"Entwicklung am Laufen halten"

Lokales
Erbendorf
05.05.2015
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Einen Informationsbesuch statteten Mitglieder des Landwirtschaftsausschusses des Landtags der Ökomodellregion Steinwald ab. Vorsitzende Angelika Schorer zeigte sich beeindruckt.

"Die Begleitung der Ökomodellregion durch den Freistaat darf nicht nach zwei Jahren beendet werden, es muss weitergehen." Das war die Bitte des Vorsitzenden der Steinwald-Allianz, Bürgermeister Hans Donko, an die politischen Verantwortungsträger. Bevor die Diskussion über die Ökomodellregion begann, trafen sich die Gäste im "Wirth's Haus im Park".

Ganz nach dem Motto "Produkte aus der Region für die Region" servierte Chefkoch Michael Wirth einen Braten vom Roten Höhenvieh aus dem Steinwald. Landtagsabgeordnete Schorer ließ durchblicken, dass an der Weiterentwicklung der Modellregionen für die Jahre 2016/2017 gearbeitet werde. Mittlerweile seien es in Bayern bereits zwölf Projekte ihrer Art. Bei der Vorstellung des Zweckverbandes Steinwald-Allianz stellte Bürgermeister Donko fest, dass die Ökomodellregion einen hohen Stellenwert habe. "Deshalb müssen wir diese Entwicklung am Laufen halten." Ein Teil des Erfolges sei das Amt für ländliche Entwicklung, stellte der Vorsitzende der Steinwald-Allianz fest. Er nannte die gemeinsamen Projekte Radwegebau, die Zusammenarbeit im Tourismus sowie das integrierte ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) Steinwald 2020, den demografischen Wandel und aktuell den Vitalcheck für die 16 Mitgliedskommunen. "Beim Thema Ökologie wollen wir in den Bereichen Landbau, Tierhaltung und Vertrieb jetzt aktiv mitarbeiten."

"Regional und Bio"

Der Umsetzungsbegleiter der Steinwald-Allianz für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept, Martin Schmid, stellte den Gästen die Ökomodellregion vor. "Wir müssen versuchen, "regional" und "Bio" zusammenzubringen." Derzeit lägen die ökologisch genutzten Flächen auf dem Gebiet des Zweckverbandes bei rund fünf Prozent. "Das ist in etwa der Oberpfalz-Durchschnitt aber noch weit unter dem Bayern-Wert."

Die lokalen Voraussetzungen seien laut Schmid für den Anfang nicht schlecht. Derzeit seien bereits elf Bio-Direktvermarkter und vier Bioläden aktiv. "Wir haben einen Riesenpool an Ideen, die wir jetzt umsetzen können." Unter anderem werden derzeit bereits Kochkurse angeboten und sogar ein "Wild-Burger". Auch die Pflanzung von biologischem Mohn ist geplant.

Bei seinen Ausführungen stellte Schmid fest, dass auf der Öko-Schiene hier im engen Kontakt mit den Friedenfelser Betrieben zusammengearbeitet werde. "Da die möglichen Bereiche, in denen wir tätig werden, immer größer werden, bietet sich an, einzelne Arbeitskreise zu bilden, die die detaillierte Ausarbeitung übernehmen." Jetzt sei es an der Zeit, "die Menschen an einen Tisch zu bringen." Schmid nannte hier vor allem Bio-Landwirte, Gastronomiebetriebe und Hoteliers. Geschäftsführer Thomas Schultes von den Friedenfelser Betrieben zeigte die Problemstellung und Lösungsansätze bei der Umstellung auf Bio. So sei bereits das Lagerhaus auf Bio umgestellt worden. Schloßbrauerei und Schnapsbrennerei sowie der Landwirtschaftsbetrieb seien unter anderem ebenfalls umgestellt.

Zur Biodiversität führte Schultes aus, dass geplant sei, Moore zu renaturieren und Flächen in ökologischer Hinsicht zu gestalten. Er nannte dabei Streuobstwiesen, Schonstreifen, Hecken und Gehölze als wertvolles Totholz. Denn nach dem Roten Höhenvieh sollen auch Arnika, Kreuzotter, Feuersalamander und Flussperlmuschel ihren natürlichen Lebensraum zurückerhalten. Weitere Projekte der Friedenfelser Betriebe in diesem Bereich seien eine Bio-Kompostierung und eine Schilf-Kläranlage. Als Ziel sehen Geschäftsführer Thomas Schultes sowie Baron Eberhard von Gemmingen-Hornberg, Projekte wirtschaftlich und wissenschaftlich zu implementieren. "Das schafft langfristig eine regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze." Auch würden die ökologischen Strukturen im Steinwald erhalten.
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