Bruno Jonas erklärt in Erbendorf die Zusammenhänge der Menschheitsentwicklung - Von ...
Der Unterschied zwischen Sokrates und einem Affen

Lokales
Erbendorf
28.10.2015
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Zwischen den Büsten von Sokrates und dem Affen Willi präsentierte Bruno Jonas sein Programm "So samma mia." Voll besetzt war der Saal der Stadthalle, als der Altmeister der Kabarettszene die spärlich bestückte Bühne betrat. Jonas spürte sofort das "Welcome-Feeling" im Saal. "Mich wundert's, dass wir hier reinkommen durften, denn normalerweise kommst du in eine Halle, vollbelegt mit Flüchtlingen - aber bei euch?"

Wenn's Eisbärli stirbt?

Verbale Zielscheiben waren Merkel, Gabriel, "Vollhorst" Seehofer und Putin - und die Sozis. "SPD-Mitglieder? Es gibt noch welche", bestätigte Jonas. Denn schließlich sei Kabarett die Fortsetzung der SPD mit satirischen Mitteln. Natürlich kamen die Grünen auch nicht zu kurz. "Sie sind gut. Sie gehen bereits in Richtung Religionsgemeinschaften. Sie setzen sich ein, wenn ein Eisbärli stirbt und rufen auf, keinen Thunfisch mehr zu essen, weil er am Aussterben ist. Ich mag ihn aber so gern", bekannte Jonas. "Drum hab ich mir gedacht, den ess' ich so lang, bis er ausgestorben ist."

Der traumatisierte Passauer thematisierte auch die derzeitige Flüchtlingspolitik. In Syrien sollten die Europäer aufräumen, denn die Amerikaner hätten bereits so viel Freiheit und Frieden in andere Länder gebracht. In Sachen Asylsuchende vom Balkan hatte Jonas eine Idee: "Montenegro, Albanien und Kosovo werden einfach neue Bundesländer, dann brauchen die Menschen nicht mehr weg, weil sie schon da sind." In Bayern sei alles gut, da herrsche Ordnung und keine Korruption. Deshalb solle die CSU im Kosovo für politische Ordnung sorgen nach bayerischem Muster und mit Söder als Ministerpräsident."Einen Seitenhieb kam in Sachen Wiedervereinigung. "Die war nicht vernünftig - aber Spaß hat's g'macht, gell?" Zudem habe er sich "nie getrennt gefühlt." Etwas Gutes hatte die DDR nach seiner Ansicht schon: "Flucht war verboten." Schließlich stellte Jonas die Kardinalfrage: "Wer ist der Mensch?" Bei der Antwort halfen sein bayerisches Abitur, sein Philosophiestudium sowie das große Latinum. Die Menschheitsgeschichte an den Mann beziehungsweise an die Frau zu bringen, lag dem Kabarettisten am Herzen. So erzählte er ausführlich, dass die ersten Menschen aus Afrika kommen und den Weg nach Europa fanden. "Bis auf Lucie, die ist falsch abgebogen." Deshalb seien alle Europäer heute Migranten.

Als Anschauungsmaterial hatte Jonas den Griechen Sokrates und den Affen Willi dabei. Hier ließ er sich köstlich so richtig aus über die Tatsache, dass der Unterschied zwischen beiden nur an 0,6 Prozent des Gen-Materials liegt. "Das heißt, 99,4 Prozent ist beim Menschen und Affen gleich."

Vor allem bei der Zwischeneiszeit in Bayern war Jonas begeistert vom Gedanken, dass auch in München die Gletscher so groß waren, dass man die Türme der Frauenkirche nicht mehr hätte sehen können. "Gut, dass es damals noch keine Grünen gegeben hat. Die hätten wegen dem Klimaschutz die Gletscher mit Planen abgedeckt. Von Kooperation und Korruption sprach er ebenso wie von der Tatsache, dass die Menschen bereits in der Urzeit einen Oberaffen brauchten. Zwischen wissenschaftlichen Fachbegriffen schob Jonas beiläufig mit ein, dass der Schaum seines Weißbiers zusammengefallen sei. "Das ist was Trauriges", stellte er fest. "Noch trauriger ist, wenn neben der zusammengefallenen Schaumkrone noch die Weißwurst kalt wird - das führt zur Depression. "

Zum Schluss des Abends verstand das Publikum, warum wir so sind, wie wir sind. Der Konsens zwischen Jonas und den Besuchern war gefunden, und er konnte noch ein gemeinsames Lied anstimmen. "Ade zur guten Nacht." Erst beim Anstimmen bemerkte er, "dass ma bei dera Hall aussischaun ko." Zwei, drei Töne - dann der letzte Kommentar. "Ihr habt's ja recht, a scheene Hall, g'freits eich."
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