13. Tourismustag Oberpfälzer Wald
Rolf Schrader über barrierefreies Reisen

"Ich denke nicht, dass die Oma mit ihrem Rollator Urlaub auf den Malediven macht - sondern Erholung in der Nähe sucht." Zitat: Rolf Schrader, Geschäftsführer Deutsches Seminar Tourismus
Freizeit
Erbendorf
21.10.2016
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"Reisen für alle": Das bedeutet, auch Menschen mit Behinderung, Senioren oder Familien sollen mit ihren besonderen Anforderungen komfortabel Urlaub machen können. Für sie sind detaillierte und verlässliche Informationen über die Nutz- und Erlebbarkeit touristischer Angebote eine wesentliche Grundlage für die Reise.

Rolf Schrader, Geschäftsführer des Deutschen Seminars für Tourismus (DSFT) in Berlin, stellt zum 13. Tourismustag des Oberpfälzer Waldes im Fachvortrag vor, wie barrierefreie Tourismusangebote eine Chance für die Oberpfalz sein können.

Senioren mit Rollatoren, Tagungsteilnehmer im Rollstuhl oder auch Familien mit sperrigen Kinderwägen hätten oft Probleme, auf die der Tourismusexperte eingehen möchte: "Menschen mit Behinderung oder Einschränkung nehmen unterdurchschnittlich am Reisen teil. Das wollen wir ändern und auch ihnen den Urlaub ermöglichen", erklärt Schrader.

Dazu brauche es stufenlos erreichbare Zimmer, großzügige Räume für Rollstuhlfahrer und ebenso angepasste Badezimmer. "Die Nachfrage nach Urlaub in barrierefreien Hotels ist da, der Tourismus sollte das Angebot optimieren", so der Fachreferent.

Doch warum eignet sich die Oberpfalz besonders dafür? "Die Oberpfalz ist eine gut besuchte Urlaubsregion, sehr toll gelegen und innerhalb Deutschlands gut erreichbar. Die Region ist geprägt von gutem Klima und Tradition. Das ist es, was auch Senioren suchen. Ich denke nicht, dass die Oma mit ihrem Rollator Urlaub auf den Malediven macht - sondern Erholung in der Nähe sucht", verdeutlicht Schrader.

Vorteil für die Oberpfalz


Barrierefreier Tourismus ist eines der wenigen Segmente der Branche mit Wachstum und großem ökonomischen Potenzial. Es gilt als Qualitäts- und Komfortmerkmal in Deutschland.

Obwohl die Urlaubsgäste gerne in die Oberpfalz kommen, würde ein ausgeweitetes Angebot hinsichtlich Barrierefreiheit Neukunden locken und Stammkunden binden. "Viele Besucher, die lange Jahre Urlaub in der Region machten, werden älter und erinnern sich womöglich an einen zu hohen Einstieg in die Dusche oder Zimmer, die mit dem Rollator nicht zu befahren sind", erläutert der Referent.

Seien die Konditionen angepasst, kommen die Touristen auch im Alter wieder. "Damit sich jeder Gast wohlfühlt, ob mit oder ohne Einschränkungen, muss der Ansatz für alle gestaltet werden", zeigt Schrader im Anschluss an den Vortrag und erklärt im Inklusions-Hotel "Aribo" in Erbendorf, wie man "Reisen für alle" umsetzen kann, damit sich Urlauber wohlfühlen, egal mit welchen Anforderungen.

Ich denke nicht, dass die Oma mit ihrem Rollator Urlaub auf den Malediven macht - sondern Erholung in der Nähe sucht.Rolf Schrader, Geschäftsführer Deutsches Seminar Tourismus
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