"Ein wunderbares Projekt"

Lokales
Erbendorf
16.05.2015
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"Ungewöhnlich und modern"- mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Hans Donko die Einweihungsfeier der neuen Radwegkapelle "Insel der Ruhe" am Kurweg. Was das Kunstwerk ausdrücken soll, erläuterte Künstler Erwin Otte.

Mit den Klängen des evangelischen Posaunenchors begannen die Feierlichkeiten an der neuen Radwegkapelle. Bevor Bürgermeister Hans Donko auf die Entstehungsgeschichte der Kapelle einging, ging er ein wenig in der Geschichte zurück. "Wo in früherer Zeit die Eisenbahn auf der Lokalbahnstrecke Erbendorf- Reuth bei Erbendorf fuhr, ist heute ein Radweg." Die Stadt habe im Jahre 1998 die Trasse erworben und bereits ein Jahr später mit Beteiligung der Gemeinde Krummennaab den sogenannten Kurweg errichtet.

"Ein Quantensprung im Radwegebau war vor gut fünf Jahren, als der rund 70 Kilometer lange Ringweg um den Steinwald fertiggestellt werden konnte", betonte der Bürgermeister. Damit sei die Grundlage zur Kombination von Naturerlebnis und sportlicher Betätigung geschaffen worden.

Donko stellte fest, dass an der Strecke im Stadtgebiet zwar Kapellen wie die bei Inglashof, die Windischkapelle oder die Kapelle zu unserer lieben Frau in Drahthammer liegen, diese würden aber nicht direkt erreichbar sein. "Bei der Errichtung der Radwege war es damals nicht möglich, bauliche Begleitmaßnahmen wie eine Kapelle, mit einzubinden."

"Der Künstler Erwin Otte hatte bereits im Auge, eine Stätte der Besinnung am Radlweg entstehen zu lassen", erinnerte sich der Bürgermeister. "Mit der Euregio Egrensis war es jetzt auch möglich, dieses Vorhaben zu finanzieren." Wie er weiter ausführte, konnte Otte die Stadt überzeugen, dass es gut sei, vor dem Hintergrund der christlichen Geschichte eine Radwegkapelle als Interreg-Projekt zu errichten.

Symbolkraft zur Besinnung

"Gut, das in unserer Zeit, wo andernorts Gotteshäuser profanisiert werden, eine neue Kapelle errichtet wird", zitierte Bürgermeister Donko einen nicht namentlich genannten Stadtrat. "Das trifft genau den Punkt, was letztendlich mit dieser Investition beabsichtigt wurde." Zur Baumaßnahme selbst führte das Stadtoberhaupt aus, dass diese im Frühjahr letzten Jahres begonnen und im Herbst fertiggestellt werden konnte. "Die förderfähigen Kosten für das Kunstwerk selbst beliefen sich auf rund 25 000 Euro, die mit 70 Prozent gefördert wurden."

Nach den Worten des Künstlers Erwin Otte aus Reuth bei Erbendorf stelle die Radwegkapelle als "Insel der Ruhe" eine Symbolkraft zur inneren Einkehr und Besinnung dar. "Damit wird die schöpferische Leistung und die formenreiche Natur mit aufgenommen", so Otte. Die Raumschale bilden handwerklich gearbeitete Stelen mit eingelassenen gelbgestuften Glasfenster in Edelstahlrahmen. Zentraler Punkt sei das ebenfalls in Edelstahl gefasste Glaskreuz. "Vom Boden abgehoben scheint dieses Symbol förmlich zu schweben." Besonders betonte er die axiale Ausrichtung mit dem Blick auf die Pfarrkirche. "Die Abendsonne schafft durch das Glas eine intensive Lichtaura." Zum Himmel hin soll der lichtoffene Raum die Schöpfung als Grundlage des Lebens bewusst werden lassen. "Nicht zuletzt lädt der Sitzstein aus Granit dazu ein, die Botschaft des Kunstwerks spürbar zu erfahren", betont der Künstler abschließend. Geschäftsführer Alexander Dietz von der Euregio Egrensis dankte der Stadt, dieses Projekt in Angriff genommen zu haben. "Es ist äußerst gelungen und wir wünschen uns, dass diese Radwegkapelle von vielen genutzt wird ."

Im Auftrag des Vorsitzenden Jan Soulek der tschechischen Mikroregion Konstantinsbad überbrachte Lucie Mantel die Grüße. Sie stellte fest, dass die Radwegkapelle ein Projekt zur Annäherung der Menschen beider Länder sei. "Für mich persönlich war es schön, an diesem Projekt mitzuarbeiten", so Mantel. "Die Kapelle stellt einen Ort der Begegnung mit Gott und mit den Mitmenschen dar."

Verbindung zu Gott

"Das Kreuz zentriert in der Natur - ein wunderbares Projekt", führte Pfarrer Martin Besold zur kirchlichen Segnung über. Der evangelische Pfarrer Hartmut Klausfelder aus Neustadt/Kulm zeigte anhand der gelben Glasfenster auf, dass Gottes Liebe wie die Sonne sei. "Das Kreuz steht für Begegnung, denn im Kreuz treffen sich zwei Linien", stellte er fest.

Daraus ergebe sich sowohl die Verbindung Gottes mit den Menschen, als auch die Verbindung Sport und Religion. "Eine runde Sache, passend zum Rad", merkte er an. "Die Insel der Ruhe ist eine tolle Sache, ein wunderbarer Ort." Gemeinsam erteilten Besold und Klausfelder den kirchlichen Segen.
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