Schatz hüten und bewahren

Lokales
Erbendorf
13.02.2015
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Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? Nein. Aber die Osterrieder-Krippe ist das ganze Jahr ein Thema. Sie wird nämlich liebevoll restauriert.

"Wer die Weihnachtskrippe für die katholische Pfarrei gestiftet hat, ist nicht mehr nachvollziehbar. Aber es hat sich herausgestellt, welcher Schatz diese Osterrieder-Krippe ist." Das sagte Pfarrer Martin Besold bei einem Informationsnachmittag im Kolpinghaus. Krippenbeauftragter Josef Bollmann stellte den Stand der Figuren-Restauration vor.

Den Teilnehmern stellte Bollmann das Leben und Wirken des als "Krippenwastl" bekannten Sebastian Osterrieder vor, der 1864 in Abensberg geboren wurde und 1932 in München als namhafter Künstler starb. Osterrieder fertigte nicht nur Krippen, sondern auch Skulpturen. Als Beispiel nannte Bollmann das Modell für das in Altötting stehende Tilly-Denkmal oder auch den Bruder-Konrad-Brunnen.

Studien im Heiligen Land

"Eindrücke für die Kulissen im morgenländischen und byzantinischen Stil holte er sich bei Studienfahrten ins Heilige Land", wusste der Experte. Mit welcher Detailtreue Osterrieder die Figuren und Hintergründe fertigte, zeige sich an den wenigen noch erhaltenen Krippen. "Unsere Pfarrei ist in der Oberpfalz die einzige mit einem noch vollständig erhaltenen Exemplar."

Zur Krippe führte Bollmann aus, dass der Zustand der Figuren über die Jahre immer schlechter wurde. "Durch das Moos und die Lagerung hat die Gussmasse Feuchtigkeit gezogen und die Stoffe sind gestockt." Teilweise wurden defekte Figuren in der Vergangenheit wieder bemalt und ausgebessert, was diese aber immer mehr vom Original entfernte.

"Die Kirchenverwaltung war schon länger der Meinung, dass hier etwas getan werden muss", stellte der Fachmann fest. Im letzten Frühjahr untersuchte Restauratorin Uta Ludwig aus Unterwössen die Krippe. Sie konnte den schlechten Zustand nur bestätigen. Die Pfarrei entschloss sich, vorerst drei Figuren restaurieren zu lassen.

Rund 20 000 Euro

Bollmann stellte fest, dass ein König, ein Flöten-Knabe und ein Page wieder im Originalzustand erstrahlen. "Eine gelungene Arbeit." Besucher konnten sich nun selbst ein Bild vom Gelingen des Projekts machen. Die Kosten belaufen sich auf 3000 Euro, Gönner haben das Geld gespendet. "Insgesamt wird die Krippenrestaurierung rund 20 000 Euro kosten. Das Geld können wir nur durch Spenden aufbringen." In diesem Zusammenhang dankte Bollmann allen Unterstützern.

Möglicherweise können Patenschaften neue Geldquellen erschließen. "Osterrieder-Krippen sind etwas Besonderes", so Pfarrer Besold. "Ich danke Josef Bollmann, der sich in dieses Thema richtig hineinkniet."
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