Kein Platz für Ballermänner

Lokales
Erbendorf
28.10.2014
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Sie sind diszipliniert, traditionsbewusst und heimatverbunden. Eine Lanze für die Schützenvereine brach Innenminister Joachim Herrmann in seiner Ansprache beim Oberpfälzer Schützentag in Erbendorf.

"Die Schützen sind ein Teil der inneren Sicherheit und tragen mit ihrem Patriotismus zur Identität des Landes bei." Das sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Sonntag in seiner Ansprache zum 125-jährigen Bestehen des Oberpfälzer Schützenbundes. "Unsere Schützen pflegen die Zusammengehörigkeit von Jung und Alt, Mann und Frau, beweisen Teamgeist und haben ein Wir-Gefühl."

"Schützenminister"

Unter den Klängen des Spielmannszuges zog Herrmann in Begleitung von OSB-Präsident Franz Brunner und Erbendorfs Bürgermeister Hans Donko in die zum Festsaal umgestaltete Doppelsporthalle ein. Der Oberpfalz schrieb der Minister eine lange Schützentradition zu. Wie er ausführte, fielen in sein Ressort als Innenminister zum einen das Waffenrecht und zum anderen als Sportminister auch das Sportschützenwesen. "So kann ich sozusagen als bayerischer Schützenminister dem OSB zum Jubiläum gratulieren." Die Schützenvereine bezeichnete er als "Traditionsvereine." Unter den zahlreichen Disziplinen sei im Schützensport für jeden etwas dabei. Er hoffe, dass die große Begeisterung für den Schießsport auch weiterhin anhalte.

"Wir machen uns für die Schützenvereine stark", so der Minister. So sei die Nachwuchsförderung eine zentrale Herausforderung, die die Landesregierung mit unterstütze. "Denn die großartige Tradition der Schützenvereine muss an die jüngere Generation weitergegeben werden."

Zum OSB-Landesleistungszentrum in Pfreimd merkte Innenminister Herrmann an, dass dieses in der Vergangenheit durch den Bund und das Land gefördert wurde. "Der Freistaat verzichtet auf die noch vom OSB zurückzuzahlenden Mittel", gab er bekannt. "Ich hoffe, der Bund macht dies auch." Eine Antwort hierzu kam gleich von Bundestagsabgeordneter Marianne Schieder aus Schwandorf. Sie teilte mit, dass der Bund ebenfalls auf eine Rückzahlung verzichte.

Zum Thema Amokläufe nahm der Minister das Schützenwesen in Schutz. "Schützenvereine stehen zu ihrer Verantwortung, sie geraten zu Unrecht bei Amokläufen in Verruf." Es sei falsch, den Schießsport pauschal zu verurteilen. "Ballermänner haben in Vereinen keine Chance."

Gegen EU-Pläne

Eine Absage erteilte Herrmann dem Vorhaben auf europäischer Ebene, das Waffenrecht direkt durch die EU zu regeln. "Wir wollen ein konsequentes Waffenrecht", so der Minister. "Wir haben ein restriktives Waffenrecht und brauchen daher keine europäische Bürokratie."

Innenminister Herrmann bekräftigte, dass der Freistaat zum OSB stehe. "Wir schätzen die wertvolle Arbeit." Augenzwinkernd wünschte er den Schützen, "nicht auf die Schwarzen, sondern ins Schwarze zielen."
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