Die Zukunft im Blick

Lokales
Erbendorf
17.12.2014
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Das Ziel ist ehrgeizig: Den Energiebedarf Erbendorfs bis zum Jahr 2050 weitgehend durch erneuerbare Energie decken. Die Stadt stellt bereits jetzt die Weichen.

Der Stadtrat beschloss in seiner Sitzung die Annahme des Energiekonzepts und Energieleitbildes. Zum angepeilten Ziel sagte Bürgermeister Hans Donko: "Ein langer Weg bis dahin, aber wir wollen das Thema Energie zu unserem Hauptthema machen".

Donko wies darauf hin, dass die Stadt eine von nur 100 Kommunen in ganz Bayern sei, in der ein Energiekonzept in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz gefördert werde. Bezuschusst werden die Gesamtkosten von rund 30 000 Euro für das Energiekonzept mit 25 Prozent, die die Stadt tragen muss. Partner für die Erstellung des Konzepts sind das Energietechnologische Zentrum Weiden (etz Weiden) und die Energieagentur Nordbayern.

In Workshops erarbeitet

Den Stadträten stellte Bauamtsleiter Dieter Döppl das Energiekonzept vor, das bereits in mehreren öffentlichen Workshops, zu denen auch die Bürger eingeladen waren, erarbeitet wurde. Wie Döppl ausführte, wurde für Erbendorf eine Energie- und CO2-Bilanz erstellt. Weiterhin gehe das Konzept auf die verschiedenen Möglichkeiten der künftigen Fernwärme-Erzeugungsvarianten mit Wirtschaftlichkeitsvergleich ein. "Dabei wurden auch die Machbarkeit und die Wirtschaftlichkeit eines Geothermieheizwerks zur Strom- und Wärmeproduktion betrachtet."

Wie der Bauamtsleiter ausführte, bestehen in Erbendorf bereits positive Rahmenbedingungen. Er nannte hier einen breiten Mix aus erneuerbaren Energien sowie die Existenz eines Fernwärmenetzes für die Wärmeversorgung mit einem hohen Anschlussgrad öffentlicher und kommunaler Gebäude. "Diese Bereiche können mit bestimmten Maßnahmen weiterentwickelt werden", erklärte Dieter Döppl.

Zu den aufgestellten Grundsätzen zur nachhaltigen Gestaltung der Zukunft gehören unter anderem die wesentlichen Handlungsfelder Gebäude, effiziente Stromnutzung, Energiesysteme und der Verkehrssektor sowie die Motivation und Unterstützung der Bürger, Unternehmen und Instititutionen durch die Stadt im energiebewussten Handeln. Nicht zuletzt soll durch lokale erneuerbare Energien und Effizienzmaßnahmen der regionalen Wertschöpfung besondere Beachtung geschenkt werden.

Nach den Worten von Bauamtsleiter Döppl führe die Kombination der einzelnen Maßnahmen zur Formulierung des Energieleitbildes mit dem Ziel, bis zum Jahr 2050 den Energiebedarf weitgehend durch erneuerbare Energiequellen zu decken. Bürgermeister Donko hob im Energiekonzept die Bedeutung der Tiefengeothermie für Erbendorf hervor. "Hier könnte gerade die Nähe zur Kontinentalen Tiefbohrung bei Windischeschenbach der Stadt einen wirtschaftlichen Vorsprung bringen."

Er führte aus, dass Erbendorf der Geothermie offen gegenüber stehe. "Warum sollte Erbendorf nicht an der Spitze der Geothermie in Deutschland stehen?" Abschließend stellt er fest, dass sich die Stadt mit dem Energiekonzept "an einem Neubeginn" befinde. "Für unsere Nachfahren müssen wir jetzt aktiv werden."

Als Grundlage dienen

Einstimmig beschloss das Gremium das vorliegende Energiekonzept mit dem darin formulierten Leitbild sowie die Zielsetzungen und Maßnahmenvorschläge. "Dies soll Grundlage für zukünftige Entscheidungen bei allen energetischen Fragestellungen einschließlich der Energieversorgung sein", sagte Donko.
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