Richtiger Riecher

Kultur
Erbendorf
29.10.2016
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Exotisch, erotisch, makaber und traditionell. So könnte man eine ungewöhnliche Sammlung von Schnupftabakdosen umschreiben, die demnächst im Heimat- und Bergbauern-Museum zu sehen sein wird.

Die Sonderausstellung beherbergt weit über 100 Exponate aus der ganzen Welt. Unter dem Motto "Schnupftabakdosen und mehr" gibt es auch viele historische Bier-Zinndeckel zu bestaunen. Den Schnupftabak verwendeten mittel- und südamerikanische Kulturen übrigens schon lange vor dessen Einführung in Europa. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts brachte Jean Nicot, ein französischer Gesandter, Tabakblätter und -saat nach Frankreich. Erste und berühmteste Schnupferin war wohl die französische Königin Katharina von Medici, die das Pulver gegen Kopfschmerzen und Migräne konsumierte.

Die erste deutsche Schnupftabakfabrik entstand 1733 in Offenbach am Main. Anfänglich wurde das Genussmittel in Form von Bändern verkauft. Erst im 18. Jahrhundert setzte sich der Verkauf von Pulver durch. Damit wurde ein neues Gewerbe begründet, die Herstellung von einschlägigen Behältnissen.

"Schnupftabakdosen aus Kunststoff, Horn, Metall, Holz, Porzellan und Glas können bei der Sonderausstellung im Museum bestaunt werden", kündigt Leiter Manfred Klöble an. Die Vielzahl von Formen ist beeindruckend. Rund, eckig, oval oder auch einmal in Form eines Sarges, der mit einem Kreuz versehen ist. "Dieses Stück stammt aus Asien", weiß Klöble.

Einen großen Teil der Ausstellung nehmen Schnupftabakdosen aus farbigem Kristallglas ein sowie die im Bayerischen gebräuchliche Porzellanschnupftabakdosen. "Viele davon haben als Verschluss noch den Original Haarbüschel mit Nasenwedeln drauf", so der Museumsleiter. Auch erotische Unikate finden sich in der Ausstellung. "Dies soll aber die Besucher selbst herausfinden."

Neben den Schnupftabakdosen aus aller Welt runden Zinndeckel die Sonderausstellung im Museum ab. "Hier haben wir auch einige bemerkenswerte Exponate mit eingravierten Namen und Nummern aus dem 19. und 20. Jahrhundert." Die Sammlung hat über Jahrzehnte hinweg der verstorbene Museumsleiter Joe Heinl zusammengetragen. Er war ein leidenschaftlicher Schnupfer und Sammler. Einen besonderen Dank spricht Klöble dessen Ehefrau Irene Heinl aus, die die Sonderausstellung erst ermöglichte.

Geöffnet ...... ist die Sonderausstellung "Schnupftabakdosen & mehr" erstmals am Sonntag, 13. November, von 14 bis 16 Uhr. (njn)
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