Allianz für den Steinwald

Das "Kernwegenetz" in der Region stellte Bürgermeister Günter Kopp aus Kulmain in der Stadthalle von Erbendorf vor. Bild: njn
Lokales
Erbendorf
02.04.2015
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Egal ob Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept (ILEK), Investitionen in Wachstum und Beschäftigung, Interkommunales Kernwegenetz oder demografische Modelle im ländlichen Raum: Der kommunale Zweckverband "Steinwald-Allianz" ist vorne mit dabei.

Über den Stand der einzelnen Projekte informierte eine Tagung in der Stadthalle. Bauoberrätin Huberta Bock vom Amt für ländliche Entwicklung in Tirschenreuth unterrichtete die Stadt-, Gemeinde- und Markträte der 16 Mitgliedsgemeinden des Zweckverbandes über das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept Steinwald 2020 (ILEK), das bereits 2005 erstmals erarbeitet und jetzt der Zeit entsprechend überarbeitet wird.

"Vieles wurde durch das ILEK Steinwald bereits umgesetzt", konnte die Projektleiterin mitteilen. Ein Handlungsfeld sei die Verbesserung der Zusammenarbeit auf Verwaltungsebene. Dabei nannte sie als Beispiele die Zusammenlegung der Standesämter oder die Einrichtung von Koordinierungsstellen für bestimmte Bereiche, wie EDV oder Rechtsfragen. "Die Erarbeitung kooperativer Ansätze für ein gemeinsame städtebauliche Entwicklung und Dorfentwicklung gehört ebenso in diesen Bereich." Weitere Handlungsfelder sind Ortsentwicklung, Daseinsvorsorge und Soziales. "Ziele sind hier die Förderung der Vitalität und Attraktivität der Ortskerne oder auch die Entwicklung des regionalen Wir-Gefühls", so Bock. Auch der Erhalt und die Stärkung der Nahversorgungsangebote in den Ortskernen sowie die Vernetzung der Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit gehören nach ihren Worten dazu.

Leuchtendes Beispiel

In einem weiteren Handlungsfeld werden die ökonomische Entwicklung mit dem Ziel der Förderung und Vernetzung regionaler Unternehmen und die Verbesserung der Vermarktung regionaler Produkte untersucht. Nicht zuletzt gehört nach ihren Worten als weiteres Feld die Touristische Weiterentwicklung zum Konzept. "Die Konzepte des ILEK werden mit Leben gefüllt und weitergeführt", bestätigte Bock. Neue Ziele und Maßnahmen werden laufend mit eingearbeitet. "Die Steinwald-Allianz steht leuchtend da", sagte die Bauoberrätin abschließend.

"Ohne Visionen können wir uns nicht entwickeln." Mit diesen Worten stellte Fuchmühls Bürgermeister Wolfgang Braun den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) vor. Für das neue EFRE-Förderprogramm Investitionen in Wachstum und Beschäftigung Bayern 2014 bis 2020 haben sich nach seiner Aussage alle 16 Mitgliedskommunen für das Auswahlverfahren beworben. "Insgesamt stehen 156 Millionen Euro im bayerischen Staatshaushalt zur Verfügung", so Braun. Für die Bewerbung sei das IRE-Programm (Integrierte Räumliche Entwicklungsmaßnahmen) erforderlich, das sich an der Sicherung und Verbesserung der Lebensgrundlagen in der Region orientiere. Bei zahlreichen Sitzungen sei bereits Handlungsbedarf festgestellt worden. Dieser reicht von Innenentwicklungspotenzialen über Quartiere mit Integrationsbelastungen, dem Energiebereich, Kultur- und Naturerbe bis zur Schaffung und Optimierung grüner Infrastruktur sowie wirtschaftsstruktureller Entwicklung.

Bürgermeister Braun zählte die Bewerbungen der einzelnen Kommunen mit ihren Inhalten auf. So steht in Brand die Revitalisierung des Freibads, die ehemalige Gaststätte Goldener Hirsch und die Nahwärmeversorgung auf der Agenda. Ebnath möchte das alte Schulhaus revitalisieren und eine Optimierung der Ortsmitte erreichen. Die Erforschung der Geothermie sowie Modernisierung und Sanierung des Freizeitzentrums steht für Erbendorf auf dem Programm.

Für Generationen

Das Freibad und das Lehrerwohnhaus soll in Friedenfels saniert werden. Den Rückbau der Wohnanlage am Schloss, die Errichtung eines Mehrgenerationenhauses und die Erweiterung der Hackschnitzelanlage am Markthaus sind in Fuchsmühl vorgesehen. Einen Energetischen Sanierungsbedarf sieht Immenreuth beim Rathaus und Kastl beim Rathaus, Bauhof und Feuerwehrhaus. Kemnath möchte die Nahwärmeversorgung Waldeck sowie den Nahwärmeverbund Kommune/Industrie voran bringen. Die Verlagerung des Bauhofs und die Erweiterung des Nahwärmenetzes sowie die Revitalisierung der ehemaligen Gaststätte "Lehner" sind Anliegen in Krummennaab. Die energetische Sanierung des Haus des Gastes sowie die Gestaltung des Dorfplatzes sind in Kulmain Favoriten. In Neusorg soll das Media-Gelände aufgewertet werden sowie der historische Bahnhof erhalten beziehungsweise das Umfeld revitalisiert werden.

Über 74 Millionen

In Pullenreuth steht die Sanierung der Gemeinschaftshalle auf dem Programm. Die energetische Sanierung des Mehrzweckgebäudes, der Rückbau des Gasthof Schießl mit Aufwertung des Ortskerns und die Reaktivierung des Bahnhofsgeländes sind die Planungen in Reuth bei Erbendorf. Revitalisiert werden sollen nicht zuletzt in Waldershof die Porzellanbrache Rosenthal und in Wiesau der Bahnhof mit Umfeld.

"Die 29 Projekte haben eine Investitionsvolumen von 74,5 Millionen Euro und sollen im den kommenden fünf Jahren umgesetzt werden", sagte Bürgermeister Braun abschließend.

Das interkommunale Kernwegenetz stellte Bürgermeister Günter Kopp aus Kulmain vor. "Alleine kann man nichts ausrichten", stellte er zu den meist 30 bis 40 Jahre alten landwirtschaftlichen Wegen fest. Im Rahmen der ILE Steinwald soll ein multifunktionales Wegenetz entstehen, das sowohl der Land- und Forstwirtschaft als auch der Freizeit und dem Tourismus diene. Bürgermeister Ludwig König aus Brand referierte über "Demografische Modelle im ländlichen Raum." Entwicklungsziele beziehen sich auf die ärztliche Versorgung, ungenutzte Flächen, Leerstand, Kleinhandel, Betreutes Wohnen und bürgerliches Engagement. König räumte ein, dass bei der Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung die lokalen Handlungsspielräume begrenzt seien.
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