Großer Korb im kleinen Saal

Lokales
Erbendorf
31.03.2015
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Für Christian Bauer war es der letzte Rechenschaftsbericht als CSU-Vorsitzender. Bei den Neuwahlen trat er nicht mehr an. Der Ortsverband dankte ihm für seine zwölfjährige Tätigkeit im kleinen Saal der Stadthalle mit einem großen Präsentkorb.

Zum Abschied ließ Bauer Statistik einfließen. So gehören aktuell 132 Mitglieder dem Ortsverband an. Das Durchschnittsalter beträgt 54,8 Jahre, und die durchschnittlichen Mitgliedsjahre liegen bei 22,3.

Rückblickend konnte der scheidende Vorsitzende von einem erfolgreichen Jahr mit vielen Veranstaltungen berichten. Vor allem hob er die Kommunalwahlen 2014 hervor. "Ich war bereits damals ein vehementer Unterstützer der Liste Zukunft TIR", stellte er klar. "Heute die Frage an euch: Wo stünde die CSU im Kreistag ohne sie?" Dank der Liste hätte heute die CSU die Mehrheit im Gremium. "Was die CWL in Erbendorf für die CSU ist, ist die Zukunft TIR für die Kreis-CSU." Mit Hans Donko, Christian Bauer und Marco Vollath seien jetzt drei Kreisräte aus Erbendorf im Kreistag vertreten.

Dank an Urgestein

Zu den Gründen seines Rückzugs merkte Bauer an, dass zwölf Jahre genug seien. Er machte aber kein Hehl daraus, dass er sein Ziel von 150 Mitgliedern bei seinem Ausscheiden "leicht verfehlt" hat. Übernommen hatte er den Ortsverband mit 103 Mitgliedern.

Ein besonderer Dank ging an CSU-Urgestein Hans Grünwald: "Ohne dich wäre es in dieser Zeit für mich schwieriger gewesen." Eine Lobeshymne galt auch seiner politischen Wegbegleiterin Angela Neugirg. Auch für sie ist nach zwölfjähriger Geschäftsführertätigkeit Schluss.

In seiner Abschiedsrede fehlten auch Worte des Bedauern nicht. So entschuldigte sich Bauer für seine persönlichen Angriffe und kritischen Worte im Vorfeld des Stadthallenbaus vor gut drei Jahren bei Roland Wellenhöfer und Franz Bäumler. "Politik ist Wunschdenken", stellte Christian Bauer abschließend fest. Nicht ohne Augenzwinkern sagte er zuguterletzt: "Der Mohr ist fertig, der Mohr kann gehen."

Sein Nachfolger Johannes Reger stellte fest, dass hinter der Arbeit Bauers Leidenschaft steckte. "Drei große Wahlen lagen in deiner Amtszeit, und in all den Jahren hast du die Partei geformt." Als Dankeschön überreichte Geschäftsführerin Angela Neugirg mit Frauen-Unions-Vorsitzender Sonja Heindl und Johannes Reger einen übergroßen Präsentkorb, den Bauer dankend annahm.

"Wir werden landauf, landab um unsere neue Stadthalle beneidet", stellte Bürgermeister Hans Donko in seinem Grußwort fest. Er dankte vor allem den CSU/CWL-Stadträten, die Mut bewiesen hätten, als Gesellschafter in der Steinwald-Gastro- Bau- und Betriebs GmbH mitzuwirken. Zum Standort der Stadthalle merkte der Bürgermeister an, dass dieser der einzig richtige gewesen sei. Er zollte dem Stadtrat Respekt, dass er Flagge gezeigt habe. Als eine "Erfolgsgeschichte" bezeichnete Donko auch das Vier-Sterne-Aribo-Hotel an der Tirschenreuther Straße sowie das generalsanierte Waldhaus im Steinwald. "All das geht nicht von alleine, da braucht man ein Netzwerk, das bis nach oben reicht."

In seinem Grußwort sprach der Bürgermeister ebenso die Entwicklung des Gewerbegebiets an. Heute käme gut die Hälfte der Gewerbesteuereinnahmen aus diesem Gebiet. Auch entstehen immer wieder neue Arbeitsplätze, die er am Beispiel der IGZ-Automation verdeutlichte. Waren es in diesem Unternehmen gut 20, werden es nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus rund 100 Beschäftigte sein. "Gemeinsam mit der Steinwald-Allianz werde die Region weit über die Grenzen hinaus wahr genommen", so der Bürgermeister. Viele Fördergelder gäbe es heute nur noch im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit. "Das gibt uns Mut für die Zukunft", stellte Donko fest.

Aus der Arbeit der CSU-Stadtratsfraktion berichtete Fraktionsvorsitzender Johannes Reger. "Was in Erbendorf geschaffen wurde, kann sich sehen lassen", stellte er fest. Dies liege seiner Meinung nach unter anderem an der Fraktionsarbeit. "Hier wird nicht taktiert, wir sehen uns mehr als Ideengeber."

"Für große Programme"

Reger stellte fest, dass sich vieles im ländlichen Raum zum Besseren entwickelt habe. "Wichtig ist es deshalb, am Ball zu bleiben." Als Beispiel nannte er den Breitbandausbau und den kulturellen Bereich. "Unsere neue Stadthalle eignet sich auch für größere Programme, wie wir mit Günther Grünwald sehen konnten." Mittlerweile sei die Stadthalle ein Mosaiksteinchen im Bereich der Kindertagesstätten geworden. "Denn über die Stadthallen-Küche werden unsere Kinder verköstigt", so Reger.
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