Gute Leistungen des Bundeswettbewerbs Ökologischer Landbau 2016
"Überzeugungstäter und Pionier"

Josef Schmidt nahm die Jury mit auf einen Ausflug durch den Steinwald. Beeindruckt waren die Gäste vom Rotvieh, das im Wald auf einer Wiese weidet. Bilder: juh
Kultur DE/WELT
Erbendorf
25.08.2015
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Bauer Josef Schmidt und seine Partnerin Andrea Steinkohl sind die einzigen Biomohn-Bauern in Bayern.

"Maximal kreativ, authentisch, super innovativ" urteilt die Experten-Jury des Bundeswettbewerbes Ökologischer Landbau 2016 bei ihrem Besuch auf der Grenzmühle einstimmig. Bio-Landwirt Josef Schmidt schaffte es von 59 Bewerbern unter die besten fünf. Den drei Erstplatzierten winken 22.500 Euro Preisgeld.

Für Josef Schmidt ist nachhaltige ökologische Bewirtschaftung nicht nur eine Aufgabe, es ist eine Philosophie, eine Lebensart. "Deshalb habe ich mich für diesen Wettbewerb beworben. Ziel ist es, unsere Region zu vermarkten und gleichzeitig andere Betriebe zu motivieren, nachhaltig zu arbeiten." Sein Konzept überzeugte. Mit Partnerin Andrea Steinkohl schaffte er es bei 59 teilnehmenden Betrieben unter die besten 5.

Experten-Jury aus Berlin

Am Dienstag reiste eine Experten-Jury aus Berlin an, um sich für die endgültige Entscheidung ein Bild von der Grenzmühle zu machen. Mit den Worten "Es ist mir eine Ehre, unter den letzten fünf Bewerbern zu sein", begrüßte Schmidt Christina Zurek vom Ökomarktverein, Florian Schöne vom Naturschutzbund Deutschland, Professor Jürgen Hess, Forscher und Hochschullehrer an der Universität Kassel und Anton Schreiber, als Landwirt der Praktiker des Teams. Begleitet wurden sie von einem Kamerateam und Vertretern des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

"Mit dem Konzept der Ökomodellregion sind wir über die Grenzen des Steinwalds hinausgegangen", betonte Robert Mertl, Vertreter des Naturparks Steinwald, bevor sich Schmidt mit der Jury zu einer Rundfahrt durch aufmachte. Erste Station war das etwa einen halben Hektar große Biomohn-Feld. Seit vier Jahren baut Schmidt die Pflanze an. Mittlerweile habe er feste Abnehmer. Die Jury stellte Fragen zu Anbau und Vermarktung. "Wenn man Mohn sät, braucht man Glück und Gottvertrauen", erklärt Schmidt. Die Bedingungen und die Regenmenge müssen genau passen.

Hohe Nachfrage

"Wir wollen die Anbaufläche auf zwei bis drei Hektar ausbauen, die Nachfrage ist gut." Da einige Menschen Mohn mit Drogen verbinden, brachte Schmidt Hinweisschilder mit Erklärungen und seiner Zulassungsnummer am Feld an.

Anschließend machte sich die Gruppe auf zu einer Wiese im Wald, auf der seltenes Rotvieh weidet. Dort hieß es für die Jury: Nicht nur anschauen, sondern Kontakt aufnehmen. Inmitten der Rinder erklärte Schmidt sein Konzept der Mischbeweidung. Schmidt präsentierte den Jurymitgliedern auch seine Thüringer-Wald-Ziegen. "Die sollen den Erlenwald rund um unsere Wiesen in den Griff bekommen. Das ist eine weitere Beweidungsart, die wir betreiben." Gleichzeitig bestaunten die Besucher Schmidts preisgekrönte Wiesen.

Ökologische Nachhaltigkeit

"Unsere Entscheidung, Josef Schmidt unter die besten Fünf zu wählen, hat sich heute absolut bestätigt", betont Jury-Vorsitzender Jürgen Heß. "Es ist beeindruckend, wie er es schafft, seine nachhaltigen Konzepte so kreativ umzusetzen. Ich bin begeistert, wie er Waldlichtungen in seine Beweidung einbezieht." Zudem überzeugte der Mohnanbau und die ökologische Nachhaltigkeit, die Schmidt verfolgt - "ein in sich stimmiger Kreislauf".

Auch die Person Schmidt begeisterte. "Er ist maximal kreativ, Überzeugungstäter, Pionier und unheimlich authentisch. Man muss ihn nur antippen, und Ideen und Gedanken sprudeln heraus", betont Heß. "Ein Schatz für den Steinwald und die Region." "Unter die ersten Drei zu kommen, wäre eine riesige Anerkennung für unsere Arbeit. Wir sind aber stolz, überhaupt so weit gekommen zu sein." Der Wettbewerb setze Zeichen für Nachhaltigkeit. "Es ist schön, ein Teil davon zu sein", resümiert Schmidt.
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