Genug Fleisch, aber kein Metzger

Lokales
Erbendorf
16.07.2015
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Mit Projektmanagern der Öko-Modellregion Steinwald tauschen sich Bio-Betriebe der Region über Bio-Vermarktung aus. Handlungsbedarf gebe es bei der Fleischvermarktung, es gibt zu wenig Abnehmer und Bio-Metzgereien.

Bio-Betriebe der Region setzten sich mit den Projektmanagern der Öko-Modellregion Steinwald an einen Tisch und tauschten sich über den Ökolandbau und -Vermarktung aus. Gut 25 Teilnehmer waren auf den Bio-Betrieb von Hermann und Karolin Köstler in Hermannsreuth gekommen. "Die Hauptakteure der Öko-Modellregion Steinwald sind die Bio-Betriebe", stellte Projektmanagerin Elisabeth Waldeck fest. "Darum ist es uns wichtig, Wünsche und Ideen für die Region, aber auch die Sorgen und Nöte der Ökolandwirte und Biobetriebe zu erfahren.

Ein großes Anliegen war es den Bio-Bauern, sich über die Fleischvermarktung auszutauschen. Viele der Betriebe sind mit der Direktvermarktung recht gut aufgestellt. Waldeck bedauert aber, dass Bio-Rinder oft konventionell vermarktet werden müssen, weil keine Abnehmer oder Bio-Metzger in der Umgebung vorhanden sei.

Neue Netzwerke knüpfen

Hier setzt Projektmanager Günther Erhard an. Er betonte, dass die Öko-Modellregion sich als Plattform für neue Kontakte sehe. "Damit erreichen wir auf längere Sicht eine bessere regionale Wertschöpfung."

Bei der Hof- und Felderbesichtigung des Demeter-Bauernhofs Köstler stellten die Teilnehmer fest, dass dort im Einklang mit der Natur und sehr tiergerecht gearbeitet werde. Auf gut 24 Hektar Fläche wird Futter für die Tiere, Getreide wie Dinkel und Weizen, Gemüse und die verschiedenen Kartoffelsorten der Familie Köstler angebaut. Darunter befinden sich Sorten wie die blaue Angelika, die rote Emma und Bamberger Hörnchen. Die Tierhaltung des Köstlerhofs besteht aus einer kleinen Mutterkuh-Herde der Rasse "Rotes Höhenvieh", gut 30 Hühnern, ein paar Schafen, Kaninchen, Katzen und einer Ziege. "Alle gehören irgendwie zur Familie", betont das Ehepaar Köstler.

Die Kühe stehen den Sommer über auf der Weide und auch im Winter steht ihnen viel mehr Platz zur Verfügung, als die Öko-Verordnung vorschreibt. Das ist den Köstlers wichtig. "Denn bei den Tieren ist es genauso wie bei den Menschen", stellte Karolin Köstler fest. "Nicht jeder kommt mit jedem gleich gut aus, also brauchen sie Platz, um sich aus dem Weg gehen zu können."

Verkauf direkt ab Hof

Das Fleisch seiner Rinder vermarktet der Bio-Betrieb direkt ab Hof. Die selbst angebauten Kartoffeln werden durch Karolin Köstler nach der Ernte auf verschiedenen Märkten verkauft. Natürlich bietet sie ihre Produkte immer freitags im eigenen Hofladen an. Zu ihren Produkten zählt auch ihr Suppen- und Bratengewürz ohne Hefe und Geschmacksverstärker, nur mit Steinsalz haltbar gemacht.

Dass dieses Gewürz vielseitig einsetzbar ist, beispielsweise zur Herstellung von Kräuterbutter, davon konnten sich die Gäste beim anschließenden Beisammensein selbst überzeugen. Wie Projektmanagerin Elisabeth Waldeck abschließend betonte, werde die Öko-Modellregion weitere Arbeitstreffen organisieren, beispielsweise zum Thema Milchwirtschaft, und an den notwendigen Strukturen für den Ökolandbau in der Region arbeiten.
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