"Gott hat mich geleitet"

Lokales
Erbendorf
25.06.2015
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80. Geburtstag feiert der ehemalige Passauer Bischof und Ehrenbürger der Stadt Erbendorf, Wilhelm Schraml, am Freitag. Gefeiert wurde bereits am Sonntag in der Drei-Flüsse-Stadt. Rund 50 Gläubige aus der katholischen Pfarrei mit Pfarrer Martin Besold sowie eine Abordnung des Stadtrats wünschten Glück und Gottes Segen.

Gleich 130 Lebensjahre galt es zu feiern. Den neben dem 80. von Bischof em. Schraml beging der aktuelle Passauer Bischof Dr. Stefan Oster seinen 50. Geburtstag. Im Hohen Dom St. Stephan im Passau fand hierzu am Sonntag eine feierliche Vesper statt, bei der die Delegation aus der Steinwaldstadt in den ersten Reihen saß.

Mit dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hielt ein langer Weggefährte beider Priester die Predigt. Wie er unter anderem sagte, seien Schraml und Oster gebürtige Oberpfälzer und aus seiner Diözese. Voderholzer hob die freundschaftliche Verbundenheit mit den Jubilaren hervor und trug zum Ende seiner Ausführungen beiden noch ein Geburtstagsgedicht vor, das von den Gottesdienstbesuchern noch komplettiert wurde.

Dank für die Liebe Gottes

Neben Bischof Oster sprach zum Ende der Vesper auch Bischof Schraml Dankesworte. Besonders freute er sich, dass aus seiner Heimatpfarrei Erbendorf so viele mit ihm diesen Tag feiern. "Gott hat mich 80 Jahre geleitet und geführt", stellte Schraml fest. "Ich danke Gott, dass er uns liebt und dass wir ihn kennen und lieben dürfen." Gott sei es gewesen, der ihn zum Priester und Bischof gemacht und durch das Sakrament der Priesterweihe dazu befähigt habe.

"Gott kommt zu uns nur durch die Menschen", stellte der Jubilar fest. Deshalb sei nach seinen Worten die Stunde des Dankes an Gott auch ein Dank an die vielen Menschen, die ihn im Leben begleitet haben. "Es ist nicht die Stunde, um einzelne Namen zu nennen", so Schraml. "Ich möchte aber meine Eltern nennen. Meine Mutter, die mich mit elf Jahren verlassen hat. Ein Dank auch dem Vater, der uns drei Brüder nach seiner langen Gefangenschaft aufzog."

Schraml vergaß in seinen Dankesworten nicht die Priester und Diakone, die hauptamtlichen Mitarbeiter, die vielen Frauen und Männer, die mit Glaube, Redlichkeit und Herzlichkeit ihm zuarbeiteten und nicht zuletzt im Gebet unterstützten. Ihnen allen sprach er ein großes Vergelt's Gott aus. "Ich bin so vielen Menschen in meinem Leben begegnet. Sie alle haben mir geholfen, die Menschen zu Christus zu führen."

Begleitung im Gebet

"Den Wahlspruch nach Paulus 'Jesus Christus als den Herrn verkünden' habe ich seit meiner Weihe als Weihbischof von Regensburg", so Schraml. "Das ist Sendung ," stellte er hierzu fest. "Wir können das nur, wenn wir uns ganz auf Christus konzentrieren und eine innere Beziehung mit ihm aufbauen." Mit diesen Worten freute er sich, dass sich sein Nachfolger als Bischof von Passau, Dr. Oster, das große Anliegen der Erneuerung des Glaubens auf die Fahnen geschrieben habe. "Ich begleite dieses Anliegen mit meinem bescheidenen Gebet."

Schraml erinnerte sich an eine Privataudienz bei Papst Johannes Paul II. im Jahre 2004. "Der Heilige Vater stimmte zu, dass wir uns in der Feier der Eucharistie und Anbetung des Herrn im Herzen unseres Glaubens finden. Es bewegt mich, dass Gott mich in meiner Armseligkeit und Unvollkommenheit getragen hat. "So ist die Stunde meines Amtes letztlich auch die Stunde Gottes." Zum Jubeltag Schramls überreichte Bischof Oster an ein besonderes Messgewand. Es zeigt die Jungfrau Maria, den heiligen Bruder Konrad und den heiligen Wilhelm sowie auf der Rückseite die Wappen der Päpste, die den Wallfahrtsort Altötting besucht haben, Johannes Paul II. und Benedikt XVI.

Im Anschluss an den Gottesdienst waren die Gläubigen sowie Hunderte von Geistlichen aus den Diözesen Passau und Regensburg zur weltlichen Feier im Festzelt hinter dem Priesterseminar am Domberg eingeladen.Hier kamen die Erbendorfer mit ihrem Bischof in direkten Kontakt und konnten ihm persönlich die Glück- und Segenswünsche aussprechen. Für die katholische Pfarrei gratulierte Pfarrer Martin Besold, Kirchenpfleger Alfons Meierhöfer und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Holger Popp. Bürgermeister Hans Donko überbrachte die Grüße der Stadt an ihren Ehrenbürger. Mit dabei waren auch zweiter Bürgermeister Johannes Reger und dritte Bürgermeisterin Sonja Heindl. Von der Stadt und von der Pfarrei erhielt der Jubilar jeweils ein Geldgeschenk.

So hatte der Jubilar zahlreiche Hände aus seiner Heimat zu schütteln. Unverhofft mischte sich unter den Besuch aus dem Steinwald auch der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, der mit der Spitze von Pfarrei und Stadt ins Gespräch kam.
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