Milben trüben Freude am Honig

Lokales
Erbendorf
27.01.2015
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Der weltweit beobachtete Anstieg der Temperatur zeigt indirekt Auswirkungen auf die heimischen Bienen. So begann die Pflanzenblüte im vergangenen Jahr 19 Tage früher, die Vegetationszeit dauerte fünf Tage länger. Das hat für Imker aber nicht nur positive Folgen.

Die früh gestartete und lang anhaltende Bienensaison begünstigte die Vermehrung der Varroamilben und wurde dadurch manchem Imker zum Verhängnis. Das machte Hans Dötterl in seinem letzten Jahresbericht als Vorsitzender des Imkervereins deutlich.

In der Generalversammlung im Café Kohr stellte Vorsitzender Hans Dötterl fest, dass durch die Verteilung der Bienenvölker die flächendeckende Bestäubung im Großraum Erbendorf gesichert war. "Die Bienensaison brachte ein reichliches Trachtangebot." So gab es bereits am 16. Februar vergangenes Jahres die Haselblüte, am 19. März die Weidenblüte. "Es war der heißeste März."

Die Bienen erreichten bereits Ende April das Brutmaximum, nach drei Wochen das Bienenmaximum. Dötterl schränkte aber ein, dass der frühe Brutbeginn die Vermehrung der Varroamilben begünstigte. "Zudem lassen mehr Brutperioden pro Saison auch mehr Milben hochkommen." In diesem Zusammenhang sprach er die Varroa-Behandlung an, die von August bis Dezember durchgeführt werden müsse.

Herrenlose Schwärme

"Im vergangenen Jahr begann die Pflanzenblüte 19 Tage früher und die Vegetationsperiode hat sich sogar um fünf Tage verlängert", stellte Dötterl fest. Der Grund hierfür sei nach seiner Meinung der Anstieg der Jahresmitteltemperatur. "Die ersten Schwärme kamen dadurch bereits Ende April." Er stellte für die abgelaufene Bienensaison auch viele herrenlose Schwärme fest und berichtete, dass sich die im Mai gebildeten Ableger bis Oktober zu überwinterungsfähigen Völkern entwickelten.

Dötterl sprach auch die monatlichen Imkerversammlungen an, die immer gut besucht waren. Auch sei es wieder gelungen, Kindern und Jugendlichen die Imkerei durch Infostände mit Schaukästen in Schulen und Kindergärten näher zu bringen. Besonders erfreut zeigte sich der Vorsitzende über die gute Resonanz des Anfängerkurses des Kreisverbandes in Sassenhof.

Zweiter Bürgermeister Johannes Reger betonte in seinem Grußwort, dass Bienenzucht auch Umweltschutz sei. Er hob die ausgezeichnete Öffentlichkeitsarbeit des Vereins hervor, die sich in der Alterstruktur zeige. Viele junge Imker werden in die Vereinsarbeit aktiv mit einbezogen. "Bei diesem Vereinsleben der Imker kommen nicht nur die Bienen ins Schwärmen", sagte Reger.

Klaus Schmidt, der neue Vorsitzende des Imkervereins, bat zweiten Bürgermeister Johannes Reger, bei Bepflanzungsmaßnahmen in der Stadt mehr Blumenvielfalt zuzulassen. "Geranien an Brücken und Fenstern sind zwar sehr schön, helfen aber unseren Bienen nichts", klärte Schmidt auf. "Sie haben einen zu kurzen Rüssel, um den Nektar aus diesen Blüten zu holen."

Verein deutlich älter

Schmidt sprach auch das Jubiläum des Imkervereins an. "Wir sind davon ausgegangen, dass unsere Gründung ins Jahr 1887 zurückgeht." Aufgrund einer Aufarbeitung der Geschichte des Kreisverbandes Tirschenreuth durch Robert Treml aus Waldsassen stehe aber fest, dass der Verein bereits seit 1865 besteht und er somit in diesem Jahr sein 150-Jähriges hat. Wie das Jubiläum gefeiert werden soll, verriet Schmidt bereits: "Der Oberpfälzer Imkertag soll in Erbendorf stattfinden."

Der Vorsitzende wies noch auf die Treffen jeden dritten Freitag im Monat im Bienenstüberl in Sassenhof hin. Neben den Imkern seien Interessierte jederzeit willkommen.
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