Windkraft-Kleinanlagen Thema des Informationsabends der Freien Wähler
Eine "grüne Steckdose"

Erbendorf
22.02.2011
38
0

Im Gegensatz zu Photovoltaiksystemen sind Windkraft-Kleinanlagen für Privathaushalte eher selten. Dafür besteht aber Interesse. Das zeigte der sehr gut besuchte Infoabend zu diesem Thema, zu dem die Freien Wähler ins Café Kohr eingeladen hatten.

Als Fachleute in Sachen Windkraft-Kleinanlagen zeigten der Waldsassener Firmenchef Matthias Schmeller mit den Mitarbeitern Alexander Linek und Andreas Liedl auf, welche Möglichkeiten private Haushalte in diesem Bereich haben.

Für Eigenverbrauch"Windkraft-Kleinanlagen sind vor allem für den Eigenverbrauch interessant", sagte Alexander Linek bei der Vorstellung der einzelnen Anlagetypen. Es komme aber darauf an, welchen Zweck die Windkraftanlage erfüllen soll. Das Leistungsspektrum gehe von 500 Watt bis zu 9,8 Kilowatt für Verwendungen in einem Einfamilienhaus, einem kleineren mittleren Gewerbebetrieb oder in der Landwirtschaft.

"Mit einer Windkraft-Kleinanlage lässt sich nicht das große Geld verdienen", machte Andreas Liedl klar. Eine private Anlage sei eher als eine "grüne Steckdose" gedacht, bei der der erzeugte Strom direkt in das Hausnetz eingespeist und verbraucht werde. "Damit reduziert sich die Abnahmemenge ihres Energieversorgers." Jede so eingesparte Kilowattstunde senke die Stromrechnung um rund 20 Cent. "Außerdem reduziert sich der CO2-Ausstoß um durchschnittlich 0,43 Kilogramm." Sollte trotzdem die Einspeisung durch die Anlage höher sein als der momentane Verbrauch, könne der überschüssige Strom an das regionale Energieversorgungsunternehmen verkauft werden. "Der Vergütungssatz beträgt derzeit 9,1 Cent pro eingespeister Kilowattstunde", so Liedl.

Dreimonatige Messung

Er führte weiter aus, dass vor einer Aufstellung am gewünschten Standort eine rund dreimonatige Windmessung erfolge. "Die aufgezeichneten Daten lassen dann in Korrelation zum geplanten Standort eine seriöse Ertragsprognose bei unklaren Windverhältnissen zu", so der Fachmann. Denn die Errichtung einer Windkraft-Kleinanlage ist abhängig von der geographischen Lage sowie den Hauptanström- und -abströmrichtungen der Winde. Die Kosten bezifferte er vom Fundament bis zum Anschluss ans Netz je nach Anlagentyp auf 20 000 bis 27 000 Euro.

Damit sich die Zuhörer auch ein Bild von einer Windkraft-Kleinanlage machen konnten, baute die Firma im Garten des Cafés eine Beispielanlage auf. Rolf Hanauer, Ortsverbandsvorsitzender der Freien Wähler, dankte der Firma Schmeller für ihre Vorstellung der Windenergieanlagen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2011 (8017)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.