"Auf einem guten Weg"

Lokales
Erbendorf
03.03.2015
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"In den bayerischen Wäldern wird seit Jahrzehnten eine ordentliche Arbeit gemacht. Dass ist eine Anerkennung für alle Waldbesitzer." Dieses Lob kam von Forstdirektor Johann Weber in der Generalversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Neustadt-Nord in der Stadthalle.

Schatzmeister Hans Neuber sprach im Kassenbericht von einem Gesamtumsatz von 2,5 Millionen Euro. Auf der Tagesordnung der Generalversammlung stand neben dem Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden Sebastian Scharnagl auch die Bilanz von Geschäftsführer Andreas Punzmann (der NT berichtete). Die Versammlung genehmigte den Haushalt mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 85 000 Euro.

Mit Rat und Tat

In seinem Grußwort stellte Forstdirktor Johann Weber fest, dass die Forstbetriebsgemeinschaft gute Zahlen erwirtschaftet hätte. "Es ist wichtig, im Wald tätig zu sein", betonte er. In seinen Ausführungen ging Weber auf das Ziel der bayerischen Forstpolitik ein, naturnahe geschmischte Wälder zu schaffen. "Dafür stehen wir den Waldbesitzern mit Beratungen und Förderprogrammen zur Seite."

Der Forstdirektor hob die neuen Förderungen in der Waldbewirtschaftung hervor, die für viele interessant seien. Der Erfolg sei an den zahlreichen Förderanträgen messbar. Den Mitgliedern der FBG zeigte Weber die drei Förderbereiche auf. Neben Pflanzmaßnahmen gebe es bei der Pflege von Jung-Beständen unter anderem 400 Euro pro Hektar. Ein dritter Bereich sei die Förderung der Naturführung, die mit 1000 Euro pro Hektar gefördert werde. "Das ist ein Stück Anerkennung für die naturnahe Verjüngung", so Weber.

Weiter ging Forstdirektor Weber auf das Naturschutzjahr 2015 ein, das als Kampagne vom bayerischen Staatsminister Helmut Brunner gestartet worden sei. Er erwähnte den Begriff "integrierte Forstwirtschaft", die er mit "nützen und schützen der Wälder" umschrieb. Er stellte fest, dass Bayern in Deutschland in Sachen Forst einen eigenen Weg fahre. "Wir führen keine Stilllegung von Wäldern durch, sondern wir wollen sie bewirtschaften und Naturschutz betreiben."

Nach Weber zeigen die Ergebnisse der Bundeswald-Inventur, dass Bayern seit Jahrzehnten ordentliche Arbeit geleistet habe. "Unsere Wälder sind vorratsreif, die Zuwächse sind hoch und durch die Naturführung werden die Wälder gemischter", so der Forstdirektor. "Wir sind auf einem guten Weg und durch unsere Nutzung und Pflege für die nächsten Jahrzehnte gewappnet."

Josef Fütterer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes im Landkreis Neustadt, hob die Zusammengehörigkeit zwischen Bauernverband und Forstbetriebsgemeinschaft hervor. "Es ist auffallend, dass in den vergangenen Jahren das Bewusstsein der Privatwaldbesitzer steigt, die eigenen Wälder zu nutzen."

Zum Thema Energie aus Holz stellte Fütterer fest, dass immer mehr Hackschnitzelheizungen eingesetzt werden. "Dadurch wird die Land- und Waldwirtschaft gestärkt", stellte er fest. "Mit Öl finanzieren wir die Ölscheichs, mit Gas Putin und mit Holz, in welcher Form auch immer, bleibt die Wertschöpfung in unserer Region."

Schnell vermarkten

"30 Millionen Euro Umsatz bei 600 000 Festmetern Holz, damit ist die Forstwirtschaftliche Vereinigung Oberpfalz (FVO) die größte Holzvermarktungs-Plattform Deutschlands." Das stellte der dritte Vorsitzende der FVO, Hans-Peter Lang, fest. Nirgends auf der Welt werde für einen Fichtenstamm so viel gezahlt wie bei uns. Lang rief dazu auf, dass Waldbesitzer ihr Holz jetzt vermarkten müssen. "Holz wird im Wald nicht mehr wert, wenn die Kernfäule kommt."

Abschließend bat Lang die Mitglieder, sich aufgrund der Natura-2000-Verordnung zu informieren, ob eigene Grundstücke betroffen seien. Von Flächenstilllegungen hält Lang nichts. "Wir wissen, wie wir unseren Wald bewirtschaften."

Bürgermeister Hans Donko hob Wichtigkeit der Forstbetriebsgemeinschaft hervor. "Der Wald ist ein prägendes Merkmal unserer Heimat", stellte er fest. Die Holzvermarktung betreffe auch Kommunen. Er merkte an, dass die Stadt Erbendorf über rund 180 Hektar Waldbesitz verfüge.
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