Schwarzstorch-Horste im Hessenreuther Wald besetzt - Auch Fischadler ist zurück
Freudige Blicke nach oben

Der Verein für Artenschutz und Landschaftspflege in Bayern (VLAB) ist guter Dinge, dass es auch in diesem Jahr Schwarzstorch-Nachwuchs im Hessenreuther Wald gibt. "Die beiden bekannten Horste sind besetzt", freut sich Landesvorsitzender Johannes Bradtka. Bild: exb/VLAB
Freizeit
Erbendorf
20.03.2017
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Erbendorf/Pressath. Erwartungsvoll haben die Mitglieder des neu gegründeten Kreisverbands Neustadt-Tirschenreuth des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) die Blicke gen Himmel gerichtet. Nun ist die erhoffte Meldung da: Die beiden bekannten Schwarzstorchhorste im Hessenreuther Wald sind wieder besetzt. Der Großvogel ist zurück aus seinem Winterquartier. Es kommt noch besser: Auch der Fischadler ist in den Hessenreuther Wald zurückgekehrt.

Vor allem die Landung des Schwarzstorchs im Hessenreuther Waldgebiet Silberschlag lässt die Naturschützer aufatmen. Diesen Nistplatz hatte(n) ein oder mehrere Unbekannte im Vorjahr entdeckt und mit Armbrustpfeilen beschossen. Die fünf jungen Störche, die im Horst saßen, überlebten den Angriff zwar unbeschadet, der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern erstattete aber trotzdem Anzeige gegen Unbekannt. Die Ermittlungen der Polizei verliefen im Sand. Pikant an der ganzen Angelegenheit: Genau in diesem Waldgebiet würden Investoren gerne einen Energiepark mit mehreren Windrädern errichten. "Wir gehen davon aus, dass es im Hessenreuther Wald mehr als nur die beiden bekannten Schwarzstorchhorste gibt", erzählt VLAB-Landesvorsitzender Johannes Bradtka. Für weitere Nistplätze fehle der gesicherte Nachweis.

Sicher ist, dass der Fischadler wieder im Hessenreuther Wald gesichtet wurde. "Nach einem zirka 6000 Kilometer langen, anstrengenden und gefährlichen Flug sind die Adler von ihren Winterlebensräumen in Westafrika zurückgekehrt. Fast alle zehn Bruthorste sind wieder besetzt", verkündet Bradtka.

Das Männchen im Hessenreuther Wald habe seinen letztjährigen Horst ebenso wieder bezogen wie das im Waldnaabtal, freut sich der Erbendorfer. Er sieht darin auch eine Verpflichtung seines Verbands, weiter gegen Windräder zu kämpfen. "Sie zählen mit zu den größten Gefahren für die Vögel. Bereits der Verlust einzelner Tiere kann die bayerische Population gefährden", warnt der Erbendorfer. Nach der Roten Liste Bayern, Stand 2016, gelten Fischadler als vom Aussterben bedroht.
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