Von Kirche zu Kirche auf "religiösen Fahrradwegen"
Radtour durch die Geschichte

Der Projektleiter des Simultankirchen-Radwegs, Peter Kratzer (links) von der evangelischen Landeskirche, und Initiator Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler stellten bei einem Arbeitstreffen in Erbendorf das Projekt Simultankirchen-Radweg vor. Bild: njn
Lokales
Erbendorf
24.09.2014
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Mit dem Fahrrad von Kirche zu Kirche. Die Idee eines Pfarrers nimmt nun Formen an. Bei einer Arbeitssitzung des Fördervereins Simultankirchen-Radweg ging es um die "Schleife 10", die Radlern die Gotteshäuser in Erbendorf, Wildenreuth, Krummennaab und Thumsenreuth erschließen soll.

"Für religiöse Fahrradwege gibt es einen gewissen Bedarf. Menschen wollen sich mit Spiritualität und Religiosität auseinandersetzen." Das stellte der Projektmanager Peter Kratzer von der evangelischen Landeskirche beim zweiten Arbeitstreffen des Simultankirchen-Radweges im Lorettoheim fest. Die sogenannte "Schleife 10" bringt die Radfahrer zu den Gotteshäusern in Erbendorf, Wildenreuth, Krummennaab und Thumsenreuth.

Seit fünf Jahren in Arbeit

Vor gut sechs Jahren hatte der Rothenstädter Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler die Idee, die gerade in der nördlichen Oberpfalz bestehenden und ehemaligen Simultankirchen zu verbinden beziehungsweise mit Radwegen zu erschließen. Seit gut fünf Jahren wird bereits am Projekt Simultankirchen-Radweg gearbeitet. Dazu hat sich 2013 unter dem Vorsitz von Pauckstadt-Künkler der "Förderverein Simultankirchen in der Oberpfalz" gegründet, der sich dieses Projekts annimmt.

Geplant sind auf dem Gebiet des ehemaligen Herzogtums Sulzbach von Sulzbach-Rosenberg bis nach Erbendorf sogenannte Radwegschleifen, welche die Simultankirchen verbinden. Beim Arbeitstreffen im Lorettoheim stellten nun Projektleiter Kratzer und Pfarrer Pauckstadt-Künkler die sogenannte "Steinwald-Schleife" vor. Mit dabei waren die Pfarrer Martin Besold und Manuel Sauer aus Wildenreuth sowie die Vertreter der Kirchenverwaltungen der Kirchengemeinden Krummennaab, Thumsenreuth und Wildenreuth, die Heimatpfleger sowie Erbendorfs zweiter Bürgermeister Johannes Reger.

Projektleiter Peter Kratzer stellte fest, dass der Simultankirchen-Radweg ein vielen unbekanntes Alleinstellungsmerkmal in Person des Sulzbacher Herzogs Christian August (1622 bis 1708) habe. "Der Herzog war im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation nach dem Dreißigjährigen Krieg der erste Landesherr, der seinen Untertanen Religionsfreiheit gewährte", wusste Kratzer. In anderen Ländern kam die Religionsfreiheit erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts. "Wir können stolz auf Herzog Christian August sein." Es sei Aufgabe, die Biografie dieses Mannes im Projekt zu vertiefen und bekannter zu machen.

Wie der Projektleiter weiter ausführte, seien historische Bilder und geschichtliches Material für die Simultankirchen am Steinwald bereits gesammelt worden. Im November werde der Radweg festgelegt. Wie Pfarrer Pauckstadt-Künkler anmerkte, werden hierzu nur öffentliche Wege benutzt. Wie die Trasse letztlich im Detail verläuft, werde vor Ort festgelegt.

"Wichtig ist es nun, das Projekt Simultankirchen-Radweg der breiten Öffentlichkeit und den Kommunen vorzustellen und darüber zu informieren." Denn die Gemeinden und Städte sollen nach den Worten Kratzers in das Projekt mit einbezogen werden. In nächster Zeit werde die Internetseite hierzu veröffentlicht sowie Kirchenfolder, Infotafeln und Marketingfolder erstellt. Auch ein Roadbook mit den einzelnen Schleifen soll es geben.
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