Söder verspricht in Erbendorf weitere Stärkung des ländlichen Raumes - Doleschal einstimmig als ...
"Weniger für München, mehr für die Oberpfalz"

Staatssekretär Albert Füracker, Finanzminister Markus Söder und JU-Bezirksvorsitzender Christian Doleschal (von links) in Erbendorf. Bild: we
Lokales
Erbendorf
29.06.2015
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Mehr geht nicht: Christian Doleschal (27) aus Brand ist am Samstag in Erbendorf (Kreis Tirschenreuth) mit 100 Prozent der Stimmen als Bezirksvorsitzender der Jungen Union (JU) wiedergewählt worden. Ein Ergebnis, bei dem es Finanzstaatssekretär Albert Füracker ein wenig mulmig wurde: "100 Prozent traue ich mir nicht zu, ganz ehrlich." Der Neumarkter möchte am 18. Juli in Barbing (Kreis Regensburg) die Nachfolge von Bezirksvorsitzender Emilia Müller aus Bruck (Kreis Schwandorf) antreten. Die Oberpfälzer JU stärkte dem 47-Jährigen gleich mal den Rücken - mit 100 Prozent ...

"Wir Unterbayern ..."

Eine harmonische Bezirksversammlung in der Erbendorfer Stadthalle, bei der es aber auch einige kritische Zwischentöne gab. Für Wirbel sorgte, dass Wirtschaftsministerin Ilse Aigner in Miesbach indirekt den Anspruch auf die Nachfolge von Ministerpräsident Horst Seehofer angemeldet hatte. "Wenn der Spitzenkandidat aus Oberbayern kommt, ist das Ergebnis besser", hatte Aigner beim CSU-Bezirksparteitag gesagt (siehe oben). Füracker sieht darin eine "Kampagne", für die er kein Verständnis habe. "Wir sind also die Unterbayern, so schaut es bald aus."

Auch Finanzminister Markus Söder, neben Aigner Favorit auf die Seehofer-Nachfolge, zeigte sich wenig glücklich über den Vorstoß. Im Gespräch mit unserer Zeitung meinte der Franke: "Die Kandidaten werden nicht nach der Größe der Bezirke entschieden. Das entscheiden nicht die Oberbayern, sondern alle." Im übrigen bestehe für diese Personalie "überhaupt keine Eile." Söder gab sich in seiner 45-minütigen Rede vor den mehr als 100 Delegierten sehr staatsmännisch. Viel Beifall erhielt er für seine Kritik an der griechischen Regierung, der er "null vertraue". Diese habe "soviel Zeit verplempelt und nix verstanden". Mit Geld alleine sei Griechenland nicht geholfen, es müssten dort vor allem die Rahmenbedingungen stimmen.

Mit Blick auf die Terroranschläge vom Freitag, forderte der Minister ein strengeres Vorgehen gegen Islamisten, die sich in Terrorcamps ausbilden lassen und dann nach Deutschland zurückkehren. Söder: "Diese Leute müssen mit der vollen Härte des Gesetzes rechnen."

"Keine One-Man-Show"

Sehr zufrieden äußerte sich Söder mit der Entwicklung in der Oberpfalz. Die ländlichen Räume seien die "Zukunftsräume in Bayern". Diese weiter zu stärken, sei die Aufgabe seines Heimatministeriums. Mit der Behördenverlagerung sei ein großer Schritt getan. "Weniger für München, mehr für die Oberpfalz", werde auch weiterhin das Motto lauten. In Staatssekretär Füracker habe er einen starken Unterstützer: "Der Albert schafft es bei jedem Problem in der Welt, einen Oberpfälzer Bezug zu schaffen ..." Füracker warb in Erbendorf bereits für Rückendeckung für seine künftige Arbeit als Bezirksvorsitzender. "Ich bin mir meiner Verantwortung bewusst, ich habe große Vorgänger."

Er wolle keine "One-Man-Show" als Müller-Nachfolger, sondern setze auf Zusammenarbeit. Der Neumarkter nannte einen weiteres Motiv für seine Kandidatur am 18. Juli: "Ich habe alle Facetten des Stellvertretertums hinter mir, vielleicht ist das ja auch ein Grund, warum ich jetzt endlich mal Vorsitzender werden will."
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