Impuls für Bio-Milch

Lokales
Erbendorf
14.09.2015
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"Das Produkt Milch muss den Preis erhalten, dass die Landwirte auch davon leben können." Das stellte Bürgermeister Hans Donko bei einer Info-Veranstaltung der Öko-Modellregion der Steinwald-Allianz fest.

Neben Informationen zur Bio-Milchviehhaltung und Vorstellung von Molkereien standen am Nachmittag Betriebsbesichtigungen auf dem Programm. "Landwirte sind auch Landschaftspfleger", betonte der Allianz-Vorsitzende Donko zum Auftakt in der Stadthalle.

In seiner Rede ging er auch auf die Versorgungsquote ein. So seien im Jahre 1950 von einem Landwirt zehn Menschen ernährt worden, 1990 waren es bereits 69. "Heute produziert ein Landwirt bereits für 144 Menschen." Donko sprach auch den Verfall bei den Milchpreisen an und forderte, dass die Milch den Preis erhalten müsse, damit der Landwirt auch leben kann.

Umsteigen?

"Eine Möglichkeit sei für die Landwirte, auf Bio-Erzeugung umzusteigen", so Donko. Denn Bio habe beim Verbraucher einen höheren Wert und erziele daher einen höheren Preis. "Hier ist der Ansatz, dem sich die Öko-Modellregion Steinwald-Allianz stellt", betonte der Vorsitzende. "Wir dürfen das Produkt nicht nur erzeugen, sondern wir müssen das Produkt auch vermarkten." Donko drückte seinen Wunsch aus, dass von dieser Veranstaltung ein Impuls für eine Bio-Strategie ausgehe.

Diplom-Agraringenieurin Elisabeth Waldeck, Managerin der Öko-Modellregion der Steinwald-Allianz und Organisatorin der Veranstaltung, freute sich über die gute Resonanz des Informationstags, der rund 50 Landwirte aus der Region anzog. "Die Bio-Milcherzeugung kann für viele Milchviehhalter ein lohnendes Betriebskonzept sein", stellte sie fest. Denn die Nachfrage nach Bio-Milch sei groß. "Der Verbraucher greift immer mehr zu Bio-Produkten, vor allem zu Milchprodukten."

Vom Fachzentrum Ökologischer Landbau aus Neumarkt informierten Landwirtschaftsdirektor Georg Stöckl und Fachberater Alfons Zeilnhofer über die Umstellung eines Betriebs auf Bio-Milch-Erzeugung. Zeilnhofer ging auf die Bauvorschriften der Ställe und Laufställe und deren Mindestanforderungen ein. "Jeder umstellungswillige Betrieb muss für sich alleine geprüft werden, was möglich ist und was nicht", so Zeilnhofer. Der Leiter des Fachzentrums, Georg Stöckl, stellte fest, dass gerade Milcherwerbsbetriebe dafür prädestiniert seien, auf Bio umzustellen. "Bio-Milch ist vom Milchpreis abgekoppelt." Er ging auch auf die Fütterung ein und hob hier vor allem die Kurzrasenweide hervor. "Es gibt kein tiergerechteres Futter."

Blick auf Betriebe

Bei der Info-Veranstaltung stellten sich zudem die Molkereien Bayernland und die Naabtaler Milchwerke vor und informierten über die Annahme und den Absatz von Biomilch. Am Nachmittag ging es für die Teilnehmer auf Exkursion in drei Betriebe. Markus Meierhöfer aus Wetzldorf stellte seinen Naturland-Betrieb ebenso vor wie Stefan Koschta, der in Unterwappenöst einen Naturland-Betrieb unterhält. Nicht zuletzt wurde der Demeter-Betrieb Ludwig Dötterl in Erdenweiß besucht.
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