"Etwas ganz Besonderes"

Lokales
Erbendorf
01.08.2015
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"Die neue Stadthalle und der Stadtpark sind ein Gewinn. Ich kann nur von Herzen gratulieren für das große Werk." Die Lobeshymne kam aus bischöflichem Munde.

Ehrenbürger Wilhelm Schraml zollte beim Festakt zur Einweihung von Stadthalle und Stadtpark seinen Respekt. Vor gut 200 Gästen bewunderte auch stellvertretender Landrat Roland Grillmeier die "Leuchtturmprojekte" für Erbendorf und die Region. Bürgermeister Hans Donko freute sich auch über eine Abordnung der tschechischen Partnergemeinde Plesna mit Bürgermeister Petr Schaller. Gemeinsam habe die Sanierung des Stadtparks realisiert werden können.

Der Rathauschef bezeichnete die neue Stadthalle als "imposanten Bau. So ganz anders, mit Säulengang, großen Fenstern und Galerie, einem schönen Wirtshaus mit großer Sonnenterrasse, und über dem Ganzen ein geschwungenes Dach mit Hinguck-Charakter. Es ist ein moderner Bau mit zukunftsweisender Technik." Viele Zahnräder mussten ineinander greifen, damit es zur Einweihungsfeier kommen konnte. Begonnen habe alles "mit einer großen Katastrophe", erinnerte Donko. Im Februar 2009 wurde die alte Stadthalle in der Jahnstraße derart durch einen Kabelbrand beschädigt, dass eine Reparatur des aus dem Jahre 1924 stammenden Gebäudes wirtschaftlich nicht zu vertreten war. Hinzu kamen nach den Worten des Bürgermeisters "sehr begrenzte Brandversicherungs-Leistungen" sowie der nicht mehr verwendbare Standort.

"Aufgrund der geringeren Fördersätze für eine über 5000 Einwohner zählende Stadt war schnell klar, dass ein Neubau durch die Stadt selbst finanziell nicht möglich war", resümierte Donko. Die Lösung lag in der Gründung einer GmbH als eigenständige Kapitalgesellschaft. "Mein Dank heute gilt den Kollegen des Stadtrats, die nicht nur an die Richtigkeit dieses Weges glaubten, sondern auch mit ihrer persönlichen Kapitaleinlage die Gründung der Gastro-GmbH ermöglichten." Als Beweggrund für die Stadt nannte der Bürgermeister nicht den eigenen Vorteil, sondern die Zukunft Erbendorfs.

Nach der Suche für mögliche Standorte einer neuen Stadthalle habe sich der Bereich zwischen Stadtpark und Festplatz herauskristallisiert. Der Bürgermeister ging in seiner Ansprache an dieser Stelle auch auf die hohen Wellen in der Bürgerschaft wegen des Standorts ein. "Die Ereignisse und vor allem die intensiven Anfeindungen des Vorhabens und auch meiner Person haben mich dann doch sehr überrascht", so Donko. "Doch die Umsetzung ist gelungen, der Bau fertiggestellt, und unser Blick muss sich nun wieder nach vorne richten."

Region mit im Boot

"Mit dieser riesigen Investition hat die Steinwald-Gastro auch einen erheblichen Beitrag zur Schaffung und Sicherung von örtlichen Arbeitsplätzen geleistet", stellte Donko fest, der zugleich Geschäftsführer der GmbH ist. Wie er ausführte, wurden alle Aufträge soweit möglich an regionale Firmen vergeben. "Der Freistaat Bayern hat sich mit 1,2 Millionen Euro aus dem Programm regionale Wirtschaftsförderung und dem EFRE-Programm der EU an den Gesamtkosten beteiligt." Dies sei ein Fördersatz von rund 32 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten von 3,8 Millionen Euro. An dieser Stelle sprach Donko auch dem Landtagsabgeordneten Tobias Reiß den Dank für seine Unterstützung aus. Die gesamten Investitionskosten bezifferte Donko für die Stadthalle, den Festplatz sowie den Stadtpark auf rund sieben Millionen Euro. "Ich glaube aber, dass trotz dieser hohen Summen ein Gegenwert entstanden ist."

Verbindung mit Plesna

"Ein bisschen Glück braucht man im Leben." So umschrieb Hans Donko die Tatsache, dass sich die beiden Kommunen Plesna und Erbendorf gefunden haben. Denn wie in Erbendorf sollte auch in Plesna der Park saniert werden. 15 200 Kubikmeter und die Nutzfläche rund 2 200 Quadratmeter.

Diplom-Ingenieur Udo Graser freute es, dass der Bau unfallfrei verlaufen sei. Zu den Verzögerungen merkte er an, dass dies oft an den Zulieferern der ausführenden Firmen gelegen habe. "Ich wünsche dem Bauherrn, dem Betreiber sowie uns Erbendorfern und Gästen viel Freude mit der Stadthalle." Mit diesen Worten überreichte Graser den obligatorischen überdimensionierten Schlüssel an Gastro-Geschäftsführer Donko. "Für mich ist das heute etwas ganz Besonderes", stellte der Ehrenbürger der Stadt, Bischof em. Wilhelm Schraml, fest. "Ich habe noch die Jahre lebendig vor Augen, wo ich als Kind hier Schlitten gefahren bin." Deshalb sei es ihm umso mehr eine Freude, was daraus gemacht worden sei.

Vor allem an Bürgermeister Hans Donko sprach Schraml ein Wort hoher Anerkennung aus. "Sie haben mit dem Stadtrat und den Gesellschaftern der Steinwald-Gastro zielstrebig geplant, umgesetzt und vollendet", so der Bischof. "Vergessen sind nun die vielen, vielen Mühen und Sorgen der Vergangenheit und auch der Ärger, der damit zusammenhing." Denn aus eigener Erfahrung könne er berichten, dass es ohne Ärger nicht gehe, wenn man Großes baut. "Erbendorf verdient keinen anderen Bürgermeister als Hans Donko", bilanzierte Schraml.

"Wenn so hohe Geistlichkeit hier ist, muss es schon etwas Besonderes sein", merkte der evangelische Pfarrer Hartmut Klausfelder an. Er stellte einen Vergleich zwischen der Stadthalle und der Kirche fest. Beide Gebäude würden von Menschen zur Erbauung besucht.
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