Vom Kampf der Baufirma Bauer um einen Telefonanschluss für die neue Niederlassung in ...
50 Meter unüberbrückbar

Nur ein paar Meter vom Bürocontainer zum Wohnhaus (im Hintergrund): Für die Telekom schien die Strecke ein halbes Jahr lang unüberwindlich. Am Schluss ging es dann aber doch ganz schnell. Bild: bkr
Lokales
Erbendorf
14.04.2015
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"Erleben, was verbindet." Mit diesem Slogan wirbt die Telekom. Die Baufirma Bauer aus Erbendorf durfte als neuer Eigentümer des Garten- und Landschaftsbaubetriebs Bierschenk wirklich was erleben, als es um eine neue Verbindung ging. Am Ende machte aber der große rosa Konzern eine bessere Figur, als der gewöhnliche Telekom-Kritiker vermutet.

Zu Beginn der turbulenten Tage stand der Umzug des Betriebs. Der neue Eigentümer hatte das frisch gekaufte Wohnhaus mit Büroräumen an einen ambulante Pflegedienst weiterverkauft. Schließlich will er dort ja nicht wohnen, so dass ihm ein Gebäude und ein Bürocontainer am Betriebsgelände ein paar Meter weiter über die Straße reicht. Der alte Eigentümer hatte dieses Büro über das Wohnhaus ans Internet angebunden.

Anfang November beantragte die Firma Bauer einen eigenen DSL-Anschluss. Das sollte kein Problem sein, der Ort ist seit 2013 mit schnellen Glasfaserleitungen erschlossen. So habe man sich anfangs nichts gedacht, als nichts passierte. "Von Woche zu Woche wurde wir vertröstet", erinnert sich eine Bauer-Mitarbeiterin. Die Telekom habe erklärt, sie müsse die Kapazität prüfen.

Ende März dann endlich die Mitteilung: Am Dienstag, 31. März, komme der Techniker, um die Leitungen umzustellen. Ab 1. April stehe die neue Leitung bereit. Was dann geschah, ließ die Bauer-Mitarbeiter an einen Aprilscherz glauben. Die alte Leitung war an dem Montagmorgen wie besprochen tot, aber ein Telekom-Mann ließ sich nicht blicken. Für den Betrieb hieß das: Kein Telefon, kein Fax, kein Internet, keine E-Mails. "Nach stundenlangen Handy-Gesprächen wurde mir dann ganz freundlich erklärt, dass es wohl noch etwas dauern wird", erinnert sich ein Bierschenk-Mann. Ein Mitarbeiter der Telekom habe statt des schnellen DSL- einen lahmen ISDN-Anschluss gebucht. Zumindest leitete die Telekom die Nummer des Betriebs auf einen Handy-Anschluss um.

Noch schlimmer wurde es am 8. April: Die Telekom bot eine 384-KB-Leitung aus der digitalen Steinzeit an. "Alle Ressourcen sind erschöpft", begründete der Konzern. An diesem Punkt wollte die Geschäftsführung kapitulieren: "Wir haben den Antrag gestellt, den alten Zustand wieder herzustellen", heißt es von dort. Der Betrieb wollte zurück zur Verbindung über das Wohnhaus. Besser eine unpassende Internetverbindung als gar keine. Scheinbar fühlte sich aber auch beim Kommunikationskonzern jemand an der Ehre gepackt und machte das Unmögliche möglich: Bei einer Nachfrage erhielt der NT am 12. April jedenfalls diese Auskunft: "Am 16. April erhält der Betrieb eine Anbindung im Tarif Magenta ZH M mit VDSL50. Nicht mehr wollte der Betrieb seit November.
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