Erbendorf aus erster Hand

Lokales
Erbendorf
05.09.2015
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Der Erbendorfer Chronist und Heimatforscher Joseph Höser wäre in diesem Jahr 125 Jahre alt geworden. Zur Erinnerung widmet ihm das Heimat- und Bergbaumuseum eine Sonderausstellung, die exakt an seinem Geburtstag kommenden Sonntag, 13. September, eröffnet wird.

(njn) "In einer wirtschaftlich schwierigen Zeit in den 1920er Jahren schrieb er die Geschichte der Stadt Erbendorf", sagt Manfred Klöble. "Damit schuf er ein Werk, das für die damalige Zeit einzigartig war und noch heute gern gelesen wird." Als Museumsleiter weiß Klöble auch, wo Joseph Höser geboren wurde. "Hier im heutigen Heimatmuseum erblickte Höser am 13. September 1890 das Licht der Welt." Wie er ausführte, waren damals in dem 1880 aufgelassenen Schulhaus Wohnungen eingerichtet, von denen eine die Mutter Hösers bewohnte.

Doch die "Geschichte der Stadt Erbendorf" ist nicht sein einziges Werk. Höser schrieb viele geschichtliche Beiträge fast in der ganzen Oberpfalz. "Je nachdem, wo er gerade als Lehrer tätig war", weiß Klöble. Veröffentlicht wurden sie unter anderem in der Reihe "Die Oberpfalz" im Verlag Laßleben in Kallmünz.

Nach Einsatzstellen in Tirschenreuth und Cham erhielt Höser 1918 die Versetzung nach Regensburg an die Volksschule zum Heiligen Kreuz. "Gerade ab diesem Zeitpunkt widmete er sich vermehrt der Geschichte der Stadt." Zum Heimatfest 1924 in Erbendorf wurde das Buch beworben. Es dauerte aber noch gut zwei Jahre, bis die Chronik druckreif auf dem Tisch lag. "Höser musste viele Rückschläge beim Druck hinnehmen, auch die Finanzierung gestaltete sich problematisch."

"Die Auflage von 1926 war schnell vergriffen." In 54 Kapiteln beschreibt Höser die Erbendorfer Geschichte, aufgelockert mit 141 Fotos, Karten und Zeichnungen. "Die Stadt Erbendorf ernannte ihn 1926 zum Ehrenbürger", fügt Klöble an. "Doch viel zu früh starb Höser im Jahre 1935 mit nur 45 Jahren in Regensburg."

Die Nachwelt hielt die Erinnerung an Höser wach. 1959 erhielt eine Straße in der Schloßzelch seinen Namen. "1985 gründete Horst Eigner den Joseph-Höser-Kreis, der das Ziel hatte, dem Chronisten und Heimatforscher ein Denkmal zu setzen. In einem ausgerufenen Joseph-Höser-Jahr 1990 gab es sogar einen eigenen Poststempel mit Hösers Bildnis."

"Ein Politikum war zur damaligen Zeit die Frage nach dem Standort des Joseph-Höser-Denkmals", erinnert sich der Museumsleiter. Nach viel hin und her wurde im Frühjahr 1991 der Joseph-Höser-Brunnen in der Bräugasse eingeweiht.

Die Sonderausstellung im Museum zeichnet das Leben Hösers in vielen Dokumenten und Fotos nach. Ein besonderes Augenmerk gilt aber auch der Höser-Chronik von 1926. Eröffnet wird die Sonderausstellung am "Tag des offenen Denkmals" am Sonntag, 13. September, um 14 Uhr im Heimat- und Bergbaumuseum. Die Bevölkerung ist eingeladen.
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