Umweltstation des Klosters Ensdorf feiert 20-jähriges Bestehen
„Die Saat ist aufgegangen“

Nur was Menschen kennen und wofür sie einen Blick haben, können sie schätzen. Und nur was sie schätzen, können sie schützen.
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Ensdorf
14.04.2016
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Seit 20 Jahren leistet die Umweltstation des Klosters wertvolle umweltpädagogische Arbeit. Aber nicht nur das. Bei der Jubiläumsfeier kam sogar ein gewisser "Robin Hood des Vilstals" zu Ehren.

Bei der Feierstunde im Fürstensaal betonte Klosterdirektor Pater Christian Liebenstein: "Nur was Menschen kennen und wofür sie einen Blick haben, können sie schätzen. Und nur was sie schätzen, können sie schützen." Dafür arbeite die Umweltstation, darauf blicke das Kloster mit Freude und nicht ohne Stolz - "im Wissen, dass dies nur mit der tatkräftigen Unterstützung und dem Wohlwollen vieler möglich war".

Musikalisch gestaltet wurde die Feierstunde von Stephan Huber und Koma Lüderitz. Ute Meindl-Kett, die Leiterin der Umweltstation, führte durch deren Geschichte. "Die Saat ist aufgegangen", betonte Landrat Richard Reisinger. Das Kloster Ensdorf habe sich der Nachhaltigkeit angenommen, unabhängig davon, ob dieser Gedanke dem Zeitgeist entsprochen habe oder nicht. Er sei optimistisch, dass Kloster und Umweltstation erfolgreich weiterarbeiteten.

"Ist der Mensch die Krone der Schöpfung?", fragte Dr. Christoph Goppel vom bayerischen Umweltministerium. Er betonte: "Ihnen gelingt es, die Besucher betroffen zu machen von der Schönheit, der Befindlichkeit, aber auch der Verletzlichkeit der Natur." Das Kloster Ensdorf habe sich die beiden Schwerpunkte Umweltmanagement und Jugend gegeben, erläuterte Professor Dr. Bernhard Bleyer, Leiter des Instituts für Nachhaltigkeit an der OTH Amberg-Weiden, zur Zusammenarbeit mit der Einrichtung. "Denn innovative Lernorte sind aus der Idee entstanden, dass eine Hochschule praktische Lernorte braucht."

Nicht als Festredner, sondern als Laudator, als Sympathisant, als Mitstreiter der Umweltstation und des Klosters wollte sich Manfred Lehner verstanden wissen, der Leiter der Volkshochschule Amberg-Sulzbach. Für ihn sei das Kloster mit der Umweltstation ein Kraftort, der schon viel bewegt habe, eine Einrichtung, die mit beseelten und leidenschaftlichen Menschen viel und viele in Bewegung versetzt habe und zukunftsweisend sei. Tief stieg Lehner in die fast 900-jährige Geschichte des Klosters ein, "in dem sich 1920 die Salesianer Don Boscos niederließen".

Die Stadt Amberg habe - "zum Glück für Ensdorf" - die Chance für eine Umweltstation verpasst, blickte der Laudator zurück. Durchsetzungsfähig und hartnäckig, "fast ein wenig übermütig", habe sich Verwaltungsleiter Jürgen Zach mit seinem Team des Projekts angenommen. Zach - "diesem Robin Hood des Vilstals aus dem wilden Neunburg vorm Wald" - seien furchtlose und kampferprobte Gefährten, oft als Verrückte diffamiert, zur Seite gestanden. Sie alle hätten es als Auftrag gesehen, die spirituelle und ökologische Ethik zusammenzubringen, die Erde lebenswert zu erhalten, nicht danach zu fragen, ob sich etwas rechne.

Mehr Graswurzeln


20-jähriges Bestehen und der vor zwei Jahren vollzogene Stabwechsel an Ute Meindl-Kett, fasste Lehner zusammen, seien ein guter Anlass, Graswurzelbewegungen (wie ZEN, Ökomodellregion und Naturpark Hirschwald) wieder verstärkt Raum zu geben, neue Triebe und Knospen wachsen zu lassen. Ein gemeinsames Essen rundete die Feier ab.
Nur was Menschen kennen und wofür sie einen Blick haben, können sie schätzen. Und nur was sie schätzen, können sie schützen.Klosterdirektor Pater Christian Liebenstein
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