Fördermöglichkeiten beim Agrarforum der Raiffeisenbank
Überschüssigen Strom speichern

Landwirtschaftsbetreuer Christoph Heinl (links) und Vorstand Joachim Geyer (rechts) dankten Michael Agrusow mit einem kleinem Präsent für den interessanten Vortrag zum Thema "Photovoltaik und Speichersysteme". Bild: mez
Lokales
Erbendorf
02.03.2015
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Zum mittlerweile vierten Mal hatte die Raiffeisenbank für die Mitglieder des Rings junger Landwirte Kemnath sowie ihre landwirtschaftlichen Kunden ein Agrarforum organisiert. Knapp einhundert Zuhörer fanden sich im großen Saal in die Geschäftsstelle ein. Sie informierten sich über die Themen "Photovoltaik und Speichersysteme" sowie "Betriebsführung in Zeiten schwankender Erzeugerpreise".

Vorstand Joachim Geyer betonte eingangs, dass die Raiffeisenbank nicht nur mit ständigen Informationen den Landwirten als Partner zur Seite stehe, sondern auch durch regelmäßige Investitionen in die Lagerhäuser. Den Vormittag moderierte der Landwirtschaftsberater der Bank, Christoph Heinl, der den Zuhörern anschließend bei der Beratung von KfW-Förderkrediten zum Thema Energiespeicher zur Verfügung stand.

Michael Agrusow von der Deutschen Energieversorgung GmbH aus Leipzig ging auf die Strompreisentwicklung der vergangenen Jahre sowie auf Faktoren ein, die diesen in Zukunft zusätzlich in die Höhe treiben. Er nannte hierbei die geplante Abschaltung aller deutschen Atomkraftwerke bis zum Jahr 2022 sowie von mittlerweile 26 Kohlekraftwerken, den Zubau von Off-Shore-Windkraftanlagen von drei bis vier Gigawatt pro Jahr in der Nordsee sowie den Neubau der dafür benötigten Stromtrassen. Der Redner erläuterte aber auch, dass gerade zur Mittagszeit, wenn die Sonne am Höchsten stehe, mit am meisten Strom produziert werde, der aber von den Abnehmern nicht benötigt werde.

Der Referent zeigte auf, welche Speichertechnologien von Strom es hierzu mittlerweile am Markt gibt und wo diese eingesetzt werden können. Für den eigenen Gebrauch sei von entscheidender Bedeutung, welcher Autarkie-Grad vom jeweiligen Abnehmer angestrebt werde. Der Staat unterstütze die Nutzung von stationären Batteriespeichersystemen anhand des KfW-Förderprogramms 275-Speicher. Diese Förderung kann genutzt werden bei kleinen bis mittelgroßen PV-Anlagen bis 30 Kilowattpeak, die ab dem Jahr 2013 errichtet wurden. Der Zuschuss betrage 30 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 2000 Euro pro Kilowattpeak, erklärte Agrusow.

Der Grund, warum über den Tag unterschiedlich viel an sogenannter Regelenergie vorhanden ist, liegt daran, dass man ein Kohle- oder Atomkraftwerk nicht einfach wie den Gasgrill zu Hause abschalten könne. "Diese sind genauso unflexibel wie ihr Kohlegrill zu Hause." Auch dieser liefere noch Energie, wenn die Steaks oder Bratwürste bereits fertig seien. Dadurch, dass oftmals zu viel Strom produziert werde, könnten die eigenen Speichersysteme sogar mit kostenlosen Strom versorgt werden, erläuterte der Redner anschaulich an mehreren Schaubildern. Hierbei sei aus Rentabilitätsgründen aber immer auch eine eigene PV-Anlage von Nöten. Für weitere Informationen empfahl Agrusow die Internetadresse www.regelleistung.net
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