Ungeahnte Potenziale

Fernwärme ist eine der besten Möglichkeiten zu heizen, machte Matthias Rösch vom Energietechnologischen Zentrum Weiden (etz) beim Workshop in Erbendorf deutlich. Bild: njn
Lokales
Erbendorf
26.09.2014
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Wärme aus den Tiefen der Erde anzapfen. Kein Science-Fiction-Roman, sondern Realität. Zumindest wenn es nach Thorsten Weimann geht. Der Experte bezeichnete bei einem Workshop die Geothermie für die Region als wirtschaftlich sinnvolle Alternative.

Für die Möglichkeit der geothermischen Energieerzeugung ist Erbendorf bestens geeignet. Das erklärte Thorsten Weimann von der Ge-Eco GmbH beim Workshop zum Energiekonzept der Stadt. Vertreter der Kooperationspartner, dem Energietechnologischen Zentrum Weiden (etz Weiden) und der Energieagentur Nordbayern, erläuterten den Stand der seit April laufenden Erstellung des Energiekonzepts.

Im Sitzungssaal des Rathauses stellten die Referenten Matthias Rösch vom etz Weiden, Peter Heymann von der Energieagentur Nordbayern GmbH und Thorsten Weimann von der Ge-eco GmbH aus Augsburg die ersten Zwischenergebnisse der Untersuchung vor. Im Blickpunkt waren dabei die Energie- und CO2-Bilanz der Stadt Erbendorf, die Fernwärmeversorgung sowie die Wärmeerzeugungsvarianten in Privathaushalten. Peter Heymann führte aus, dass die Energieverteilung für Wärmenutzung in der Stadt zur Hälfte durch Erdgas erfolge, zu 30 Prozent durch Heizöl und zu 13 Prozent durch Biomasse. Kohle komme nach seinen Worten fast nicht mehr vor. Der Anteil an Solarthermie und Wärmepumpen betrage zwei Prozent. "Der Anteil der Fernwärme der Stadtwerke mache bereits einen Anteil von fünf Prozent aus." In den Privathaushalten sei es beispielsweise durch energetische Sanierungen möglich, den Endenergieverbrauch von derzeit knapp über 50 000 auf 40 000 Megawattstunden zu senken. Dabei bestehe die Option, den Anteil der erneuerbaren Energien von derzeit 11 900 auf knapp 18 000 Megawattstunden zu erhöhen. Zur Fernwärmeversorgung durch die Stadtwerke stellte Matthias Rösch fest, dass sämtliche öffentlichen Gebäude ans Netz angeschlossen seien. "Weitere Abnehmer könnten die Wirtschaftlichkeit noch verbessern."

Rösch verglich die verschiedenen Wärmeerzeugungsvarianten in Privathaushalten. Dabei stellte er die Vor- und Nachteile von Fernwärme, Erdgas, Heizöl und Sole-Wasserpumpen, Luft-Wasser-Wärmepumpe, Holzpellets und Holzhackschnitzeln gegenüber. Je nach Anlageart schwanken hier die kapitalgebundenen Kosten für technische Anlagen gegenüber den verbrauchsgebundenen Kosten für Brennstoffe beziehungsweise betriebsgebundene Kosten enorm.

"Bei Betrachtung der Vollkosten ist die Fernwärme im Bezug zu den vorgestellten alternativen Heizsystemen eine der besten Möglichkeiten zu heizen", bekräftigte Rösch. "Der große Vorteil liegt bei den geringen kapitalgebundenen Kosten für die Abnehmer."

"Einige Ergebnisse sind für uns überraschend", stellte Bürgermeister Hans Donko fest. Es gebe ungeahnte Potenziale für die Bürger und die Stadt, vor allem im Hinblick auf das Geothermiesystem. "Es wäre überlegenswert, ob so ein Projekt mit entsprechender staatlicher Förderung als Forschungsvorhaben hier bei uns möglich ist." Donko informierte, dass die Abschlussveranstaltung zum Energiekonzept am Dienstag, 7. Oktober, um 19 Uhr im Kulturspeicher des Rathauses stattfinden werde. "Da der Klimaschutz von der Beteiligung der Bürger lebt, ist die Bevölkerung eingeladen."
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