8. Tourismustag Bayerischer Jura bestätigt positiven Trend bei Besuchern und Umsatz
„Behalten Sie Ihre Geheimnisse für sich“

Beim Tourismus handelt es sich um eine Querschnittsindustrie, nicht nur um das Gastgewerbe.
Wirtschaft
Ensdorf
17.03.2016
69
0
 
Ohne Mut geht es in keiner Branche. Beim Tourismus im ländlichen Raum schon gar nicht.

Der Bayerische Jura ist dort, wo Bier und Wasser fließen, wo Schafherden an Wacholderheiden grasen und die Gebrüder Asam Barockkunst für die Ewigkeit schufen. Zum 8. Tourismustag Bayerischer Jura im voll besetzten Wittelsbachersaal in Ensdorf begrüßte Dr. Michael Braun, Vorstand des Tourismusverbandes Ostbayern, "alle, denen der Tourismus ein Herzensanliegen ist".

Den montangeprägten Landkreis stellte Landrat Richard Reisinger vor. Er betonte: "Wir profitieren vom Trend zum Urlaub in Deutschland mit einer Zunahme von 8,8 Prozent." Bürgermeister Markus Dollacker stellte die Gemeinde Ensdorf vor - "durch Klosteranlage mit Asamkirche, Steinbergwand und Stephansturm überregional bekannt". Von einer kontinuierlich positiven Entwicklung berichtete die Sprecherin des Arbeitskreises Bayerischer Jura, Christine Riel. Bei den Projektkosten der Leader-Kooperation Jurasteig habe man mit 98 570 Euro eine Punktlandung geschafft. Ein weiteres Schlüsselprojekt zur Profilierung als Tourismusregion sei die Leader-Kooperation Fünf-Flüsse-Radweg.

Beim Tourismus handle es sich um eine Querschnittsindustrie, nicht nur um das Gastgewerbe, betonte Michael Braun, als er im Vergleich der Zahlen von 2010 und 2015 den meist positiven Trend für den Bayerischen Jura darlegte. So sei der Brutto-Umsatz in den vergangenen fünf Jahren trotz rückläufiger Aufenthaltstage bei den Privatvermietern (jedoch großem Zuwachs bei den Tagesbesuchern) um 76 Millionen Euro gestiegen.

"Mit 436 Millionen Übernachtungen ist der Deutschlandtourismus seit Jahren eine Erfolgsgeschichte - aber nach wie vor mit zwei Geschwindigkeiten", betonte Holger Melzer von der Agentur "projekt m". Städte mit Top-Attraktionen und professioneller Anbieterstruktur könnten die größten Zuwachsraten verzeichnen. Ländliche Regionen mit Top-Naturräumen, aber geringerer Attraktionsdichte und kleinteiliger Beherbergungsstruktur verzeichneten Stagnation oder nur leichte Wachstumsraten. Trotz aller Probleme und Herausforderungen habe jedoch der Tourismus auch im ländlichen Raum Zukunft. Notwendig seien dabei Regionalität und Authentizität, Verständnis für aufgabenorientierte Netzwerkarbeit und Innovation vor allem im digitalen Bereich. Damit, so betonte er, "kann der Tourismus auch einen wesentlichen Beitrag zur Daseinsvorsorge für die einheimische Bevölkerung leisten".

Der oftmals geringen Attraktivität, der sich dadurch verschärfenden Nachfragesituation und fehlenden Investitionen stellte Melzer positive Beispiele in ländlichen Räumen gegenüber. Etwa den Einsatz neuer Ideen, eigener Markt- und Innovationsorientierung sowie den gezielten Einsatz von Regionalität zum Erhalt kleiner Hotels, auch als Perspektive für Kleinvermieter. Abschließend empfahl er digitales Marketing, betonte aber: "Behalten Sie Ihre Geheimnisse für sich - alles andere darf der Gast schon vorher wissen."
Beim Tourismus handelt es sich um eine Querschnittsindustrie, nicht nur um das Gastgewerbe.Dr. Michael Braun
Ohne Mut geht es in keiner Branche. Beim Tourismus im ländlichen Raum schon gar nicht.Holger Melzer
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.