Wieder Boden gutmachen

Landtagsabgeordneter Tobias Reiß (Vierter von links) hat den Amtschef des bayerischen Landwirtschaftsministeriums, Martin Neumeyer, zum forstpolitischen Fachgespräch mit den örtlichen Betroffenen und Experten eingeladen. Bild: dol
Lokales
Erbendorf
12.12.2014
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Worauf sollen die Landwirte noch anbauen? Die umstrittene Stilllegung von land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen, um naturschutzrechtliche Ausgleichsgebiete zu schaffen, stößt ihnen sauer auf. Für Landtagsabgeordneten Tobias Reiß ist "die Grenze des Vertretbaren erreicht".

"Die Stilllegung darf in diesem Maße nicht weitergehen", forderte Tobias Reiß beim forstpolitischen Gespräch. Dazu hatte der Landtagsabgeordnete neben den örtlichen Vertretern der Land- und Forstwirtschaft den Amtschef des bayerischen Landwirtschaftsministeriums, Martin Neumeyer, ins Waldhaus eingeladen. Der Ministerialdirektor beschwichtigte, dass die Staatsregierung das Problem erkannt habe und an einer Änderung der Richtlinien arbeite. Diese solle weniger Stilllegungen und mehr "produktionsintegrierte Lösungen" ermöglichen.

Der Obmann des Tirschenreuther Kreisverbandes des Bayerischen Bauernverbandes, Ely Eibisch, wies darauf hin, dass auch bei einem Neubau von Stromtrassen wie dem Ostbayernring in großem Maße Flächen verbraucht werden. Und bei den geforderten Kompensationsmaßnahmen würden der Land- und Forstwirtschaft noch weitere Gebiete entzogen.

In der Forstpolitik sei einer der Schwerpunkte der Staatsregierung, die Vertriebswege und Vermarktung zu verbessern und zu fördern, erklärte Neumeyer. Er lobte an dieser Stelle die Arbeit der Forstbetriebsgemeinschaften und der vielen Kooperationen zwischen Staat und privaten Waldbesitzern. "Ohne diese Zusammenarbeit wäre bei 700 000 Waldbesitzern in Bayern an eine effiziente Waldbewirtschaftung nicht zu denken."

In diesem Sinne werde aktuell auch die zukünftige Förderung von Forstbetriebsgemeinschaften diskutiert. Darüber hinaus bot Thomas Gollwitzer, Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung in Tirschenreuth, an, die Forstbetriebsgemeinschaften bei freiwilligen Landtauschen zu unterstützen. So könne das Amt die Moderation übernehmen oder etwaige Kosten bezuschussen.

Nachhaltig wirtschaften sei der bestimmende Wegweiser, betonten sowohl Neumeyer als auch Reiß. So sei in diesem Jahr ein Sachverständigenrat für Bio-Ökonomie eingerichtet worden. Dieser solle Wege erarbeiten, wie die bayerische Land- und Forstwirtschaft verstärkt mit ökologischen Produkten punkten und in Zeiten knapper fossiler Rohstoffe eigene Wertschöpfungsketten aufbauen könne.

Martin Neumeyer berichtete, dass sich schon jetzt zahlreiche neue Vertriebs- und Bearbeitungsmöglichkeiten ergeben, so zum Beispiel die Herstellung von Textilien aus Holz. "Weniger Abhängigkeit und mehr Wertschöpfung aus eigener Produktion sind unsere Leitmotive für ein modernes Bayern", unterstrich Reiß.
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