Da ist noch was drin

Lokales
Erbendorf
21.01.2015
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Die Erbendorfer Kläranlage hat noch Potenzial. So lassen sich Energie einsparen und Effizienz steigern. Das rechnete Fachmann Gerhard Maier den Stadträten bei der jüngsten Sitzung vor.

Bürgermeister Hans Donko erläuterte, dass die Grafenwöhrer Wasserwirtschafts- und Betriebsgesellschaft im vergangenen Halbjahr eine Energieanalyse für die Abwasseranlage der Stadt erstellt habe. "Ziel ist die Energieeinsparung und Effizienzsteigerung in diesem Bereich", so Donko.

Diplomingenieur Gerhard Maier, Geschäftsführer der Wasserwirtschafts- und Betriebsgesellschaft Grafenwöhr, erklärte: "Mit drei Maßnahmen könnte der spezifische Energiebedarf von derzeit 69 Kilowattstunden pro Einwohner auf 41 gesenkt werden." Untersucht wurde nach seinen Worten der energetische Ist-Zustand der Anlage. Dabei wurde der elektrische Energiebedarf aufgrund der vorhandenen Prozesstechnik festgestellt.

Der Geschäftsführer stellte die Anforderungen an die Abwasserbehandlung vor. Dabei sprach er von einer durchschnittlichen Menge an Schmutzwasser von rund 1100 Kubikmetern pro Tag. Zusammen mit Regenwasser seien dies pro Tag durchschnittlich 2500 Kubikmeter. "Von 2010 bis 2013 lag hier der niederste Werte bei 220 Kubikmeter und der höchste Wert bei 6950 Kubikmeter pro Tag. Der gesamte behandelte Durchfluss der Kläranlage liegt bei 906 000 Kubikmetern jährlich", sagte Maier. Dies teile sich in Schmutzwasser mit 188 000 Kubikmeter, Fremdwasser mit 223 000 Kubikmeter und Niederschlagswasser mit 495 000 Kubikmeter auf. An Feststoffen werden nach seinen Ausführungen im Mittelwert täglich 281 Kilogramm beim Schmutzwasser mitgeführt. Gesamt seien es 449 Kilogramm. "Der Energiebedarf der gesamten Anlage beträgt derzeit 307 400 Kilowattstunden jährlich", stellte Meier fest. Dies sei ein Ist-Wert pro Einwohner von 69 Kilowattstunden jährlich. Für neue Anlagen sei ein Zielwert von 24 Kilowattstunden pro Einwohner wünschenswert.

Das kostet nichts

"Derzeit werden 43 Prozent der Energie zur Drucklufterzeugung verbraucht, weitere 23 Prozent zur Umwälzung der Belebungsbecken." Mit einer einfachen Maßnahme, die nichts kostet und zu einer spezifischen Energieeinsparung von 6 Kilowattstunden pro Einwohner führt, könne alleine durch die Senkung des Trockensubstanzgehalts im Belebungsbecken Energie eingespart werden. Als weitere Maßnahme schlug Maier vor, die überdimensionierten Rücklaufschlammpumpen zu erneuern. Die Investitionssumme liege hier bei rund 16 000 Euro, bringe aber eine Energieeinsparung von 26 000 Kilowattstunden pro Jahr.

Um 40 Prozent senken

"Nicht zuletzt der Umbau der Belüftungs- und Umwälztechnik im Belebungsbecken würde eine Effizienzsteigerung bei Belüftung und Durchmischung bringen", so Maier. Die Energieeinsparung läge bei 96 000 Kilowattstunden im Jahr. Er zeigte auf, dass zwar die Investitionskosten bei rund 84 000 Euro liegen, diese sich aber in drei Jahren wieder amortisiert hätten. Alleine durch die genannten drei Maßnahmen könnte der Energiebedarf der Kläranlage von derzeit rund 308 000 Kilowattstunden pro Jahr um 40 Prozent gesenkt werden, rechnete der Fachmann vor. Die Investitionssumme bezifferte er auf rund 100 000 Euro.

Bürgermeister Hans Donko merkte an, dass durch die genannten Maßnahmen Einsparungen auf lange Sicht möglich seien. Er plädierte dafür, die Investitionen noch in den laufenden Haushalt aufzunehmen. Diesem Vorschlag schlossen sich sämtliche Stadträte an.
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