Uhren-Sonderausstellung im Heimat- und Bergbaumuseum
Der Ruf des Kuckucks

Museumsleiter Manfred Klöble (links) bedankte sich bei Uhrensammler Klaus Schmidt. Er stellt 50 edle Stücke für eine Ausstellung zur Verfügung. Die Schau läuft noch bis Juni. Bild: njn
Freizeit
Erbendorf
16.02.2016
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Klaus Schmidt hat eine große Leidenschaft: Er sammelt Uhren. Über 50 Exponate zeigt der Erbendorfer jetzt im Heimat- und Bergbaumuseum. Doch er stellt die guten Stücke nicht nur zur Verfügung, er weiß auch eine Menge darüber zu berichten.

"Kuckuck, Kuckuck." So schallte es bei der Eröffnung der Uhren-Sonderausstellung durch das Heimat- und Bergbaumuseum. "Meine Leidenschaft erstreckt sich auf das Sammeln von Uhren deutscher Manufakturen", sagte Sammler Klaus Schmidt, der die Schau ermöglicht, bei der Ausstellungseröffnung.

Seit 25 Jahren Sammler


"Ich lege vor allem Wert auf Uhren mit Holzgehäuse, so wie sie eben früher in den Wohnungen überwiegend zu finden waren." Die meisten Uhren stammen aus dem Schwarzwald. Sie gehören in die Zeit von 1860 bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Tisch- und Wanduhren erlebten ab dem 17. Jahrhundert ihre Blüte. Neben Holzräder- und Eisenräder-Uhren kamen im 18. und 19. Jahrhundert Messingräder-Uhren in Mode. "Früher konnten die Menschen bei Nacht nicht so einfach das Licht einschalten", erläutert der Sammler. "Um dennoch zu wissen, wie viel Uhr es war, wurden die Uhren mit Schlagwerk versehen." Sie schlugen zu jeder Viertelstunde und jeder vollen Stunde.

Seit gut 25 Jahren sammelt der Uhren-Fan vor allem Stand-, Wand- und Tischuhren. Auf der Suche ist er im Internet und natürlich auf Trödelmärkten. "In der Ausstellung ist eine wunderschöne Wandbilduhr aus dem 19. Jahrhundert mit aufziehbarer Spieluhr, die ich zwischen Trödel- und Tand für wenig Geld fand", erzählt Schmidt begeistert.

Hellseherische Kräfte


"Dem Kuckuck werden wahrsagerische Kräfte nachgesagt. Manch einer glaubte früher, dass die Anzahl seiner Rufe die Lebensjahre voraussagt oder die Jahre bis zur Hochzeit", weiß Schmidt. "Das kein anderes Tier hinter der Klappe in die Uhren einzog, hat eine simple Erklärung: Der Ruf des Kuckucks ist leicht zu erzeugen." Über den zwei Pfeifen im Innern der Uhr sind kleine Blasebälge angebracht, die durch ein Rad des Schlagwerks angehoben und mit Luft gefüllt werden. "Wenn die Blasebälge durch ihr Eigengewicht kurz nacheinander in sich zusammen fallen, strömt die Luft durch zwei Lippenpfeifen nach außen und es erklingt das berühmte 'Kuckuck'."
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