"Gigantisches Engagement"

Lokales
Erbendorf
11.11.2014
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Schwimmen lehren und Aufsicht an den Badeweihern: Die Arbeit der Wasserwacht hat hohen gesellschaftlichen Wert. Das sagt BRK-Kreisgeschäftsführer Holger Schedl. Doch diese Aktivitäten sind keine Selbstläufer.

Schedl appellierte beim Ehrenabend zum 50-jährigen Bestehen der Wasserwacht in der Sportgaststätte Helgert deshalb an die Politik: "Das ehrenamtliche Engagement muss vermehrt gefördert und unterstützt werden. Denn es wird immer schwieriger, Menschen für das Rote Kreuz zu interessieren." Die BRK-Organisation sei stetig präsent. "Wenn es diese Menschen nicht mehr gibt, ist es schwierig, beispielsweise die Wasserwacht aufrecht zu erhalten."

Gutes Miteinander

Die Feierlichkeiten zum Jubiläum begannen mit einem Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Dabei wurde aller verstorbenen Mitglieder und Förderer gedacht. Wasserwacht-Vorsitzender Thomas Seiler hob beim anschließenden Ehrenabend die Anwesenheit der Jugendlichen hervor: "Es ist ein Zeichen des guten Miteinanders von Jung und Alt bei uns in der Wasserwacht."

Seiler ging in seinem Festvortrag auf die vergangenen 50 Jahre ein. "Beim Rückblick stellt man schnell fest, dass die Erinnerungen an die ersten Lebensjahre oft etwas verschwommen sind." Das war nach seinen Worten bei der Suche nach Unterlagen aus den Anfangsjahren der Wasserwacht nicht anders. Seiler freute es besonders, dass von den damals 14 Gründungsmitgliedern Marianne Hösl an der Feier teilnahm. Die Gründungsmitglieder und die Urgesteine der Wasserwacht, wie Franz Trastl, prägten die Ortsgruppe. "Sie bildeten als engagierte Mitglieder den Nährboden, auf dem unsere heutige Wasserwacht aufgebaut ist", so Seiler. Er nannte bei seinem Zug durch fünf Jahrzehnte besondere Menschen, die die Wasserwacht zu dem machten, was sie heute ist. So Bademeister Franz Götz, der von der Jugend für sein strenges Regiment im Freibad gefürchtet war, oder die langjährigen Technischen Leiter Otmar Kastner und Erich Köllner.

Die Spuren vertiefen

Seiler nannte Wolf-Dieter Scholz, den ersten Taucher der Wasserwacht, den Ausbilder Karlheinz Koch, Christian Lotter, den letzten aktiven Taucher Michael Schlicht und Walter Seiler. "Einige sind immer noch dabei, ihre Spuren zu vertiefen", sagte Seiler. Hier nannte er vor allem Ingrid und Peter Linkel sowie Theo Heimerl, der auch stellvertretender Schatzmeister des Wasserwacht-Kreisverbandes Tirschenreuth ist.

Der Vorsitzende würdigte auch das langjährige Engagement von Wasserwacht-Arzt Dr. Hans-Joachim Zebisch und Achim Wißgott. Einen Dank sprach Seiler dem gesamten Vorstand für die gute Mitarbeit und Zusammenarbeit aus. "Die Vorbereitungen für den heutigen Abend haben gezeigt, dass alle da sind, wenn man sie braucht." Er dankte auch allen Einrichtungen, wie den BRK-Gruppierungen, der Stadt Erbendorf für die Unterstützung im Freibad und der Gemeinde Krummennaab am Erlenweiher in Thumsenreuth.

"Es war etwas Besonderes, neben Franz Trastl im Freibad Wachdienst zu schieben", blickte Bürgermeister Hans Donko in seine Jugendzeit zurück. "Sport zu treiben und Menschen zu retten, deshalb gibt es die Wasserwacht", fasste er die Gründung am 16. Oktober 1964 zusammen.

Doch habe sich die Gesellschaft seiner Meinung nach verändert. "Dem Schwimmen ist durch andere Aktivitäten der Rang abgelaufen worden", stellte er fest. Es sei problematisch, wenn heute nur noch 50 Prozent der Jugend schwimmen könne. "So wie jeder schreiben können muss, müsse man auch schwimmen können", forderte er.

Zügel in der Hand

Den Wasserwachtlern sprach der Bürgermeister für ihr Engagement seinen Dank aus, vor allem für den Wachdienst im Freibad. "Ohne den ehrenamtlichen Dienst der Wasserwacht würde es heute nicht gehen", stellte er fest. Seinen besonderen Dank richtete er an Vorsitzenden Thomas Seiler: "Er hat die Zügel in der Hand."

Im weiteren Verlauf des Ehrenabends wurden zahlreiche Mitglieder der Wasserwacht geehrt (der NT berichtete). Ein gemeinsames Festessen und die Besichtigung der Ausstellung über die 50-jährige Geschichte der Wasserwacht schlossen sich an.
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