt. Fehlstellen sollen nur retuschiert werden, wo es nötig ist.

Fast könnte man von einem Lotto-Sechser sprechen. Ein Gewinn ist es auf jeden Fall: Über die Rentenlotterie Glücksspirale fließen 50 000 Euro in die Restaurierung der Ensdorfer Jakobuskirche.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt mit dieser Summe erneut dieses Ensdorfer Mammut-Projekt. Das Geld stammt aus der Glücksspirale, zu deren Begünstigten die DSD seit 1991 gehört. Den Fördervertrag über 50 000 Euro erhalte Salesianer-Schwabe Pfarrer Hermann Sturm in diesen Tagen, kündigt die Stiftung in einer Presseinformation an. Bereits vor zwei Jahren hatte die Bonner DSD für die Innenrestaurierung der ehemaligen Klosterkirche 70 000 Euro zur Verfügung gestellt. St. Jakobus gehört zu den über 350 Projekten, die die private Stiftung über Spenden und Mittel der Glücksspirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördert.

Mit ihren prächtigen Arbeiten aus dem Umfeld der Wessobrunner Stuckatoren-Werkstätten gehöre die Ensdorfer Kirche zu den wichtigsten sakralen Gesamtkunstwerken des süddeutschen Hochbarock, heißt es in der Pressemitteilung: "Die Fresken sind ein Frühwerk von Cosmas Damian Asam und entstanden kurz nach seiner Rückkehr von einer Studienreise nach Italien."

Allein die Größe des Klosterkomplexes zeugt von der einstigen Bedeutung der Benediktinerabtei. Ein vierflügeliger Konventbau, der sich an die Kirche anschließt, das die Hauptstraße begleitende, dreiflügelige Wirtschaftsgebäude mit aufwendig gerahmter Durchfahrt und externe Verwaltungsgebäude sind bis heute erhalten. Seit 1783/1803 dient St. Jakobus als Pfarrkirche, seit 1920 ist das Kloster Wirkungsstätte der Salesianer Don Boscos. Die barocke Wandpfeilerkirche steht auf dem Grundriss eines längs-rechteckigen Kreuzes. Den dreiseitig geschlossenen Chor flankieren nördlich die Stifterkapelle und südlich die Sakristei. Den Westbau überragt ein Turm mit einer laternen-bekrönten Zwiebelhaube. Belichtet wird die Kirche durch fünf Rundbogenfenster im Norden, zwei übereinander angeordnete Fenster an der Westseite des nördlichen Querhausarms und zwei Rechteckfenster am Chorschluss.

Aus der GeschichteDie Benediktiner-Gründung in Ensdorf 1121 geht auf den Stammvater des Hauses Wittelsbach, Pfalzgraf Otto IV., und den heiligen Bischof Otto von Bamberg zurück: Darauf verweist die Denkmal-Stiftung: "Die Klosterkirche beherbergt seither die Grablege der Wittelsbacher und Pettendorfer. Zerstört durch einen Brand 1507 und aufgehoben in der Säkularisation, begründete Kurfürst Ferdinand Maria von Wittelsbach das Kloster 1669 neu. Schon 1664 wurde mit dem Bau einer neuen Klosterkirche nach einem Entwurf des bekannten Barockbaumeisters Wolfgang Dientzenhofer (1648-1706) begonnen. Die Weihe fand 1717 statt, mit dem Westturm wurde die Neubaumaßnahme 1718 abgeschlossen."
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