Kollision am Flugfeld

Lokales
Erbendorf
10.10.2014
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Schaden im fünfstelligen Bereich, aber keine Verletzten: Ein Flugunfall in der Erbendorfer Schweißlohe am Samstag endete glücklich. Die Pilotin hatte in der Luft alles richtig gemacht, nach der Landung begannen die Probleme.

(wüw) Zwei Flugzeuge kollidierten, der Segler seines Vereins sei ein Totalschaden, und dennoch berichtet der Vorsitzende der Grafenwöhrer Segelflieger Gerhard Döhrling völlig unaufgeregt vom Vorfall vom Samstag. "Es klingt schlimmer, als es tatsächlich war", begründet er seine Ruhe. Der vereinseigene Ganzmetallsegler vom Typ Planic ASK 21 sei perfekt gelandet, am Boden dann allerdings ausgebrochen. "Die Pilotin hat gegengelenkt und dabei übersteuert." Daraufhin habe die Tragflächenspitze ein Motorflugzeug erwischt.

Die Frau hatte Glück und blieb bei dem Unfall unverletzt. Wie schnell sie zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes war, lasse sich nur schwer sagen. "Die Landegeschwindigkeit liegt bei 80 bis 90 Stundenkilometer", sagt Döhrling. Er schätzt, dass das Flugzeug beim Zusammenstoß noch 50 bis 60 Stundenkilometer schnell war.

Das motorisierte Schleppflugzeug "wird wohl bald wieder fliegen." Die Maschine gehört ebenfalls dem Grafenwöhrer Verein. Die Spitze der Tragfläche traf die Maschine unterhalb des Propellers am Motor, dort fehlt nun ein Kunststoffteil. Wesentlich schwerer hat es den Segelflieger erwischt. An der Planic aus dem Jahr 1974 klafft zwischen Rumpf und Flügel eine zehn Zentimeter starke Lücke. "Ich gehe von einem Schaden von 10 000 Euro plus X aus", sagt Döhrling.

Technisch gesehen sei das Flugzeug damit ein Totalschaden, weil die Reparaturkosten den Marktwert übersteigen. Dennoch spreche viel für eine Reparatur. Der Verein habe erst vor zwei Jahren rund 15 000 Euro investiert, um die Flugfähigkeit zu erhalten. Außerdem kommen noch ideelle Werte ins Spiel: "Die Planic hat unserem Ehrenvorsitzenden Paul Deyerling gehört. Er hat sie uns überlassen." Der Verein nutzte sie zuletzt vor allem für die Ausbildung von Pilotenschüler.

Am heutigen Freitag ist Döhrling in aller frühe in Richtung Nordwesten aufgebrochen. Ein Spezialist im Ruhrgebiet soll sich den Flieger anschauen, danach wird eine Entscheidung über dessen Zukunft fallen. Aktuell befinden sich im Flugzeugpark des Vereins vier Segelflugzeuge. Dazu kommen zwei Motorsegler und das beschädigte Motorflugzeug.
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