Vom Kind in der Krippe lernen

Lokales
Erbendorf
29.12.2014
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"In die dunkle Kirche sind wir gekommen, um das wahre Licht zu feiern, das erschienen ist und alle Menschen erleuchtet: Wir feiern die Geburt unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus." Dies sagte Pfarrer Martin Besold zu Beginn der Christmette in der katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt.

Bereits in der Vormette hatte der Kirchenchor mit Gesang auf das Hochfest eingestimmt. Unter den Klängen der "Erbendorfer Turmbläser" legte Pfarrer Martin Besold nach dem Einzug das Jesuskind in die Krippe vor dem Altar. Mit "Heilige Nacht" von Johann Friedrich Reichhard eröffnete im Anschluss der Kirchenchor die Christmette.

"Von Jesus Christus, dem göttlichen Licht in aller Dunkelheit, wollen wir uns in dieser Heiligen Nacht erfüllen lassen", erklärte Pfarrer Martin Besold. In seiner Predigt suchte der Geistliche nach einer Antwort auf die Frage, warum gerade das Weihnachtsfest die Menschen froh mache und warum unzählige Male der Wunsch "Frohe Weihnachten" ausgesprochen werde.

"Eine letzte Antwort auf diese Frage gibt uns erst die biblische Botschaft von Weihnachten", stellte Besold fest. Es seien die drei Worte "Gott wird Mensch": "Damit sagt uns Gott: Es ist gut, dass es euch Menschen gibt; ihr seid mir unendlich viel wert." Die Menschen seien Gott so lieb, dass er, Gott, ein Mensch geworden sei. "Vom göttlichen Kind in der Krippe, das wir heute verehren, können wir lernen, was das heißt: wahrhaft menschlich leben."

Gerade in der heutigen Zeit bräuchten die Menschen eine solche Orientierung, betonte der Geistliche. Dabei sprach er das Weltgeschehen mit Krieg, Vertreibung und Flucht sowie ihren Folgen an.

"Vollkommenheitswahn"

"Eine Orientierung zu Gott brauchen wir auch im gegenwärtigen Lebensgefühl unserer Gesellschaft", machte er deutlich. Denn vielen Menschen seien zuerst Leistung und Erfolg wichtig. "Der Leistungsgedanke schleicht sich auch in das private Leben ein." Der "Vollkommenheitswahn" sei zudem bereits vor der Geburt eines Menschen im Gange, wenn die genetischen Voraussetzungen untersucht werden, und ziehe sich bis ans Ende des Lebens hin. "Dann kommt die Frage, was der Mensch noch wert ist, wenn er nichts mehr leisten kann."

Auf "Erfüllung" warten

Als zweites Kennzeichen des derzeitigen Lebensgefühls nannte Besold den hohen Wert des Genießens. "Aber an Weihnachten erfahren wir etwas ganz Anderes: Von Gott her kommt uns Hoffnung und Zukunft zu." Der Apostel Paulus mahne, auf die "Erfüllung" zu warten. "Die Herrlichkeit Gottes gibt den Menschen Hoffnung, Erfüllung und Frieden."

Der Pfarrer betonte, dass die Menschen Visionen und Ideale benötigten, auf die sie ihr Leben bauen könnten. "Mit Wellness und Genießen alleine kommen wir da nicht hin", merkte er an. "Die Botschaft des Weihnachtsfestes - Gott wird Mensch - bedeutet, dass auch ich unvollkommen sein darf", erklärte Besold. "Denn Hoffnung und Zukunft wird mir geschenkt von Gott her."

Einen großen Dank sprach er am Ende der Christmette allen aus, die für das Weihnachtsfest in der Pfarrei und besonders in der Pfarrkirche viele Vorbereitungen und Arbeiten auf sich genommen haben. Besolds Dankesworte galten auch dem Kirchenchor und dem Orchester unter der Leitung von Stefanie Rüger und Holger Popp, die die Pastoralmesse in G-Dur von Josef Gruber und das "Transeamus" von Ignaz Schnabel aufführten.

Nach dem gemeinsamen Lied "Stille Nacht, heilige Nacht" in der dunklen, nur von den Lichtern des Christbaumes erleuchteten Kirche gab es für alle Besucher vor dem Gotteshaus von der katholischen Jugend Glühwein und durch die Turmbläser musikalische Unterhaltung.
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