Danke für die Musik
Oberpfälzer Stimmgewalt

Voll besetzt war die Stadthalle beim Chorabend des Sängerkreises Nord-Oberpfalz. Das Konzert bewegte das begeisterte Publikum. Bilder: njn (3)
Kultur
Erbendorf
04.05.2016
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Die Chöre des Sängerkreises Oberpfalz Nord traten auf die Bühne der Erbendorfer Stadthalle. Anlass war die Verabschiedung des Vollblutmusiker Josef Härtl aus Krummennaab. Kreischorleiter Richard Waldmann stimmte eine Lobeshymne auf den Gruppenchorleiter an.

Mit dem "Fest der Freude" von Marc-Antoine Charpentier eröffnete der Teenie-Junger-Chor Wiesau unter der Leitung von Christa Holm den Abend. "Ein Ausklang für einen musikalischen Menschen", kommentierte der Vorsitzende des Sängerkreises Wiesau, Stefan Werner, das Ereignis, bei dem der langjährige Gruppenchorleiter des Sängerkreises im Mittelpunkt stand.

Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler. Er war sich schon vorneweg sicher, dass es ein "vielversprechender unterhaltsamer Abend" wird. Für die Stadt Erbendorf hieß zweiter Bürgermeister Johannes Reger die knapp 200 Sänger und Sängerinnen in zehn Chören aus der nördlichen Oberpfalz willkommen.

Alt und modern


Kreischorleiter Richard Waldmann führte durch das bunte Programm. Von altbekannter Chorliteratur bis zu modernen Sätzen. Im ersten Teil des Konzerts sang die Chorgemeinschaft Erbendorf-Wiesau unter der Leitung von Elisabeth Liedl "Seid willkommen in der Runde" von Heinz Lemmermann. Neben den Wolkenliedern nach Gedichten von Hermann Claudius, die Erhard Raubuch komponierte, brachte der gemischte Chor den Abendsegen von Theodor Cursch-Bühren zu Gehör.

Der Männergesangverein Friedenfels unter der Leitung von Horst Straub sang vom Zauber der Musik von Manfred Bühler und das überlieferte Steinwalddörflein. An moderne Chorliteratur wagten sich die Sänger mit dem für die Jahreszeit passenden Lied "Im Mai" von Andrea Jürgerns. Zurück in die österreichisch-ungarische K&K-Zeit versetzt fühlten sich die Zuhörer bei den "Wiener Spezialitäten" der Chorgemeinschaft Krummennaab/Thumsenreuth. Mit Josef Härtl am Klavier und unter dem Dirigat von Helmut Wolf waren unter anderen der Radetzky-Marsch, Wien bleibt Wien und "Wie mei Ahnerl 20 Jahr" zu hören.

Tulpen aus Amsterdam


Der Musik des 20. Jahrhunderts widmete sich der Gemischte Chor aus Grafenwöhr unter der Leitung von Bernhard Greiner. Mit Begleitung am Klavier durch Christian Baumann sangen sie "Nimm dir Zeit zu leben" von Alex Link sowie zwei richtige Evergreens mit "Tulpen aus Amsterdam" und " Caprifischer."

"Morning has broken" nach einer irischen Weise ließ der Gesangverein 1930 Schönhaid unter der Leitung von Gottfried Hofmann erklingen. Auf "Ein bunter Strauß" von Hans-Günther Becker sang der Männerchor den immer noch bekannten Schlager aus den 1950er Jahren "Seemann, deine Heimat ist das Meer." Den Chor begleitete Manfred Riedl am Klavier.

Der Sängerbund Kulmain unter Stabführung von Andrea Kraus und Alexander Hecht am Klavier brachten "Die launige Forelle" von Franz Schubert in vier Variationen exzellent zu Gehör. Auch beim Volkslied "Der Schneider Jahrtag" aus dem 18. Jahrhundert folgte der reine Männerchor bis aufs letzte Staccato seiner jungen und schwungvollen Chorleiterin.

"Die Gedanken sind frei" und "Thank you for the music" gab während des zweiten Konzertteils der Teenie-Chor aus Wiesau zum Besten. Mit traditioneller Männerchorliteratur wartete anschließend der Männergesangverein 1886 Tirschenreuth unter der Leitung von Horst Schultes. Zuerst brachten sie Johannes Brahms "Ungarischer Tanz Nr. 6" und dann "Im Frühling" von Mozart zu Gehör. Den Abschluss ihrer Gesangseinlage bildete " Vincinó mare" vom Peter Brettner. Der gemischte Chor "Music&More" unter der Leitung von Kathrin Filbinger feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Beim Konzertabend in der Stadthalle sangen sie den "Sommarpsalm" von Waldemar Ahlen sowie Eichendorffs "In einem kühlen Grunde" nach einem Satz von Max Reger. Ihre gesanglichen Qualitäten zeigte der Chor in "Ungaresca" aus der Orgeltabulatur von Jacob Paix mit "Pandur."

Auch Udo Jürgens


Bevor der Männergesangverein Mitterteich unter der Leitung von Eduard Bauer das Beste aus den Hits von Udo Jürgens sangen, galt der Dank von Kreischorleiter Richard Waldmann dem Mann, zu dessen Ehren der Konzertabend stattfand: Josef Härtl. Stefan Werner von der Sängergruppe Wiesau würdigte ihn als einen Mann der Musik. "Als Lehrer an der Realschule brachte er den Lehrerchor sowie den Schulchor hervor."

Als Organist und Pianist sei Härtl ein gefragter Mann. "Stellvertretend für die vielen Gruppen und Chöre möchte ich Sing Out nennen, die er mitgegründet hat, wo er mitgesungen und mitgespielt sowie viele Arrangements geschrieben hat. "Nun verabschiedet sich unser Josef Härtl in acht Wochen in den wohlverdienten Ruhestand", merkte Werner an. Damit werde auch ein Wohnsitzwechsel einhergehen. "Ihn zieht es in sein Lieblingsurlaubsland Dänemark." Als Dankeschön für sein Wirken überreichten Vorsitzender Werner und der Kreischorleiter an Härtl einen auserlesenen Geschenkkorb.

"Danke für die Musik", sagte Härtl zum Liederabend. "Ich sage auch danke allen, die mit mir schon Musik gemacht haben. Danke."
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