Eine Kirche mit Geschichte

Die Pfarrkirche Mariä-Himmelfahrt feiert am Mariä-Himmelfahrts-Samstag auch ihr Patrozinium. Seine 600 Jahre sieht man dem Gotteshaus gar nicht an. Jedoch wurde das Bild der Kirche in den vergangenen Jahrhunderten laufend verändert, wie auch ein Vergleich mit der Zeichnung unten zeigt. Bilder: njn
Lokales
Erbendorf
13.08.2015
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Das Deckenfresko im Inneren der Pfarrkirche zeigt Maria mit dem Jesuskind in der Mitte, von 14 Nothelfern umgeben. Zwei Jahre lang arbeitete der Münchner Laienbruder Frater Rudolph Schmalzl an seinem Werk.

Die Pfarrkirche Mariä-Himmelfahrt feiert am Samstag ihr Patrozinium, also ihren Namenstag. Die Pfarrei begeht diesen Festtag mit einer Festmesse und einer abendlichen Vesper. Eine Besonderheit in der Steinwaldstadt: Die eigentliche Kirchweih ist erst zu Michaeli im September.

Die katholische Pfarrkirche Mariä-Himmelfahrt wird bald 600 Jahre. Schon 1416 wird sie als Mariä-Himmelfahrtskirche im Salbuch des Amtes Parkstein genannt. Sie steht auf historischem Grund: wie Ausgrabungen anlässlich der Erweiterung der Kirche 1923 belegen, stand dort vorher eine burgähnliche Anlage. Das etwas größeres auf diesem Platz gestanden haben muss, zeigt auch der Besuch des Kaisers Friedrich Barbarossa 1174, der dort seinen Hoftag abhielt und über die Krone Böhmens entschied.

Auf steinerner Tafel

"Ano 1474 iccp chore" - Am Anfang des Chorbaus 1474. So heißt es an einer steinernen Gedenktafel an der Ostseite der Sakristei, dem ältesten Teil der Kirche. Trotz ihrer Betagtheit ist die Mariä-Himmelfahrts-Kirche aber nicht die Urkirche Erbendorfs. Diese war die etwas nördlicher gelegene St. Veitskirche in Altenstadt. Geschichtliche Quellen sprechen 1416 bereits von der "Pfarrkirche zu Erndorf" und von der "alten Pfarr zu Sankt Veit." 1490 wird nur noch von der "Zukirche" St. Veit gesprochen. Somit lag der Pfarrsitz bereits 1416 bei der Mariä-Himmelfahrts-Kirche. Der Grund, warum die Erbendorfer ihre Kirchweih erst im September und nicht zum Patrozinium an Mariä-Himmelfahrt feiern, liegt Jahrhunderte zurück. Ursprünglich fanden bereits im 15. Jahrhundert Jahrmärkte zur Kirchweih an Mariä-Himmelfahrt statt. Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche an einem Michaelstag erneut geweiht wurde und der Mariä-Himmelfahrts-Jahrmarkt auf St. Michael im September verlegt, Die "Michaeliskirchweih" wird allerdings erst 1729 urkundlich genannt. Von der ursprünglichen Kirche, deren Kirchenschiff gerade mal zu den heutigen Seiteneingängen reichte, ist heute nicht mehr viel zu sehen. Der Turm stand früher an der Stelle der heutigen Sakristei und der gesamte Kirchhof war von einer Mauer mit Wehrgang umgeben. Im Laufe der letzten 600 Jahre veränderte sich das Bild der Kirche durch die zahlreichen Feuersbrünste in der Stadt, die Letzte 1796. Den maroden alten Turm ersetzte 1865/66 der noch heute vorhandene Kirchturm, der 1923 durch die Orgelempore erweitert wurde.

Heute zeigen zahlreiche Darstellungen und sakrale Figuren im Inneren, dass die Kirche der Muttergottes geweiht ist. So stellt das Bild des Hochaltars Marias Himmelfahrt und ihre Krönung dar. Das Marienbild am Altarblatt schuf 1851 Kunstmaler Ulrich Halbreiter in München. Weitere Mariendarstellungen befinden sich als Deckengemälde im Kirchenschiff. Dieses schuf der Münchner Laienbruder Frater Rudolph Schmalzl in den Jahren 1927 bis 1929.

Jesus und Maria

Im Zentrum des Deckenfreskos steht Maria mit dem Jesuskind, umgeben von den 14 Nothelfern. Verschiedene Menschengruppen am Rand des Freskos versinnbildlichen die Bevölkerung, die sich in allen Lebenslagen an Maria und die Nothelfer wendet.

Die katholische Pfarrei feiert ihr Patrozinium am Samstag um 9.30 Uhr mit einer Festmesse. Zu Mariä-Himmelfahrt werden Kräuterbuschen gebunden, die bei der Abendmesse am Freitag, 14. August, und am Samstag, 15. August, zur Festmesse gesegnet werden. Nach den Gottesdiensten werden sie für einen guten Zweck verkauft. Den Festtag für beschließt um 19 Uhr eine feierliche Vesper in der Pfarrkirche.
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