Es knistert im Wald

Der Hauptfeind: Revierleiter Carsten Klöble hat in seinem Friedenfelser Revier Zigarettenkippen gefunden. Bilder: rw (2)
Lokales
Erbendorf
12.08.2015
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Waldbrandstufe 5, höher geht's nicht. Ein Funke kann die Katastrophe auslösen - manchmal reicht noch weniger.

"Die häufigste Ursache für einen Waldbrand sind Zigarettenkippen", sagt Carsten Klöble. Bei seinen Kontrollgängen achtet der Revierleiter der Bayerischen Staatsforsten aber auch auf herumliegendes Glas. Passende Sonneneinstrahlung macht aus Scherben Brenngläser. Klöble hat er derzeit ein sehr waches Auge auf sein Revier im Naturpark Steinwald.

Segelflieger meldet Gefahr

Bisher galt die Waldbrandgefahr in den hoch gelegenen Wäldern des Steinwalds als gering. Die Hitze der vergangenen Wochen haben dies geändert. So trocken wie in diesem Jahr sei der Steinwald lange nicht gewesen, meint Klöble. Und dies habe Folgen: Erst vor wenigen Tagen brannte es in einem Privatwald bei Zainhammer. Für zusätzliche Gefahren sorgen die laufenden Erntearbeiten, fast täglich brennt irgendwo ein Feld. Oft besteht dabei die Gefahr, dass das Feuer auf den Wald überspringt. Die Einsatzkräfte der Region sind seit Tagen im Dauereinsatz. Bisher konnten sie Brände immer sehr schnell löschen.

Wegen der Trockenheit sind die Mitarbeiter der Bayerischen Forstverwaltung längst nicht mehr nur am Boden aktiv. In Zusammenarbeit mit der Luftrettungsstaffel brechen sie täglich zu sogenannten Waldbrandüberwachungsflügen auf. Sie achten dabei auf Rauch, um Waldbrände frühzeitig zu orten, und um sie an die Feuerwehren weiterzugeben. Den Waldbrand bei Zainhammer entdeckte ein Segelflieger sehr früh. Weil er Alarm schlug, war die Feuerwehr schnell beim Brand und konnte Schlimmeres verhindern.

Dass es bisher noch keinen größeren Waldbrand gab, liege auch an einem Strategiewechsel bei den Forstbetrieben, sagt Klöble. In den letzten Jahren habe sich der Forst vom reinen Fichten- zum Mischwald gewandelt. "Das minimiert das Risiko eines Waldbrands".

Waldbrände melden

Trotzdem bittet Daniel Zippert, der stellvertretende Leiter des Forstbetriebs Waldsassen, Waldbesucher und -besitzer genau zu überlegen, wie sie sich im Wald verhalten. Vom 1. März bis 31. Oktober gilt in Wäldern ohnehin absolutes Rauchverbot, nicht nur für Fußgänger. "Werfen Sie keine Zigarettenkippen aus dem Autofenster", so der Forstmann. Offene Feuer dürfen weder im Wald noch näher als 100 Meter am Wald entzündet werden.

Auch, wer sein Auto auf trockenem Gras abstellt, kann ein Feuer auslösen. Ein heißer Katalysator reicht oft schon, um Feuer zu legen. Wanderer und Schwammerlsucher sollten ihr Fahrzeug so parken, dass es Forst-, Rettungs- und Löschfahrzeuge nicht behindert. Und natürlich sind Forst- und Feuerwehrleute dankbar für aufmerksame Mitbürger: "Melden Sie Waldbrände sofort an die Notrufnummer 112. Wichtig ist dabei eine möglichst genaue Ortsangabe", empfiehlt Zippert.
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