"Erinnerung immer präsent"

Die Sonderausstellung Joseph Höser ist im Heimat- und Bergbaumuseum Erbendorf zu sehen. Bilder: njn
Lokales
Erbendorf
16.09.2015
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Museumsleiter Manfred Klöble ging auf die Chronik von 1926 und die Erinnerung an Joseph Höser ein.

Exakt an seinem 125. Geburtstag eröffnete das Heimat- und Bergbaumuseum die Sonderausstellung über den Erbendorfer Lehrer, Chronisten und Heimatforscher Joseph Höser. Zu sehen ist die Sonderausstellung bis Dezember.

"Wie es der Zufall will, wurde Höser auch noch damals in dem Gebäude des heutigen Museums geboren", sagte Museumsleiter Manfred Klöble. Mit einem Glas Sekt wurde bei der Eröffnung auf den Geburtstag Hösers angestoßen. Besonders freute es Museumsleiter Klöble, neben interessierten Bürgern einige Stadträte, Kreisrätin Brigitte Scharf und die stellvertretenden Bürgermeister Johannes Reger und Sonja Heindl begrüßen zu können.

"Ein langer Weg"

In seiner Einführung ging Klöble vor allem auf den Druck der "Geschichte der Stadt Erbendorf" in den Jahren 1925 und 1926 ein. "Bis zum fertigen Buch war es ein langer Weg mit vielen Rückschlägen", stellte der Museumsleiter fest. "Zuerst starb der Verleger Johann Scheurer, dann trat eine andere Druckerei von ihrem Angebot zurück." Letztendlich konnte die 542 Seiten umfassende Chronik beim Verlag Michael Laßleben in Kallmünz fertiggestellt werden.

"Viel zu früh verstarb Joseph Höser im Alter von nur 45 Jahren 1935 in Regensburg", führte Klöble weiter aus. "Die Erinnerung an ihn ist in Erbendorf aber immer noch präsent." Der Stadtrat beschloss im Jahr 1956, das bereits 30 Jahre alte, umgangssprachlich " Höser-Chronik" genannte Werk, neu aufzulegen. "Für die Überarbeitung und Ergänzung konnte der damalige Schulrat Wilhelm Gollwitzer gewonnen werden." 1967 erschien die zweite Auflage. "Leider nicht so reich bebildert", merkte der Museumsleiter an.

Wie er weiter ausführte, wurde 1959 in der Schloßzelch eine Straße nach ihm benannt. "1985 wurde der Joseph-Höser-Kreis gegründet, der sich zum Ziel setzte, dem Heimatforscher ein Denkmal zu setzen." Nach hitzigen Diskussionen um den Standort war es 1991 soweit und das Höser-Denkmal konnte an der Ecke Bräugasse/Frühmeßgasse eingeweiht werden. "Neben den Daten zu Höser wurde am Sockel der Büste die Anfangsworte seines Vorworts der Chronik mit aufgenommen: Liebe und Verehrung für mein Heimatstädtchen haben dieses Buch geschrieben."

Klöble erinnerte daran, dass anlässlich des 100. Geburtstags Hösers im Postamt Erbendorf ein Jahr lang ein eigener Joseph-Höser-Poststempel eingesetzt war. "Der Joseph-Höser-Kreis legte in Zusammenarbeit mit der Stadt Erbendorf im Jahr 2003 die Höser-Chronik aus dem Jahr 1926 nochmals auf, die reißenden Absatz fand."

Erst in Amberg

Jochen Neumann ging bei der Eröffnung auf das Leben Hösers ein. So war er nach der Schulzeit von 1909 bis 1911 an der Lehrerbildungsanstalt in Amberg. "Nach einigen Monaten als Hilfslehrer wurde Höser 1911 nach Tirschenreuth versetzt, 1914 an die Präparandenschule in Cham." 1918 folgte die Versetzung an die Heilig-Kreuz-Schule nach Regensburg.

Hösers Interesse an der Heimatkunde weckte nach Neumanns Worten der Erbendorfer Schuhmachermeister Johann Rupprecht." Höser führte die heute im Stadtarchiv liegende handschriftliche Chronik vor allem für die Zeit des ersten Weltkriegs weiter." Zahlreiche Beiträge veröffentlichte er in der Monatsschrift "Die Oberpfalz" und waren Grundlage für sein Buch "Geschichte der Stadt Erbendorf."

"Obwohl in Regensburg berufstätig, stellte sich Joseph Höser beim großen Heimatfest in Erbendorf 1924 als Schriftleiter zur Verfügung", so Neumann. "Bereits zu diesem Fest wurde kräftig die Werbetrommel für die Chronik gerührt." Doch dauerte es noch, wie Klöble bereits ausführte, bis zur Fertigstellung.

Für seine heimatkundlichen Leistungen und die Herausgabe der Chronik erhielt Höser 1926 die Ehrenbürgerwürde. Mit den familiären Beziehungen Hösers, seiner Ehefrau Karoline und den vier Kindern, leitete Neumann auf die Exponate über. Denn neben Bildstöcken und Schriftproben sowie zahlreicher Dokumente, unter anderem das handschriftliche Chronikbuch, sind in der Ausstellung Familienfotos zu sehen.
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