Kolping feiert "110-Jähriges"

Lokales
Erbendorf
16.04.2015
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Die Kolpingfamilie Erbendorf blickt auf eine 110-jährige Geschichte zurück. Die Brüder und Schwestern feiern am Samstag, 18. April, einen Dankgottesdienst in der Pfarrkirche und laden zum Festabend im Kolpinghaus ein. Ehrengäste sind der emeritierte Bischof und Ehrenbürger der Stadt, Wilhelm Schraml, sowie Diözesanpräses Stefan Wissel.

Genau am 19. März 1905 wurde die Kolpingsfamilie unter dem damaligen Namen "Katholischer Gesellenverein" in der Gastwirtschaft "Zur Hetsche" unter der Federführung von Benefiziat Franz Lederer ins Leben gerufen. Bei der Gründungsversammlung trugen sich 53 Männer als aktive Mitglieder und 47 als sogenannte Ehrenmitglieder ein. Selbst ein Vereinsgruß wurde eingeführt: "Gott segne das ehrbare Handwerk - Gott segne es."

Fahnenweihe 1911

Ein weiterer Meilenstein war die Fahnenweihe im Jahr 1911. Noch heute wird die Vereinsfahne von den Kolpingmitgliedern mit Stolz getragen. Erster Höhepunkt nach dem Ersten Weltkrieg war die Rom-Pilgerfahrt der katholischen Gesellenvereine im Jahre 1925, an der auch der Erbendorfer Gesellenverein mit Fahnenabordnung teilnahm. Wie überliefert ist, berührte bei der Audienz am 27. September auch Papst Pius XI. die Fahne und fragte, woher des edle Stück mit dem schönen Wappen sei.

Verbot ignoriert

Eine schwere Zeit durchlief der Gesellenverein in der Nazi-Zeit. Die Vereinsarbeit wurde durch zahlreiche Versammlungsverbote erschwert. 1934 erfolgte eine Umbenennung aller Gesellenvereine. Von nun an schrieben sie sich "Deutsche Kolpingsfamilie." Zur Fronleichnamsprozession 1935 wurde der Kolpingsfamilie verboten, die Vereinsfahne mitzuführen. Doch die Mitglieder bewiesen Mut und trugen sie trotz Verbots mit Stolz voran. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg übertrug die Kolpingsfamilie ihr Vermögen an die katholische Kirchenstiftung, um einem Vermögensentzug vorzubeugen.

1938 kam als Benefiziums-Provisor Ludwig Spießl nach Erbendorf. Eine Zusammenarbeit mit den Kolpingmitgliedern wurde immer schwieriger, da die Gestapo ein Auge auf Spießl hatte. 1939 wurde er verhaftet und kam für gut ein Jahr in Regensburg in Schutzhaft. Ganze fünf Jahre verbrachte er in der Folge in den Konzentrationslagern in Sachsenhausen und in Dachau, wo er am Gründonnerstag 1945 von US-Truppen befreit wurde. Auf Initiative des damaligen Stadtpfarrers Josef Hofmann erfolgte an Weihnachten 1945 die Wiedergründung des Vereins unter dem Namen Kolpingsfamilie. Seither entwickelte sich ein reges Vereinsleben. Zahlreiche Wallfahrten und Ausflüge unternahmen die Mitglieder. In den 1970-er Jahren öffnete sich die Gemeinschaft auch für Frauen. Anlässlich des 75. Gründungsfestes 1980 wurde nach Umbau- und Sanierungsarbeiten das bisherige Volkshaus in Adolf-Kolping-Haus umbenannt.

Heute ist die Kolpingsfamilie aus dem gesellschaftlichen und pfarrlichen Leben in Erbendorf nicht mehr wegzudenken. Die Mitglieder vermitteln christliche Werte. Mit zahlreichen Vorträgen und Veranstaltungen bietet die Kolpingsfamilie ein breites Angebot für jedes Alter an. Vor allem hat der Verein ein Augenmerk auf junge Familien.

Lieder vom Projektchor

Zum Jubiläum lädt die Kolpingfamilie am Samstag, 18. April, um 18 Uhr zum Festgottesdienst in die katholische Pfarrkirche Mariä-Himmelfahrt ein. Bischof em. Wilhelm Schraml wird die Messe gemeinsam mit dem Diözesanpräses Stefan Wissel aus Regensburg und Pfarrer Martin Besold zelebrieren. Gestaltet wird der Gottesdienst von einem Projektchor, der aus Mitgliedern der Kolpingsfamilie unter Leitung von Veronika Hille und Regina Herrmann besteht.

Rückblick auf Video

Nach dem Gottesdienst findet ein Festzug zum Kolpinghaus statt, wo mit einem Festabend das "110-Jährige" gefeiert wird. Unter anderem ist ein Impulsvortrag von Diözesanpräses Wissel zum Thema "Wo sind die Bausteine für die Zukunft unserer Gesellschaft?" vorgesehen sowie ein Video-Rückblick auf die Geschichte der Kolpingsfamilie von Jochen Neumann. Musikalisch umrahmt die Stadtkapelle Erbendorf den Festabend, bei dem für das leibliche Wohl der Gäste bestens gesorgt ist.
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