Neues Energiekonzept vorgestellt - Neuland Geothermie
An die Spitze Deutschlands

Lokales
Erbendorf
10.10.2014
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"Unseren Bedarf bis 2050 vollständig aus erneuerbaren Energien abzudecken, ist ein stolzes Ziel. Jetzt müssen wir den ersten Schritt machen." Das sagte Bürgermeister Hans Donko bei der Vorstellung des Abschlussberichts zum Energiekonzept, den das Energietechnologische Zentrum Weiden (etz) und die Energieagentur Nordbayern vorstellten.

Peter Heymann von der Energieagentur Nordbayern erläuterte die Überlegungen. So betragen die gesamten Energiekosten aller privaten Haushalte rund 5,5 Millionen Euro und die der Industriebetriebe vier Millionen Euro pro Jahr. "Der größte Teil bleibt aber nicht in der Region und steht somit der heimischen Wirtschaft nicht zur Verfügung."

Thema war auch das Fernwärmenetz der Stadtwerke, an dem sämtliche öffentlichen und kommunalen Gebäude angeschlossen sind. Hierfür wird rund die Hälfte der gesamten Fernwärmeproduktion benötigt. Ein kleinerer Teil wird für Wohngebäude abgegeben. Laut Heymann ist Erbendorf in der glücklichen Lage, dass erneuerbare Energien aktuell bereits die Hälfte des Stromverbrauchs abdecken. Zudem sei ein "schöner Energiemix" vorhanden.

Mögliche Maßnahmen erläuterte Matthias Rösch vom etz. Im Fernwärmenetz stecke "noch viel Potenzial". Wichtig sei die Wahl einer wirtschaftlichen Fernwärme-Variante. Beim Energiekonzept sei die geothermische Energieerzeugung betrachtet worden. "Geologisch eignet sich Erbendorf für ein petrothermales System, bei dem hohe Wärmeströme durch unterirdische natürliche Wärmetauschung möglich sind." Durch das KTB (Kontinentale Tiefenbohrprogramm) sei die Umgebung bestens erforscht. "Mit diesem Verfahren könnte aus einer Tiefe von rund fünf Kilometern bis zu 150 Grad heißes Wasser gewonnen werden, das zur Strom- und Wärmeproduktion eingesetzt werden könnte", sagte Rösch.

Abschließend stellten Rösch und Heymann das Energieleitbild vor, das ein Energiemanagement bei den kommunalen Gebäuden, Bürgerbeteiligungen sowie ein Energie- und Wassersparprojekt vorsehe.

Bei der anschließenden Diskussion stand vor allem die Geothermie im Mittelpunkt. Donko stellte fest, dass diese grundsätzlich ein Thema sei. "Es muss aber noch weiter geprüft werden, inwieweit die Tiefengeothermie wirtschaftlich sinnvoll ist." "Ich denke, es ist sehr wohl ein Interesse da, dies in einem Forschungsprojekt voranzutreiben." Studien belegten, dass Geothermie wirtschaftlich darstellbar sei. "Wir betreten dabei Neuland, und warum soll Erbendorf nicht an der Spitze der Geothermie in Deutschland stehen", meinte der Bürgermeister.
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