Nicht nur für die Älteren

Dr. Armin Rüger appellierte an die Bevölkerung, unabhängig vom Alter eine Patientenverfügung aufzusetzen. Bild: njn
Lokales
Erbendorf
23.01.2015
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Patientenverfügung ist ein Thema, das viele gerne vor sich herschieben. Dabei ist dies nicht nur ein Fall für die Älteren. Der Arzt Dr. Armin Rüger rät aus Erfahrung, jeder sollte so früh wie möglich seinen Willen manifestieren.

SPD-Ortsvorsitzende Brigitte Scharf war vom Besuch überwältigt: Rund 100 Interessierte kamen zum Vortrag von Dr. Armin Rüger zum Thema Patientenverfügung in die Stadthalle. "Das geht jeden von uns an", betonte Brigitte Scharf.

Besonders freute es die Ortsvorsitzende, dass diese gemeinsame Infoveranstaltung der SPD-Ortsvereine Erbendorf, Friedenfels, Fuchsmühl, Krummennaab und Reuth bei Erbendorfs auf ein so großes Echo gestoßen sei. Neben zahlreichen SPD-Mitgliedern waren auch viele interessierte Bürger anwesend.

Der praktizierende Hausarzt Dr. Armin Rüger aus Sulzbach-Rosenberg sei selbst aktives SPD-Mitglied und als Stadt- und Kreisrat tätig. Zudem ist er Vorsitzender des bayernweiten Arbeitskreises Gesundheit.

Der 53-Jährige ging in seinem Referat an das Thema Patientenverfügung nicht aus rechtlicher Sicht heran, sondern aus Sicht eines Arztes. "Heute hat jeder ein Recht auf Selbstbestimmung", stellte der Arzt fest. Als Grund, warum eine Patientenverfügung für viele Menschen wichtig sei, nannte er die Angst vor Fremdbestimmung.

Zum Inhalt einer Patientenverfügung führte er aus, dass der Betroffene beispielsweise selbst festlegen könne, ob eine Ernährungssonde eingesetzt wird oder welche medizinischen Behandlungen vorgenommen werden sollen. "Die Patientenverfügung ist nichts anderes als eine an den behandelnden Arzt gerichtete Willenserklärung", so Rüger. Er riet den Zuhörern, sich bei der Erstellung mit seinem Hausarzt zu beraten.

"Die Patientenverfügung kann auch jederzeit formlos widerrufen werden", betonte der Referent. "Es ist wichtig, damit offen umzugehen und die Patientenverfügung nicht in seinem Schreibtisch zu verstecken." Der betroffene Betreuer sollte seiner Ansicht nach eine Kopie erhalten. Wichtig sei auch, die Patientenverfügung alle zwei Jahre zu aktualisieren beziehungsweise zu erneuern, dies am besten gemeinsam mit dem Hausarzt. Seine Ausführungen unterlegte der Fachmann mit zahlreichen Beispielen aus der Praxis. Er schnitt auch die Aspekte der Vorsorgevollmacht und der Betreuungsverfügung an. So sei bei der Vorsorgevollmacht keine notarielle Beglaubigung notwendig. Lediglich bei Grundbesitz und aus Beweisgründen müsse diese beglaubigt sein. "Letztendlich ist es eine Vollmacht in Gesundheitsangelegenheiten, die auch jederzeit widerrufen werden kann." Dies sei ein Thema nicht nur für ältere Menschen. Deshalb sollte jeder so früh wie möglich vorsorgen, stellte er fest.

Der Friedenfelser Allgemeinmediziner Dieter Schraml stellte zum Schluss des Infoabends die Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) vor. "Sie umfasst das gesamte Arbeitsfeld der Gesundheitspolitik und den gesundheitspolitischen Entwicklungen." Nach seinen Worten leiste die ASG einen Beitrag zur Verwirklichung einer solidarischen Gesundheitspolitik, in der die Starken für die Schwachen, die Gesunden für die Kranken, die Jungen für die Alten und die Einkommensstarken für die Einkommensschwachen einstehen.

"Der ASG können alle Mitglieder der SPD angehören. Besonders würden wir uns über die Mitarbeit von Nichtmitgliedern freuen", sagte Schraml.
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