"Vertrauen verleiht Flügel"

Attraktion beim Fliegerfest war eine französische "Broussard", die während der beiden Festtage zu Rundflügen gebucht werden konnte. Bilder: njn
Lokales
Erbendorf
15.07.2015
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Den richtigen Draht zu Petrus hatten die Mitglieder des Aeroclubs und des Segelflugvereins bei ihrem Fliegerfest in der Schweißlohe. Höhepunkte waren der Fliegergottesdienst und die Rundflüge mit einer "Broussard F-GJJM."

Hervorragende Voraussetzungen zum Fliegen fanden die Piloten über dem Himmel der Steinwaldstadt vor. Bereits am Samstag begann der allgemeine Flugbetrieb (wir berichteten), bei dem vor allem Kinder und Jugendliche zu verbilligten Preisen einmal in die Lüfte steigen konnten.

Auftakt am Sonntag war der Feldgottesdienst vor dem Flugzeughangar. Aeroclub-Vorsitzender Hans Fischer begrüßte im Namen der beiden Vereine die Gäste. Er kündigte an, dass die beim Gottesdienst gesammelten Kollekten aus der Vereinskasse verdoppelt werden und je zur Hälfte der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde zugute kommen. "Wer fliegt, braucht Vertrauen", stellte Pfarrer Martin Besold im Gottesdienst fest. "Vertrauen in das Tragwerk und die Luft, die das Flugzeug trägt." Dies gelte für Segelflieger noch mehr als für die Motorsegler.

Jeder Flieger brauche Vertrauen, ebenso die Menschen in ihrem Leben, betonte der Pfarrer. "Wenn ich niemandem vertrauen kann, bin ich arm dran." Ohne Vertrauen falle manches schwerer. "Auch ins Leben an sich setze ich Vertrauen, damit ich gut durch's Leben komme." Dieses Vertrauen könne man aber nur aufbauen, wenn jeder für sich seinen Ursprung kenne.

Gerade dieses Wissen vom Ursprung in Gott mache es möglich, dass die Menschen "das Leben wagen" können: "Vertrauen verleiht eben Flügel." In seiner weiteren Predigt verband der Geistliche diesen Ursprung in Gott mit dem Evangelium, wonach Jesus die zwölf Apostel mit der Botschaft von Gottes Liebe aussendet. Auch zitierte Besold Papst Franziskus, der eine missionarischere Kirche fordere. "Wir brauchen das Gefühl für das Getragensein von Gott - ein Gefühl, dass auch die Mitglieder des Aeroclubs immer brauchen, wenn sie in die Luft gehen."

Die Mitglieder der Fluggemeinschaft brachten sich während des Gottesdienstes bei den Fürbitten ein. Musikalisch gestaltete die Feier der evangelische Posaunenchor Erbendorf.

Pilot im Simulator

Der Messe folgte ein Weißwurstfrühstück. Auch der Flugbetrieb startete mit zahlreichen Rundflügen der vereinseigenen Maschinen - vom Motorsegler bis zum Ultra-Leichtflugzeug. Anziehungspunkt war vor allem die "Broussard F-GJJM". Das 1960 erbaute Flugzeug flog bis 1986 bei der französischen Luftwaffe als Aufklärer, Transporter, Krankentransporter und Fotoflugzeug. Gut 450 PS bringt der 9-Zylinder-Sternmotor an Leistung. Zahlreiche Flugbegeisterte ließen es sich nicht nehmen, mit diesem Flugzeug bei Rundflügen einige Runden über Erbendorf und dem Steinwald zu drehen. Diejenigen, die am Boden blieben, mussten beim Fliegerfest aber dennoch nicht auf das Gefühl von Fliegen verzichten. Für sie stand ein Flugsimulator zur Verfügung.
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