Behinderung ist ganz normal

Parcours der Sinne: Hier mussten die Schülerinnen Gerüche wiedererkennen - was sich als gar nicht so einfaches Unterfangen herausstellte.
Kultur
Erbendorf
14.05.2016
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"Menschen mit Behinderung sind ganz normal." Diese banale Erfahrung machten die Mädchen und Buben der Mittelschule Erbendorf bei einem Projektnachmittag zum Thema "Inklusion".

Mit welchen Schwierigkeiten aber Leute mit Handicap im täglichen Leben oftmals konfrontiert sind, konnten die Sechstklässler am eigenen Leib erleben. Angeboten wurde der etwas andere Unterricht von Mitarbeitern der "Offenen Hilfen" des HPZ Irchenrieth und der "Offenen Behindertenarbeit" und dem "Netzwerk Inklusion" der Lebenshilfe Mitterteich.

Den Einstieg in die Thematik machte Lehrer Bernhard Reis, der den Kindern einen Dokumentarfilm über eine Mutter zeigte, die zwei behinderte Kinder hat. Die Schüler sprachen auch über eigene Erfahrungen und über die Ursachen des Problemfelds. Spielerisch lernten die Kinder, sich in Menschen mit Behinderung hineinzudenken. In einem "Parcours der Sinne" simulierte eine undurchsichtige Brille eine Sehbehinderung. Darum musste man sich nur auf das Gehör, den Tast- und Geruchssinn sowie auf die Schulkameraden verlassen. An Stationen versuchten sie allein durch den Tastsinn Figuren zu erkennen, verschiedene Gerüche wiederzuerkennen oder bei einem Memory-Spiel Oberflächen und Strukturen zu erfühlen. An einer anderen Station mussten sich die Schüler "blind" einen Ball zuwerfen.

Einzige Orientierung war ein kleines Glöckchen im Inneren des Balles. Blind vertrauen musste man dem Schulkameraden, beim Gang mit verbundenen Augen durchs Schulhaus. Dass selbst eine niedrige Bordsteinkante für einen Rollstuhlfahrer ein unüberwindbares Hindernis darstellen kann und wie man selber behinderten Menschen helfen kann, erfuhren die Kindern auf dem Hindernisparcours im Pausenhof. Den Sechstklässlern machte dieser Selbsterfahrungstrip im Rolli sichtlich Spaß.

Schulleiter Peter Preisinger zeigte sich überzeugt, dass seine Schützlinge durch den Projektnachmittag sehr viel an sozialer Kompetenz hinzugelernt haben. Inklusion sei an der Erbendorfer Grund- und Mittelschule kein Fremdwort. Er weiß, "dass Kinder - anders als Erwachsene - unbefangener mit dem Thema umgehen".

Und diese Aussagen bestätigen auch die Sechstklässler selbst: ""Wir haben gelernt, dass man Behinderte wie erwachsene, normale Menschen behandeln soll."
Kinder gehen - anders als Erwachsene - unbefangener mit dem Thema Behinderung um.Rektor Peter Preisinger
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