In Feierlaune

Stolz war das Erbendorfer Rote Kreuz, als es im Jahr 1952 sein erstes Sanitätskraftfahrzeug in Dienst stellen konnte. Repro: njn
Lokales
Erbendorf
22.11.2014
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Vor allem Frauen waren es, die in den Anfangsjahren das Rote Kreuz in Erbendorf führten. Heute, 125 Jahre nach der Gründung, präsentiert sich die Bereitschaft als intakte Truppe. Ein guter Grund, das Jubiläum zu begehen.

Die BRK-Bereitschaft feiert am heutigen Samstag, 22. November, mit einer großen Geburtstagsfeier ihr 125-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum passend ist die Bereitschaft der erste Verein, der im großen Saal der neu erbauten Stadthalle ein Fest feiern kann.

Die Gründung geht in das Jahr 1889 zurück, als Berta Freifrau von Reitzenstein zu Reuth bei Erbendorf das Rote Kreuz in Erbendorf ins Leben rief. "Sie griff die Idee von Henry Dunant, Gründer des Roten Kreuzes, auf und etablierte das Rote Kreuz in der Steinwaldstadt." So umschreibt BRK-Bereitschaftsleiter Sven Lehner die Gründung in Erbendorf.

Zu Beginn waren es Frauen von namhaften Persönlichkeiten, die die Gemeinschaft führten. So folgte auf Reitzenstein von 1891 bis 1896 die Frau des evangelischen Pfarrers Riedelbach, dann bis 1905 die Ehefrau des ebenfalls evangelischen Pfarrers Kieß. Eine, die das Rote Kreuz prägte wie keine andere, war die Vorsitzende Margarete Loritz, Ehefrau des Apothekers. Gut 50 Jahre wirkte sie in der Gemeinschaft mit den wohl größten Aktivitäten während der beiden Weltkriege.

Ein neuer Abschnitt für die Rot-Kreuz-Arbeit begann 1951 mit der Errichtung des Kreiskrankenhauses Erbendorf. Im gleichen Jahr fand die Gründungsversammlung für die Kolonne und Bereitschaft statt. Gut 30 Männer und ebenso viele Frauen trugen sich in die Listen ein. Zum ersten Kolonnenführer wurde Heinrich Liedl gewählt, zum Stellvertreter Hans Schinner. Über viele Jahre wurde die Bereitschaft auch von Kolonnenarzt Baron Dr. Nils Freiherr von Stromberg geprägt.

1952 erster Sanka

Der erste Sanitätskraftwagen, kurz Sanka genannt, folgte im Oktober 1952. Sieben Jahre später rollte ein weiteres Krankenfahrzeug, ein Mercedes 190 D, das bereits mit Sprechfunk, Beatmungs- und Frühgeburtengerät ausgerüstet war. 1955 löste Otto Schmidt den bisherigen Kolonnenführer Liedl ab. Genau 30 Jahre führte Schmidt, bekannt als "Frühlingswirt", die BRK-Bereitschaft.

1959 erfolgte die Fahnenweihe. Im Jubiläumsjahr 2014 wurde das Banner restauriert und erhielt erneut den kirchlichen Segen. War das Rote Kreuz mit seinen Krankenfahrzeugen Anfangs im BRK-Altenheim untergebracht, konnte Ende der 1960er Jahre ein Anwesen am Unteren Markt erworben werden, das fast drei Jahrzehnte als Rot-Kreuz-Haus genutzt wurde, bis in den 1990er Jahren die heutige Rettungswache in der Kemnather Straße bezog.

Heute führt Sven Lehner die intakte BRK-Bereitschaft. Zum Erbendorfer Roten Kreuz gehören auch die Wasserwacht, die in diesem Jahr auf ihre 50-jährige Gründung zurückblicken kann, und das Jugendrotkreuz.
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