"Braune Tonne" im Anmarsch

Lokales
Erbendorf
17.06.2015
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Einen weiteren Standort zum Entsorgen kleiner Mengen Grüngut wird es zum Bedauern der SPD nicht geben. Die Stadt plant jedoch die Einführung einer neuen Berechtigungskarte für Öko-Abfälle bis zwei Kubikmeter für Schadenreuth. Des Weiteren könnte die "Braune Tonne" für Biomüll kommen.

Ein Antrag der SPD-Fraktion brachte das Thema Grüngutentsorgung im Stadtgebiet auf die Tagesordnung des Gremiums. Zahlreiche Bürgerwünsche waren laut geworden. So wurde unter anderem die weite Anfahrt zur Bauschuttdeponie in Schadenreuth sowie der schlechte Zustand des dortigen Weges bemängelt. Vor allem ältere Mitbürger mit Kleinmengen wünschen sich eine innerstädtische Lösung.

In ihrem Antrag forderte die SPD-Fraktion eine weitere Annahmestelle für Grüngut und -abfälle mit einer Kleinmenge bis zu zwei Kubikmetern im städtischen Bauhof. Des Weiteren soll eine "Grüngut-Karte" in Form einer Berechtigungskarte mit Adresse für eine jährliche Gebühr von 30 Euro eingeführt sowie die Öffnungszeiten aufgrund der weiteren Annahmestelle im Bauhof geändert werden.

Defizit zu hoch

Bürgermeister Hans Donko führte aus, dass die Deponie bei Schadenreuth auch von zahlreichen Unternehmern genutzt werde. Deshalb seien gerade bei schlechter Witterung die Wege-Verhältnisse auf dem Betriebsgelände nicht die besten. Donko merkte aber an, dass Nachbesserungen immer wieder erfolgen. Ein Problem sah Donko allerdings bei zwei Grüngutstandorten. "Denn schon die Bauschuttdeponie alleine arbeitet bei Weitem nicht kostendeckend", so der Rathauschef. So sei im Jahr 2014 ein Defizit von über 27 000 Euro angefallen. Präziser wurde Donko beim Grüngut. "Den Ausgaben für Containermiete, Abfuhr und Entsorgung von knapp 5000 Euro stehen Einnahmen von rund 1800 Euro gegenüber." Die Personalkosten seien hier noch nicht einmal berücksichtigt. "Es sollte immer das Bestreben sein, eine möglichst bürgernahe Lösung zu finden", so Bürgermeister Donko. "Allerdings müssen alle Leistungen finanzierbar bleiben." Bei dieser Gelegenheit brachte er auch die "Braune Tonne" für Biomüll ins Gespräch. Diese sei gerade für Bürger mit Kleinstmengen an Grüngut interessant.

Für einmal fünf Euro

Als Antwort zum Antrag der SPD schlug Bürgermeister Donko ein Drei-Punkte-Programm vor. So sollen die Betriebszeiten der Deponie sowie der Betriebsablauf einer Prüfung unterzogen werden. Des Weiteren wird eine Berechtigungskarte für eine jährliche Gebühr von 30 Euro eingeführt, die zur Ablagerung von Grüngut bis zwei Kubikmeter berechtigt, wobei die bisherige Regelung für einmalige Anlieferungen mit fünf Euro pro halbem Kubikmeter beibehalten wird. Drittens will die Stadt beim Landkreis den Antrag für die "Braune Tonne" stellen.

"Richtiger Schritt"

CSU-Fraktionsvorsitzender Johannes Reger plädierte, dass es keine Mehrbelastung für den Bauhof geben dürfe und bezeichnete die "Braune Tonne" als Fortschritt. "Wir denken in die gleiche Richtung", stellte SPD-Sprecher Klaus Gredinger fest. Seine Fraktion könne sich dieser Lösung anschließen. Als "richtigen Schritt" wertete der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Bernhard Schmidt, den Vorschlag Donkos.

Nicht zuletzt CWL-Fraktionsvorsitzende Sonja Heindl begrüßte das Ergebnis. "Auch wir sind für die bürgernahe Karte." Die gegenwärtige Situation der Deponie in Schadenreuth müsse aber genau analysiert werden. Die Braune Tonne ist eine Superidee." Einstimmig folgte der Stadtrat dem Vorschlag des Bürgermeisters.
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